Leichtathletik

„Endlich wieder eine richtige Kreismeisterschaft“

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Arne Bachmann
So voll war eine Sportanlage bei Leichtathletik-Kreismeisterschaften schon lange nicht mehr. Fast 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene waren in Ahrensburg am Start.

So voll war eine Sportanlage bei Leichtathletik-Kreismeisterschaften schon lange nicht mehr. Fast 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene waren in Ahrensburg am Start.

Foto: JUERGEN NUPPENAU / HA

189 Athleten bei Mehrkampf-Wettbewerben in Ahrensburg. Luca Kuschel und Lena Kerkloh gewinnen Titel bei Männern und Frauen.

Ahrensburg. Ein gewonnener Mehrkampf war noch nicht Bewegung genug. Am Abend kickte Jacob Maaß im Garten, die Freude über seinen Erfolg bei den Kreismeisterschaften noch in den Beinen. „Im Sprinten und Springen war ich nicht so gut drauf, aber der weite Wurf hat mich gerettet“, sagte der Elfjährige, der Anfang des Jahres in die Leichtathletik-Sparte des TSV Trittau eingestiegen war. „Das hat Spaß gemacht. Es war mein erster Wettkampf überhaupt und da bin ich schon stolz auf mich, dass ich gleich den ersten Platz in meiner Altersgruppe gemacht habe.“

Ein, zwei Wettkämpfe in einer ganzen Saison, so geht es derzeit vielen Athleten in der Region. Schon vor der Pandemie war es für Vereine aufwendig genug, Wettkämpfe zu organisieren, Corona hat das zusätzlich erschwert. Die Mehrkampf-Kreismeisterschaften beim Ahrensburger TSV waren eine der ganz wenigen Gelegenheiten in diesem Jahr, und so gingen die Teilnehmerzahlen durch die Decke und sorgten für helle Freude bei Verein und Verband.

Sogar aus Hildesheim sind Sportler angereist, um außer Konkurrenz zu starten

Sogar aus anderen Kreisen, aus anderen Bundesländern kamen Sportler angereist, um außer Konkurrenz anzutreten. Sieben Athleten kamen aus Hildesheim, aus Stormarn waren praktisch alle Vereine vertreten, in denen Mehrkampf betrieben wird. Insgesamt nahmen 189 Athleten teil.

„Endlich mal wieder eine richtige Kreismeisterschaft“, sagte Organisator Heiner Bock vom Ahrensburger TSV und jonglierte mit weiteren Zahlen: „Wir hatten teilweise Kreismeisterschaften mit einem Starter in bestimmten Altersklassen. Jetzt bin ich begeistert von der Teilnehmerzahl. 170 Athleten aus dem Kreis sind gekommen, das haben wir schon lange nicht mehr gehabt.“ Den größten Teil steuerte der ATSV mit 54 Sportlern bei. Aber auch andere Vereine wie die TSV Reinbek (35), der TSV Trittau (28) und der SV Großhansdorf (24) waren stark vertreten. Der Nachholbedarf an und die Freude über Wettkämpfe lag bei bestem Wetter förmlich in der Luft.

Allein der ausrichtende ATSV stellte 54 Teilnehmer

„Es gibt nicht viele Angebote, weil viele Vereine noch sehr vorsichtig sind“, sagte Bock. „Ich mache das seit 40 Jahren und habe ein tolles Helferteam. Aber Corona sorgt natürlich für Schwierigkeiten. Man guckt während der Vorbereitung immer wieder auf die Zahlen, die Hygienemaßnahmen und Formalitäten sind aufwendig.“ Doch Bock sieht die Vereine in der Pflicht, auch über die zwei Kreismeisterschaften pro Jahr hinaus Wettkämpfe zu organisieren. „Wenn man unsere Sportart oben halten will, muss man etwas tun. Sonst brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Kinder vor dem Computer sitzen.“ Wettkämpfe seien die Highlights für Jugendliche, Erwachsene und Trainer. „Ballsportler haben jede Woche ein Spiel, Leichtathleten sind von den Angeboten abhängig. Diesen Nachteil müssen wir ausgleichen, indem wir Wettkämpfe organisieren.“

Ahrensburger Luca Kuschel holt Titel bei den Männern

Kreismeister der Männer wurde der 21-jährige Luca Kuschel vom ATSV vor Yannick Bier (TSV Bargteheide) und Fabian Papke (LG Reinbek/Ohe). Kuschel kam im Weitsprung auf 5,94 Meter, im Speerwurf auf 40,30 Meter und im Diskuswurf auf 35,54 Meter. Die 200 Meter legte er in 24,76 Sekunden und die 1500 Meter in 5:11,74 Minuten zurück und kam somit auf 2.715 Punkte.

Für Bock war der Erfolg seines Schützlings eine besondere Freude. „Er ist seit 15 Jahren ein Beispiel für Konstanz, ist mit enormem Engagement dabei, was seine Leistungsentwicklung betrifft, aber auch als Helfer im Verein“, sagte Kuschels Trainer. „Obwohl er mit seiner Berufsausbildung angefangen hat, kommt er abends noch auf den Trainingsplatz, er bringt tolle Leistungen und übertrifft dabei die Erwartungen.“ Kuschels größtes Plus ist die Technik. Bock: „Wenn man nach der B-Note bewerten würde, wäre er in jedem Wettkampf ganz vorn.“

Bei den Frauen gibt es Reinbeker Dreifacherfolg

Bei den Frauen jubelte die LG Reinbek/Ohe über einen Dreifachsieg. Lena Kerkloh gewann mit starken 3414 Punkten. Sie sprang 1,64 Meter hoch und 5,46 weit und stieß die Kugel auf 9,32 Meter. Die 100 Meter absolvierte sie in 12,98 Sekunden, die 800 Meter in 2:30,61 Minuten. Zweite wurde Hanna Rummelhagen vor Miriam Papke.

Auch der Vorsitzende des Kreis-Leichtathletik-Verbands zog ein positives Fazit: „Es war sehr zufriedenstellend und auch speziell, dass so viele Athleten aus ganz Stormarn gekommen sind“, sagte Manfred Hamann. Nun hoffe er, dass auch der nächste Wettkampf in zwei Wochen stattfinden könne. Dann stehen in Reinbek die Kreismeisterschaften der Schüler an.

Alle Ergebnisse: www.klv-stormarn.de.

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