Fußballsaison 2022/23

Landesliga Hansa ist „so stark wie seit Jahren nicht“

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Arne Bachmann
Ein Torwart schlägt den Ball ab (Symbolbild).

Ein Torwart schlägt den Ball ab (Symbolbild).

Foto: Anke Waelischmiller/SVEN SIMON / picture alliance / SvenSimon

Welche Stormarner Vereine diese Saison in welcher Staffel spielen – und was die Clubs davon halten. Ein Überblick.

Hamburg.  Wenn der Ahrensburger TSV am kommenden Sonntag zum ersten Testspiel des Sommers antritt, wartet gleich mal ein richtig starker Gegner. Am Sonntag, 26. Juni, gastieren die Fußballer mit ihrem neuen Cheftrainer Peter Grischke beim USC Paloma, einem Oberligaclub. Es dürfte ein kleiner Vorgeschmack darauf werden, was den ATSV und zwei andere Stormarner Vereine in der kommenden Landesliga-Saison erwartet.

Denn die Hansa-Staffel, deren Zusammensetzung der Hamburger Fußball-Verband (HFV) vor einigen Tagen bekannt gab, ist so stark bestückt wie seit vielen Jahren nicht mehr. Obwohl erstmals seit Beginn der Pandemie zu der alten Größe von 16 Mannschaften zurückgekehrt wurde, ist vor dem Saisonstart kaum ein klarer Abstiegskandidat auszumachen. Dafür treten in der Klasse umso mehr Clubs mit großen Ambitionen an.

Ahrensburgs Ligaobmann: „Beeindruckt von dieser Staffel“

„Wir sind wirklich beeindruckt von der Staffel“, sagt Ahrensburgs Ligaobmann Jens Gohlke. „Das ist eine bärenstarke Landesliga Hansa, wie es sie in letzter Zeit nie gegeben hat.“ Man dürfe gar nicht erst in die untere Tabellenregion reinrutschen, warnt Gohlke, stellt aber gleichzeitig klar: Von seinem Saisonziel, Platz fünf bis acht, werde der Verein nicht abweichen.

Für die enorme Leistungsdichte gibt es drei Gründe: So wurden mit Hamm United, dem VfL Lohbrügge, dem Bramfelder SV und dem Meiendorfer SV vier der fünf Oberliga-Absteiger in die Hansa-Staffel einsortiert. Lediglich Barmbek-Uhlenhorst rutscht in die Hammonia-Staffel. Viele dieser Absteiger werden darauf brennen, in Hamburgs Oberhaus zurückzukehren. Grund zwei: Der Grundsatz, dass sich Aufsteiger erst mal hinten anstellen müssen, wird in dieser Saison kaum gelten. Mit dem ETSV Hamburg kommt ein Club aus der Bezirksliga, der den direkten Durchmarsch anstrebt. Die Mannschaft ist mit ehemaligen Regionalliga-Spielern und Ex-Profi Kusi Kwame derart stark besetzt, dass sie als Meisterfavorit gilt. Auch die HT16 hat sich erneut namhaft verstärkt und dürfte oben mitspielen. Als dritter Punkt kommt hinzu, dass viele der in der Landesliga verbliebenen Clubs mindestens so stark oder sogar eher stärker einzuschätzen sind als in der vergangenen Spielzeit. Das gilt etwa für den Rahlstedter SC, den SV Altengamme und den Düneberger SV – aber auch für ein Stormarner Duo.

„Ganz neue Qualität auf dem Platz“

„Man merkt direkt, dass wir eine ganz neue Qualität auf dem Platz haben“, sagte Alexander Kaya nach dem Trainingsauftakt seines Oststeinbeker SV. Der Trainer zeichnete für viele der Neuverpflichtungen verantwortlich. Diese Transfers seien unbedingt notwendig gewesen – eben wegen der starken Hansa-Staffel. Nach schwankenden Leistungen erreichte der OSV in der kleineren alten Staffel (elf Teams) Platz acht und den Klassenerhalt. Eine vergleichbare Performance würde künftig wahrscheinlich zum Abstieg führen.

Auch beim FC Voran Ohe gibt man sich zuversichtlich, zumal schon während der abgelaufenen Saison (Rang vier) eine deutliche Aufwärtstendenz sichtbar wurde. Die soll nun gegen die starke Konkurrenz fortgesetzt werden. „Wir haben noch mal einen Entwicklungsschritt zu gehen. Da kann es durchaus förderlich sein, gegen solche Mannschaften zu spielen“, sagt Trainer Matthias Wulff. „Das ist total reizvoll, gerade für unsere jungen Spieler.“ Er rechne mit einer sehr spannenden Saison und einigen Überraschungen.

TSV Reinbek wird nur um den Klassenerhalt spielen

Einzig und allein um den Klassenerhalt wird der neue Bezirksligaclub aus Stormarn spielen: Die TSV Reinbek wurde erwartungsgemäß in die Ost-Staffel der viergleisigen Spielklasse einsortiert. Dort trifft der Aufsteiger unter anderem auf zwei Kreisrivalen. Der Barsbütteler SV zählt zu den Favoriten der Staffel und auch der TSV Glinde will weiter oben anklopfen.

Während das Trio aus der Ost-Staffel vornehmlich gegen Clubs aus Schleswig-Holstein und dem Hamburger Osten antritt, stehen für den Hoisbütteler SV wieder viele Fahrten Richtung Westen an. Die Ammersbeker bleiben in der Bezirksliga Nord. Dort erwartet die Mannschaft von Trainer Alexander Windt vor allem in der Hansestadt reizvolle Duelle, etwa mit dem HFC Falke, der „Dritten“ des FC St. Pauli oder VfL 93 und SC Sperber.

Saison endet am 7. Mai 2023

Eine Spielklasse darunter sind drei der acht Staffeln mit Mannschaften aus Stormarn bestückt. In der Kreisliga 2 treffen der VSG Stapelfeld und die Zweitvertretung des Ahrensburger TSV unter anderem auf den SC Alstertal-Langenhorn, DSC Hanseat und den Lemsahler SV sowie zahlreiche Reserveteams wie die „Vierte“ des HSV. Einzige Stormarner Mannschaft in der Kreisliga 3 ist der FC Voran Ohe II. Dort warten beispielsweise der ASV Bergedorf 85 und die Zweitvertretung des TuS Dassendorf.

Die meisten Stormarnduelle gibt es in der Kreisliga 8, wo der Willinghusener SC jeweils auf die zweite Mannschaft aus Barsbüttel, Glinde und Oststeinbek trifft.

Auftakt der neuen Saison im HFV ist am letzten Juli-Wochenende (29. bis 31. Juli). Die Winterpause beginnt regulär nach dem 19. Landesliga-Spieltag (9. bis 11. Dezember) und endet am ersten Februar-Wochenende 2023. Letzter Spieltag ist vom 5. bis 7. Mai 2023.

Die Staffeln im Überblick

Landesliga Hansa

Ahrensburger TSV, Oststeinbeker SVFC, Voran Ohe, SV Altengamme, ASV Hamburg, Bramfelder SV, SC Condor, Düneberger SV, ETSV Hamburg, Hamm United FC, HT 16, Klub Kosova, VfL Lohbrügge, Meiendorfer SV, Rahlstedter SC, SC Vorwärts-Wacker Billstedt

Bezirkslia Nord

Hoisbütteler SV, Alsterbrüder II, SV Bergstedt, SC Condor II, Duvenstedter SV, Eintracht Norderstedt II, Glashütter SV, GW Eimsbüttel, HFC Falke, Inter Eidelstedt, USC Paloma II, SC Sperber, FC St. Pauli III, UH-Adler, VfL 93, TSC Wellingsbüttel

Bezirksliga Ost

Barsbütteler SV, TSV Glinde, TSV Reinbek, Atlantik 97, SV Börnsen, Barmbek-Uhlenhorst II, Concordia II, SC Condor III, SC Eilbek, SV Hamwarde, SC Vier- und Marschlande, SC Wentorf, SC Schwarzenbek, SV Nettelnburg-Allermöhe, TuS Berne, TuS Hamburg

Kreisliga 2

VSG Stapelfeld, Ahrensburger TSV II, SC Alstertal-LangenhornBramfelder, SV IID, SC Hanseat, SC Eilbek II, Farmsener TV, TuRa Harksheide III, Hamburger SV IV, Lemsahler SV, USC Paloma III, SC Poppenbüttel II, Rahlstedter SC III, TSV Sasel IV, TuS Berne II, Walddörfer SV II

Kreisliga 3

FC Voran Ohe II, SV Altengamme II, ASV Bergedorf 85, TuS Aumühle-Wohltorf, SV Börnsen II, SV Curslack-Neuengamme II, TuS Dassendorf II, Escheburger SV, ETSV Hamburg II, FC Bergedorf 85, FC Lauenburg, FSV Geesthacht, SC Vier- und Marschlande II, SC Wentorf II, SC Schwarzenbek II, TSG Bergedorf

Kreisliga 8

Willinghusener SC, Barsbütteler SV II, TSV Glinde II, Oststeinbeker SV II, ASV Bergedorf 85 II, SV Billstedt-Horn, Concordia III, Farmsener TV II, FC Dynamo, FTSV Lorbeer, Rahlstedter SC II, TSG Bergedorf II, SC Urania, SC Vorwärts, Wacker Billstedt II, Walddörfer SVTSV Wandsetal

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