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Barsbütteler SV darf vom Aufstieg träumen

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Arne Bachmann
Kopfballduell zwischen Barsbüttels Felix Stirl (2. v. r.) und Gegenspieler Kevin Hoffmann vom SC Vier- und Marschlande.

Kopfballduell zwischen Barsbüttels Felix Stirl (2. v. r.) und Gegenspieler Kevin Hoffmann vom SC Vier- und Marschlande.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Torwart Kai Erschens rettet den Stormarner Bezirksligafußballern 3:2-Sieg im Topspiel. Glinde und Hoisbüttel gewinnen ebenfalls.

Hamburg.  Durch ein 3:2 (3:1) in einem spektakulären Topspiel beim SC Vier- und Marschlande hat sich der Barsbütteler SV im Titelrennen der Fußball-Bezirksliga zurückgemeldet. „Wir werden jetzt nicht sagen, dass wir unbedingt aufsteigen müssen. Aber wenn man sich da oben festgebissen hat, will man natürlich auch ein bisschen weitergucken“, sagte Trainer Olaf Poschmann nach dem Abschluss der Hinrunde.

Auf dem kleinen Kunstrasenplatz am Elbdeich überschlugen sich die Ereignisse. Zahlreiche Torraumszenen, zwei Elfmeter, ein Platzverweis – es war alles dabei. Die Stormarner waren nicht die bessere, aber die effektivere Mannschaft, machten zu Beginn aus vier Chancen drei Tore. Tim Schröder mit dem ersten Torschuss (5. Minute), Marvin Ganschow per Foulelfmeter (23.) und Jonas Homann nach einer Ecke (30.) sorgten für eine 3:0-Führung.

Gegner hätte Unentschieden verdient gehabt

Entschieden war die Partie damit noch lange nicht. „Auch das 3:0 hat uns nie die nötige Sicherheit gegeben, denn es ist ja wie Hallenfußball hier“, sagte Poschmann. „Es geht hin und her, eine Unachtsamkeit hat gleich zum 3:1 geführt. So war das Spiel von der ersten bis zur letzten Minute total hektisch. Hut ab auch vor dem Gegner, der ein Unentschieden verdient gehabt hätte.“

Gemessen am Chancenverhältnis wäre sogar ein (deutlicher) Sieg des SCVM möglich gewesen. Doch der beste Spieler des Tages stand im Barsbütteler Tor. Das sah auch Poschmann so: „Kai Erschens hat so ein überragendes Spiel gemacht. Er hat uns in den gefährlichen Situationen am Leben gehalten. Die Paraden waren sensationell“, sagte der Coach. „Er hat uns den Sieg gerettet.“

Barsbüttels Schlussmann pariert sogar einen Foulelfmeter

Die große Erschens-Show begann nach einer Viertelstunde beim Stand von 1:0 für Barsbüttel: Eine Großchance von Kevin Göde (17.) parierte der Keeper stark, ebenso wie den Flugkopfball aus kurzer Distanz von Cenk Cicek (19.) und einen gefährlichen Schuss von Hauke Harrsen (22.). „Der kann doch nicht alles halten“, rief schon zu dem Zeitpunkt ein früherer Teamkollege, der als Zuschauer hinter dem Barsbütteler Kasten stand. Doch beim Zwischenstand von 3:1 drehte Erschens erst so richtig auf. Den Versuch von David Toth lenkte der 30-Jährige an den Pfosten, obwohl ein Verteidiger den Schuss noch tückisch abgefälscht hatte (38.). Einen erneuten Abschluss von Harrsen parierte er ebenfalls mithilfe des Aluminiums (42.). Nach der Halbzeitpause ging es direkt weiter: Gödes über die Mauer geschlenzten Freistoß entschärfte Erschens mit einer sehenswerten Flugeinlage (51.), nur um zwei Minuten später seine Galavorstellung endgültig zu krönen: Einen von Janik Wagner getretenen Foulelfmeter hielt der Mann des Tages – und er hielt ihn fest.

Dem Gegner geht in der Schlussphase in Unterzahl die Luft aus

Im ersten Durchgang war der frühere Eicheder nur gegen einen abgefälschten Schuss von Harrsen (32.) machtlos. Mitte der zweiten Halbzeit beruhigte sich die Partie erstmals ein wenig, auch weil dem SCVM nach der Gelb-Roten Karte gegen Cicek (73.) die Luft ausging. Am Ende wurde es doch noch spannend, weil Göde mit einer Einzelaktion der Anschlusstreffer gelang (89.) und der Schiedsrichter acht Minuten nachspielen ließ. Fast hätte Göde noch ausgeglichen (90.+5).

Bleibt es beim aktuellen Spielplan, eröffnet der BSV das neue Jahr gleich mit dem wichtigsten Duell: Für den 21. Januar ist die Partie bei Tabellenführer und Aufstiegsfavorit ETSV Hamburg angesetzt. Wegen des Pandemie-Geschehens ist aber auch eine Verlängerung der Winterpause möglich.

Glinde gelingt in Wentorf schmeichelhaftes 2:1

Ein versöhnlicher Jahresabschluss glückte dem TSV Glinde nach zuvor zwei bitteren Niederlagen in Folge, die den Kontakt zum Spitzentrio gekostet hatten. Christian Albus (33.) und Alexander Sievers (65.) trafen zum schmeichelhaften 2:1 (1:1) beim SC Wentorf, der trotz vieler Tormöglichkeiten nur durch Jonas Ebel (38.) erfolgreich war. Glindes Trainer Sören Deutsch sagte: „Man muss ehrlich sein: Wentorf war uns außer bei der Chancenverwertung in jeder Hinsicht überlegen. Wir sind vor allem in der ersten Halbzeit nur hinterhergelaufen. Nach der Pause haben wir umgestellt und wieder viel besser miteinander gearbeitet, was der Schlüssel zum Sieg war. Nach dem zweiten Tor haben wir den Sieg mit Glück, Geschick und viel Kampf über die Zeit gerettet. Jetzt sind wir Vierter, in diesen Bereich der Tabelle gehören wir auch hin.“

Hoisbütteler SV verbessert sich auf Nichtabstiegsplatz

In der Bezirksliga 4 rettete sich der Hoisbütteler SV pünktlich vor Weihnachten auf einen Nichtabstiegsplatz. Patrick Denhardt (3.) und Nick Juckenack (33., 40.) trafen beim 3:2 (3:0)-Auswärtssieg gegen den direkten Konkurrenten FC Alsterbrüder II, der durch Sönke Schal (69.) und Jonas Gläser (88.) nur noch verkürzte.

Tabelle Bezirksliga 2: 1. ETSV Hamburg 9 Spiele/32:11 Tore/22 Punkte, 2. SC Vier- und Marschlande 10/36:17/22, 3. Barsbütteler SV 10/23:11/22, 4. TSV Glinde 10/25:18/16... 9. SC Schwarzenbek 9/8:14/8, 10. ASV Bergedorf 85 10/18:31/7...

Bezirksliga 4: 1. TSV Sasel II 10/31:19/25... 8. Hoisbütteler SV 10/20:31/11, 9. FC Alsterbrüder II 10/17:25/9, 10. Duvenstedter SV 10/18:32/9...

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