Basketball

Bargteheide Bees starten mit Heimsieg in die Saison

| Lesedauer: 5 Minuten
Arne Bachmann
Lukas Fleischhauer von den Bargteheide Bees springt höher als Moritz Luetke-Schwienhorst von der BG Hamburg-West.

Lukas Fleischhauer von den Bargteheide Bees springt höher als Moritz Luetke-Schwienhorst von der BG Hamburg-West.

Foto: JUERGEN NUPPENAU / Juergen Nuppenau

Bees gewinnen das erste Regionalliga-Spiel seit einem Jahr. Allerdings musste die Mannschaft ohne ihren Stamm-Trainer auskommen.

Bargteheide.  356 Tage hatte Said Ghalamkarizadeh darauf gewartet, endlich wieder bei einem Pflichtspiel seiner Basketballmannschaft an der Seite zu stehen. Doch noch bevor die Partie der TSV Bargteheide Bees begann, war der Coach schon wieder verschwunden. Den 69:64-Sieg in der 2. Regionalliga Nord gegen die BG Hamburg-West sah er erst im Nachhinein – im Internet.

Ein Fremdkörper im Auge hatte eine Operation nötig gemacht, die Folgen waren schmerzhaft. „Es ging einfach nicht“, sagte Ghalamkarizadeh später. „Aber wir haben das Spiel gewonnen, das ist das Wichtigste.“

Zunächst musste aber rasch ein neuer Coach her – oder ein altbekannter. Boris Heimann-Wendriner, Ghalamkarizadehs direkter Vorgänger, hatte die Stormarner zwischen 2014 und 2019 als Spielertrainer angeführt und aus der Bezirksklasse nach oben gebracht. Mittlerweile ist der 40-Jährige als Spieler bei der zweiten Mannschaft im Einsatz, wollte sich den Regionalliga-Auftakt in der Halle eigentlich als Zuschauer ansehen. Dann wurde er kurzerhand von der Tribüne in die Kabine befördert.

Auch Training war lange Zeit nicht möglich

„Er war vor vielen Jahren schon mein Trainer, wir kennen uns sehr lange und er kennt meine Spieler. Es hat mich sehr gefreut, dass er eingesprungen ist und er hat es gut gemacht“, sagte Ghalamkarizadeh, nachdem er sich das Spiel nachträglich auf Twitch angeschaut hatte. Auf der Streaming-Plattform werden die Partien der Bargteheider für Daheimgebliebene live übertragen und sind auch später noch abrufbar.

Für die Bees, den Gegner aus Hamburg und überhaupt alle Regionalligisten war es ein Kaltstart, wie es ihn im Basketball wohl noch nie gegeben hat. Wegen der Pandemie war die vorige Saison nach nur zwei Spielen abgebrochen worden, ein Jahr lang mussten die Teams pausieren. Auch Training war lange Zeit nicht möglich, vor dem Ligastart konnte der TSV nur ein Testspiel absolvieren. „Es war eine sehr schwierige Vorbereitung. Einige Spieler hatten nur zwei- oder dreimal trainiert“, sagte Ghalamkarizadeh. Es werde wohl noch bis Dezember dauern, bis sich das Team gefunden habe. Auch deshalb lautet das klare Saisonziel: Klassenerhalt.

Lange Pause war den Teams anzumerken

Umso wertvoller der erste Saisonsieg im ersten Spiel. „Das war doppelt wichtig. Nach so langer Zeit ist es einfach angenehm, mit einem guten Gefühl aus dem Spiel zu gehen. Jetzt haben wir vor den nächsten Spielen vier Wochen, die wir für Training nutzen können.“

Die lange Pause war beiden Teams deutlich anzumerken. Wechselhafte Phasen, Ballverluste und mäßiger Erfolg von der Freiwurflinie waren die logischen Folgen der nicht existenten Spielpraxis. Eine Ausnahmeerscheinung war Bargteheides Vincent Beckmann, der sich früh mit einigen Dreiern hervortat und sein Team zwischenzeitlich recht komfortabel in Führung brachte. Am Ende war der Forward mit 15 Punkten zweitbester Scorer der Stormarner.

Nach einem Rückstand das Spiel wieder gedreht

Zur Halbzeit lagen die Bees mit 38:33 vorn und behaupteten die Führung über lange Zeit, ohne sich dabei entscheidend absetzen zu können. „Die BG ist eine schwer zu spielende Mannschaft, sehr defensiv, mit einem guten Konzept“, sagte Ghalamkarizadeh. „Dagegen muss man sich erst mal durchsetzen, das ist gar nicht so einfach, gerade wenn man erst mal zueinander finden muss.“

Kurz vor dem Ende war die Führung plötzlich weg, die Hamburger lagen mit 64:63 vorn. Der Nervenstärke von Tobias Schümann war es zu verdanken, das die Partie nochmals kippte. Der Center steuerte in den Schlussminuten mit einem Dreier, einem Zweipunkt-Wurf und einem Freiwurf die letzten sechs Punkte bei. „Er hat es entschieden, am Ende war es aber ein Teamerfolg“, sagte Ghalamkarizadeh.

Nächstes Spiel ist erst in vier Wochen

In den kommenden Wochen werde er sich das Auftaktspiel noch „zwei oder dreimal anschauen“, sagte der Coach, der nun weitere vier Wochen auf sein erstes Pflichtspiel seit dann mehr als einem Jahr warten muss. Am 24. Oktober gastieren die Stormarner bei den Itzehoe Eagles II. Zum nächsten Heimspiel ist am 30. Oktober die BG Halstenbek/Pinneberg zu Gast.

Und Boris Heimann-Wendriner? Der Kurzzeit-Trainer war nach dem Regionalligaspiel gleich wieder in seiner üblichen Rolle im Einsatz, für die zweite Mannschaft in der Bezirksliga Süd: Zum 80:53-Erfolg gegen den SC Norderstedt II steuerte der Guard zehn Punkte bei.

Die Punkte des TSV Bargteheide erzielten: Tobias Schümann (17), Vincent Beckmann (15), Nicolas Schümann (10), Felix Geyer (6), Filip Marinkovic (6), Steffen Hönicke, Jacob Gäde (je 5), Patrick Thelen (3), Lukas Fleischhauer (2).

Tabelle 2. Regionalliga Nord: 1. Weser Baskets Bremen/BTS Neustadt, 2. Itzehoe Eagles II, 3. SC Rist Wedel II, 4. Blau-Weiß Ellas, 5. TSV Bargteheide (alle 1 Spiel/2 Punkte), 6. EBC Rostock II (0/0), 7. BG Hamburg-West, 8. BG Halstenbek/Pinneberg, 9. Bramfelder SV, 10. TSV Kronshagen, 11. TuRa Harksheide (alle 1/0)

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport