Stormarn

Lütjensee ist die Hochburg der Säbelfechter

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Henrik Bagdassarian
Sportwart Thomas Haverkamp (v. l.), Nils Roos, Joshua Zaiß, Christian Roos, Marten Steffen, Timo Caspar Weide und Stefanie Roos.

Sportwart Thomas Haverkamp (v. l.), Nils Roos, Joshua Zaiß, Christian Roos, Marten Steffen, Timo Caspar Weide und Stefanie Roos.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Drei Nachwuchstalente des Fechtclubs haben sich für die Deutschen Meisterschaften der Jugend qualifiziert.

Lütjensee.  In Schleswig-Holstein gilt Lütjensee längst als Hochburg des Säbelsports. Aus gutem Grund, wie die Fechter des FC Lütjensee wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben. Gleich drei Talente der jugendlichen Garde des 40 Mitglieder starken Dorfvereins haben das Ticket für Deutsche Jugendmeisterschaften sicher in der Tasche.

Marten Steffen bestreitet in der Altersklasse Herren U13 am 30. April in Dormagen (Nordrhein-Westfalen) erstmals bei nationalen Titelkämpfen ein Duell auf der sogenannten „Planche“, der Fechtbahn. Drei Wochen später geht Nils Roos (U17) in Künzelsau (Baden-Württemberg) als einziger Vertreter seiner Altersstufe für sein Bundesland an den Start. Dritter im Bunde ist Timo Caspar Weide, der sich für die am 28. Mai im bayerischen Nürnberg ausgetragenen Deutschen U15-Meisterschaften qualifizierte.

Trainerin ist stolz auf ihre Schützlinge

„Trotz der coronabedingten schwierigen Trainingsbedingungen in den zu-rückliegenden zwei Jahren haben die drei den nötigen Biss gezeigt und sich mit der DM-Qualifikation belohnt“, sagt Lütjensees Trainerin Friederike Janhsen. „Darauf bin ich sehr stolz, zumal der Erfolg ohne die beim FC Lütjensee herrschende familiäre Atmosphäre und gegenseitige Unterstützung kaum vorstellbar gewesen wäre.“

Die landesweite Vormachtstellung untermauerte Lütjensees Nachwuchs zuletzt mit acht Podiumsplatzierungen bei den in Itzehoe ausgetragenen Landesmeisterschaften. Neben Marten, Ti-mo und Nils holte auch Joshua Zaiß (U11) in seiner Altersstufe die Goldmedaille. Silbernes Edelmetall sicherten sich Paul-Luca Schäfer (U13), Flynn Beu (U15) sowie Jan Olbrich (U17). Eine weitere Medaille räumte Timo mit Platz drei im Wettbewerb der Herren U17 ab.

Förderung leistungsorientierter junger Fechtsportler hat Priorität

Die Förderung leistungsorientierter junger Fechtsportler hat beim FCL auch unter neuer Führung oberste Priorität. „Den eingeschlagenen Weg werden wir konsequent weiter ausbauen“, sagt Christian Roos. Der 48-Jährige, der gemeinsam mit seiner Frau eine Unternehmensberatung leitet, wurde vor Kurzem auf der Jahreshauptversammlung des Clubs zum neuen Vorsitzenden gewählt. Leidenschaftlich fügt er hinzu: „Wäre doch schön, wenn Aktive aus Lütjensee den großen Vereinen in Deutschland, die den Sponsoren im Namen tragen, Paroli bieten könnten.“

Der neue Vereinschef setzt dabei auf eine Drei-Säulen-Finanzierung. „Neben den Mitgliederbeiträgen und sonstigen Zuwendungen werden wir einen Sponsorenpool etablieren, um mittel- und langfristig finanziell abgesichert zu sein“, sagt der Unternehmer. „Mit einem fest kalkulierbaren finanziellen Polster im Rücken können wir zum Beispiel junge talentierte Sportler nachhaltig unterstützen, die sich den leistungsorientierten Fechtsport nicht aus eigener Tasche leisten können.“

Verein will sich um neue Mitglieder bemühen

Christian Roos betont, dass der Verein weiterhin zweigleisig fährt, der Breiten- und Leistungssport zu gleichen Teilen ihren Stellenwert behalten. Mit Neele Romann abreitet eine ehemalige Teilnehmerin an Deutschen Jugendmeisterschaften zurzeit an ihrer Trainer-C-Lizenz, um ihr Können und ihre Erfahrungen später in den Breitensportbereich einzubringen.

Christian Roos dankt seinem Vorgänger Florian Michel, der sich fortan auf seinen beruflichen Werdegang kon-zentriert. Er sagt: „Florian hat den FC Lütjensee sicher durch schwierige Zeiten manövriert und letztendlich mit zu dem gemacht, was er heute als Verein darstellt.“

Neben Christian Roos und Sohn Nils Roos ist Ehefrau und Mutter Stefanie ebenfalls im Verein aktiv. Der familiäre Aspekt ist ihr wichtig. „Wir werden uns verstärkt um neue Mitglieder bemühen und sie behutsam in den gesamten Ablauf des Fechtsports einführen“, sagt die Kassenwartin des Fechtvereins.

Fest steht: Der FC Lütjensee wird Friederike Janshen zukünftig stärker in den Verein einbinden, ihre Trainingsangebote ausbauen. Die mehrfache Welt- und Europameisterin der Seniorinnen im Säbelfechten begann vor rund 14 Jahren beim FCL als Trainerin. Mit ihrer einfühlsamen Art schafft sie es immer wieder spielend, Kindern und Jugendlichen den Spaß am Fechtsport zu vermitteln. Janshen ist Inhaberin der Trainer-A-Lizenz und bildet unter anderem auch den Trainernachwuchs des Deutschen Fechterbunds aus.

Interessierte können jederzeit zum Training kommen

Aus dem guten Verhältnis des FCL zu Dänemarks Jugendnationaltrainer Laith Al Shakestani könnte sich schon bald für die Lütjenseer eine weitere zukunftsorientierte Perspektive entwickeln. In Dänemark wird aktuell an Plänen geschmiedet, unter dem Begriff „Nordic Fencing“ Fechtevents ohne Turniercharakter für den Großraum Skandinavien und Norddeutschland zu etablieren. „Ambitionierte junge Säbelfechter hätten so die Möglichkeit, schon früh wichtige internationale Erfahrungen zu sammeln“, sagt Christian Roos.

Wer Lust hat, selbst zum Säbel zu greifen, kann jederzeit beim Training vorbeischauen oder Stefanie Roos unter der Nummer 04536/999 00 38 telefonisch kontaktieren.

Das Training findet in der Sporthalle der Grundschule Lütjensee statt, die Übungszeiten hat der Verein auf seiner Internetseite (www.fc-luetjensee.de) veröffentlicht. Die komplette Ausrüstung stellt zunächst der Verein zur Verfügung.

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