Amateurfussball

Pölitz geht unter, auch der SSC Hagen enttäuscht

| Lesedauer: 4 Minuten
Arne Bachmann
Der Pölitzer Ecedeo de Oliveira Pereira (r.) im Zweikampf mit Rönnaus Christopher Porten.

Der Pölitzer Ecedeo de Oliveira Pereira (r.) im Zweikampf mit Rönnaus Christopher Porten.

Foto: JUERGEN NUPPENAU / Juergen Nuppenau

SSV-Trainer Marvin Prempeh glaubt trotzdem, dass seine Mannschaft mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird.

Pölitz.  Es war ein schwerer Gang für den Trainer des SSV Pölitz. Nach 90 Minuten im Dauerregen war der Fußballplatz dermaßen aufgeweicht und umgegraben, dass vom weiten Grün nur noch eine Matsch-Landschaft übrig war. So stapfte Marvin Prempeh nach dem 0:4 (0:2) gegen den SC Rönnau von der Bank Richtung Kabine, ohne so recht vom Fleck zu kommen. Wie seine Mannschaft momentan in der Verbandsliga Süd.

Kein Lerneffekt: Wieder Gegentore nach Standardsituationen

Probates Mittel bei katastrophalen Platzverhältnissen: Standardsituationen. Schon bei der 0:5-Hinspielniederlage waren den Stormarnern die ruhenden Bälle zum Verhängnis geworden. Der Lerneffekt jedoch blieb aus. Tabellennachbar Rönnau reichten zwei Freistöße aus dem rechten Halbfeld, um in der ersten Hälfte den Grundstein für den Auswärtssieg zu legen. In der 18. Minute durfte Torge Facklam den Ball im Strafraum sogar noch annehmen und dann ungehindert in die Maschen dreschen. Zehn Minuten darauf kam Janick Loose ungestört zum Kopfball – 0:2.

„Die Mannschaft hat da nicht richtig agiert. Wir hatten eigentlich eine andere Formation angesagt“, kritisierte Prempeh. Mats Hamann mit einem direkt verwandelten Freistoß (59. Minute) und Facklam per Foulelfmeter (84.) erhöhten für die Gäste. Der SSV dagegen wurde kaum einmal gefährlich.

Vom eigenen Anspruch derzeit weit entfernt

Vom eigenen Anspruch, mit attraktivem Fußball oben mitzuspielen, sind die Pölitzer derzeit weit entfernt. In den letzten fünf Partien reichte es lediglich bei Schlusslicht Borussia Möhnsen zu einem Sieg (2:1). Der Vorsprung auf die Abstiegsregion beträgt weiterhin nur zwei Punkte. Muss der Blick nach unten gerichtet werden? Mitnichten, meint Prempeh: „Nein, das ist keine Frage. Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben.“ Auch die Leistung gegen Rönnau sei nicht schlecht gewesen. „Der Spielverlauf war unglücklich. Wenn die beiden Standards nicht reingehen, ist es ein ganz anderes Spiel.“

Hagen fehlen Ideen und Durchschlagskraft in der Offensive

Auf dem ersten Abstiegsplatz hängt weiterhin der TuS Hoisdorf nach dem 1:4 (0:2) gegen den SV Todesfelde II. Fabian Koch (89.) traf zum Endstand. Für die Gäste waren Henrik Schuldt (29.), Chris Hagemann (41.), Bendix Tietz (53.) und Philipp Möller (79.) erfolgreich. Enttäuschung auch an der Tabellenspitze: Der SSC Hagen Ahrensburg kam gegen den Leezener SC nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Die Führung durch Kevin Schmidt (12.) egalisierte Justin Hoffmann nur eine Minute später. Der SSC dominierte die ersatzgeschwächten Gäste mit viel Ballbesitz. In der Offensive aber fehlten Ideen und Durchschlagskraft.

Hagens grundsätzliches Problem mit defensiv ausgerichteten Gegnern wird immer dann zusätzlich verstärkt wenn der Toptorjäger fehlt. Alle seine Punktverluste kassierte der SSC Hagen, wenn Rico Pohlmann (zehn Saisontreffer) verletzt war. „Er fehlt vorne mit seiner Präsenz und Dynamik. Wenn das spiel eng ist, ist ein Wandspieler ganz wichtig und ein Spieler, der sich auch mal gegen zwei Verteidiger durchmogeln kann“, sagte Trainer Aydin Taneli.

Bargteheide dreht Rückstand in souveränes 6:2

Die Verfolger beendeten ihre Durststrecken mit Siegen. „Wir sind nach dem Rückstand konzentriert geblieben und haben am Ende souverän gewonnen“, sagte Trainer Kevin Bothstede nach dem 6:2 (3:2) seines TSV Bargteheide gegen Möhnsen. Bastian Bittermann (8., 32.) hatte die Gäste in Führung gebracht und später das Anschlusstor erzielt. Für klare Verhängnisse sorgten Louis Hinze (16.), Emil Chismatullin (25., 80.), Florian Henk (32.), Sandro Schönberger (55.) und Jan Luca Schulz (73.).

Die SG Elmenhorst/Tremsbüttel gewann dank starker erster Hälfte 4:0 (3:0) beim SSV Güster. Johan Habeck (5.), Jonas Fahrenkrog (13.) und Tim Westphal (40.) schossen die Mannschaft von Marco Schier deutlich in Führung. Güsters Max Meyer (55.) unterlief zudem ein Eigentor.

Eine sensationelle zweite Hälfte lieferte der SV Hamberge (Verbandsliga Süd-Ost) beim überraschenden 6:1 (0:0) gegen den VfL Vorwerk ab. Ole Schliesser (54., 80.), Tobias Teuber (64.), Marek Jasek (77., 81.) und Julian Wenzel (90.) erzielten die teilweise herrlichen Tore. Für den Tabellendritten traf nur Eike Schmidt (85.).

Tabelle Verbandsliga Süd: 1. SSC Hagen Ahrensburg 11 Spiele/30:9 Tore/24 Punkte, 2. WSV Tangstedt 9/19:7/23, 3. TSV Bargteheide 11/25:19/19... 5. SG Elmenhorst/Tremsbüttel 10/19:14/17... 9. SSV Pölitz 10/12:25/11, 10. TuS Hoisdorf 11/20:23/9...

Verbandsliga Süd-Ost: 1. Phönix Lübeck II 11/55:15/28... 9. TSV Lensahn 10/10:25/8, 10. SV Hamberge 10/15:21/7...

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