Fussball-Oberliga

7:1 – SV Eichede deklassiert Preußen Reinfeld im Derby

| Lesedauer: 4 Minuten
Arne Bachmann
Richard Arndt (SV Eichede) läuft Lasse Czeschel (SV Preußen Reinfeld) davon.

Richard Arndt (SV Eichede) läuft Lasse Czeschel (SV Preußen Reinfeld) davon.

Foto: JUERGEN NUPPENAU / HA

Klare Verhältnisse beim Stormarnderby der Oberligafußballer. Das Ergebnis hätte sogar noch höher ausfallen können.

Steinburg.  Erdrutschsieg am Wahlsonntag: Durch ein 7:1 (4:0) gegen Preußen Reinfeld hat der SV Eichede die Machtfrage in Fußball-Stormarn einmal mehr deutlich geklärt. Weil die Steinburger somit in der Tabelle um drei Punkte zulegten und auch dort die Spitzenposition untermauerten, gilt momentan im Landkreis wie in der Oberliga Süd: Hier regiert der SVE.

Schon die Kreispokalendspiele im vergangenen Jahr (5:1) und im vergangenen Juli (4:0) waren so einseitig verlaufen, dass keine echte Derbystimmung aufkommen konnte. Die Zeiten, in denen Eichede vor den zwar weniger talentierten aber immer kampfstarken Reinfeldern großen Respekt haben musste, sind offenbar vorbei. Passend dazu das Statement des 22-jährigen Jonathan Stöver: „Schon im Finale war es ein deutlicher Klassenunterschied und das hat man auch heute wieder gesehen“, sagte Eichedes Spielmacher und fügte an: „Wir wussten, wenn wir früh ein-, zwei-, dreimal treffen, kommt nicht mehr viel von denen.“

Rund 250 Zuschauer waren dabei

Stöver lieferte damit eine freche aber völlig zutreffende Kurzanalyse. Für die 252 Zuschauer war es – je nach Vereinszugehörigkeit – begeisternd oder erschreckend zu sehen, wie schnell und mit welchen Mitteln Eichedes junge Offensivreihe kurzen Prozess mit dem Gegner machte. Mika Clausen lupfte herrlich hinter die Abwehrkette, Tino Arp nahm den Ball brillant an und vollstreckte mit Hilfe des Innenpfostens (12. Minute). Stöver fand aus ähnlicher Position mit seinem Flachpass Vico Dombrowski, der ebenfalls souverän vollstreckte (15.). Der wiederum freigespielte Dombrowski legte von der Grundlinie zurück auf Arp, der ein dekoratives Tänzchen einbaute und als er davon genug hatte, einfach einschoss (18.). Erneut Clausen legte in den Lauf Dombrowskis, der lässig ins lange Eck traf – 4:0 in der 27. Minute. Innerhalb von einer Viertelstunde hatte der SVE einen himmelweiten Qualitäts- und leider auch Mentalitätsunterschied sichtbar gemacht.

Dass es der SVE in der Folge vergleichsweise locker angehen ließ, darüber waren sich nach der Partie alle einig. Mit voller Konzentration hätten die Rot-Weißen wohl einen zweistelligen Sieg einfahren können. Sie beließen es nach dem Seitenwechsel bei einem Kopfballtor durch Richard Arndt (46.) und einem Doppelpack von Stöver (73., 82.). Den einzigen fußballerischen Glanzpunkt der Reinfelder setzte Dennie Lie mit einem schönen Freistoß zum zwischenzeitlichen 1:5 (62.). Was es sonst noch Positives über die Gäste zu bemerken gab, waren die klaren Worte nach dem Debakel. „Es war erschreckend“, sagte Kapitän Patrick Ellenberger. „Die Trainer haben uns vernünftig eingestellt. Wir Spieler müssen uns ankreiden, dass wir besonders in der ersten Halbzeit alles haben vermissen lassen, was in einem normalen Fußballspiel schon angebracht wäre und erst recht in so einem Derby.“ Und weiter: „Wir hatten in keinem Zweikampf Körperkontakt, wir sind immer zu spät gewesen. Das ist bitter und ernüchternd, weil wir dachten, inzwischen besser zu sein als im Pokalfinale.“

Deutliche Analyse von Reinfelds Trainer

Trainer Jan-Christian Hack wurde ebenso deutlich: „Die erste Halbzeit war eine Katastrophe, das hat uns selbst verwundert, wie wir da gegen den Ball gearbeitet haben. Wenn Eichede 100 Prozent gegeben hätte, hätten wir noch drei, vier Gegentore mehr kassiert. Nicht in die Zweikämpfe gekommen, überhaupt keine Laufbereitschaft - wenn es an den Grundtugenden fehlt, braucht man sich über Taktik überhaupt nicht zu unterhalten. Wir haben heute kein Derby gesehen.“

Beim SV Eichede herrschte große Zufriedenheit. „Wir haben es lange Zeit spielerisch stark und wirklich konsequent gemacht, taktisch abgewartet und die Umschaltsituationen ganz einfach und ohne Schnickschnack ausgespielt“, lobte Trainer Denny Skwierczynski. „Das war konsequent und zielstrebig. Am Ende hätte ich gern ein bisschen mehr Elan Richtung gegnerisches Tor gesehen.“

SV Eichede: Gevert – Reimers, Ostermann (68. Hintz), Pichelmann – Clausen (63. Steinfeldt), Rathjen – Arndt, Stöver, Wittig (37. Lahrtz) – Arp (63. Albrecht), Dombrowski (63. Plate)

SV Preußen Reinfeld: Zimmermann – Ellenberger, Cloppat, Grimm, Biermann (33. Vogel) – Bojarinow – Möller (46. Mickeleit), Hackbarth (33. Lie) – Bosbach (33. Izawa) – L. Czeschel, Rönnau (63. Wurst)

Tabelle Oberliga Süd: 1. SV Eichede 5 Spiele/23:3 Tore/13 Punkte, 2. SV Todesfelde 4/13:5/10... 7. SV Preußen Reinfeld 6/5:15/6... 9. Eutin 08 5/3:10/3

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport