Fussball-Verbandsliga

SSC Hagen Ahrensburg jubelt, SV Hamberge grübelt

| Lesedauer: 5 Minuten
Arne Bachmann
Rico Pohlmann (Mitte) schirmt den Ball gegen Rönnaus Lasse Koth ab. Brian Techen (r.) läuft in Position.

Rico Pohlmann (Mitte) schirmt den Ball gegen Rönnaus Lasse Koth ab. Brian Techen (r.) läuft in Position.

Foto: Henrik Bagdassarian

Zum Saisonstart in der Fußball-Verbandsliga unterstreichen die Ahrensburger ihre Ambitionen. Auch Pölitz und Bargteheide siegen.

Ahrensburg. Nach der langen Corona-Pause sind die Verbandsligafußballer in die neue Saison eingestiegen. Zwischen Zufriedenheit, Aufbruchstimmung und Ernüchterung changiert die Stimmung bei den Klubs aus Stormarn, zwischen Aufstiegshoffnung, Ungewissheit und Abstiegsangst. Ein Überblick.


SSC Hagen siegt solide:
Der ambitionierteste Verbandsligist aus dem Kreis hat seine Ziele mit einem verdienten Auftakterfolg unterstrichen. „Ich bin zufrieden, dass wir positiv mit drei Punkten gestartet sind und ich bin zufrieden mit unserer ersten Halbzeit“, sagte Trainer Aydin Taneli nach dem 2:0 (1:0) gegen den SC Rönnau. Im ersten Durchgang bestimmten die Ahrensburger die Partie und gingen folgerichtig durch David Kyas (40. Minute) in Führung. „Wir haben es spielerisch so gut gelöst, dass der Gegner keine Lösung gefunden hat“, sagte Taneli. „In der zweiten Hälfte sah es anders aus, die ersten 20 Minuten sind uns flöten gegangen, wir hatten nicht mehr die Ideen im Spielaufbau.“

Solche Phasen seien aber normal, gerade nach der langen Pause. „Man muss erst mal das Gefühl wiederfinden. Für uns war wichtig, die Punkte zu holen und dabei vernünftig aufzutreten. Das ist uns in Phasen gelungen.“ Zunächst verpasste Stürmer Rico Pohlmann die Vorentscheidung, als er mit einem Foulelfmeter am gegnerischen Torwart Matthies Meyer scheiterte (63.). Zum Endstand traf dann Jurek Keller (85.).


Pölitz grüßt von oben:
Der erste Tabellenführer der neuen Saison in der Verbandsliga Süd kommt aus Stormarn. Der SSV Pölitz, der als Saisonziel ausgab, oben mitzuspielen, fertigte die zweite Mannschaft des SV Todesfelde mit 4:0 (2:0) ab – obwohl bei den Gästen einige Spieler mit Oberliga-Erfahrung aufliefen. Ecedeo de Oliveira Pereira (18.), Ferry Peters (28.), Luca Kähler (57.) und Jonas Klaus (68.) schossen das Team von Marvin Prempeh an die Spitze.

Auch Bargteheide jubelt: Der TSV Bargteheide verkraftete bei seinem 3:2 (2:1) über den Leezener SC einen Fehlstart in das Spiel und die Saison. Jannis Rieger (8.) konterte das frühe Gegentor durch Marc Kuhlmann (4.) fast postwendend und David Timmermann besorgte in der 24. Minute die Führung. Lenn Postel (68.) erhöhte, Leezen traf durch Tobias Neumann erst in der Schlussminute zum Endstand. Dem TSV steht nun eine spezielle Woche bevor. Am Mittwoch (25. August, 18.45 Uhr) steht ein Auswärtsspiel im Pokalwettbewerb „Meister der Meister“ an. Gegner ist die dritte Mannschaft des TSV Gudow (Kreisklasse B).

Hoisdorf verliert Kreisduell: Trotz der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den WSV Tangstedt war beim TuS Hoisdorf fast schon Erleichterung zu spüren. „Da war auf jeden Fall viel Positives dabei, es war eine erhebliche Steigerung zu den Testspielen“, sagte Trainer Yilmaz Ince. „Die junge Mannschaft braucht einfach noch ein Jahr, um die Konstanz reinzukriegen und auch in solchen engen Spielen zu punkten.“ Den Unterschied machte der Treffer von Mika Könemann eine Viertelstunde vor Schluss.

Hamberges Kommunikationsproblem: Als einziger Stormarner Verein spielt der SV Hamberge in der Verbandsliga Süd-Ost, startete mit einer 2:4 (1:1)-Niederlage gegen den TSV Gremersdorf. Roland Giering hatte nach der Partie viel zu sagen. Enttäuschung herrsche nicht unbedingt, sagte der Trainer. „Aber Ernüchterung auf alle Fälle.“ Gremersdorf habe zwar gut gespielt, aber zu dem Ergebnis habe sein eigenes Team mehr beigetragen als der Gegner. Den vier Gegentreffern durch Artem Winter (11., 90.), Rune-Filip Jaekel (59.) und Jonas Kock (61.) seien jeweils „kapitale Fehler“ vorausgegangen, sagte der Coach. „Wir wissen jetzt gleich, worum es in diesem Jahr wieder nur gehen wird, das wird der Kampf um den Klassenerhalt sein. Bei vielen ging der Blick wohl schon Richtung gesichertes Mittelfeld, aber dieses Spiel hat uns deutlich gezeigt, dass wir noch nicht so weit sind.“

Die groben Fehler machten alle Möglichkeiten auf einen Sieg zunichte, da half auch der Doppelpack von Pascal Thater (2., 88.) nicht. Doch wie kann der SVH die Fehler abstellen? „Das ist die Frage, die ich mir stelle“, sagte Giering. „Das Problem begleitet uns schon durch die Vorbereitung.“

Ein Grund seien „Kommunikationsfehler auf dem Platz“, sagte Giering. „Wir sind als Mannschaft zu ruhig, helfen uns in gewissen Situationen zu wenig. Das sprechen wir immer wieder an, versuchen auch im Training Lautstärke auf den Platz zu kriegen. Dass es im Spiel nicht klappt, ist ernüchternd.“

Natürlich komme dabei auch die Tragödie aus dem Juli und ihre Folgen zum Tragen, betonte der Trainer. Der Hamberger Tim Braun, der in der dritten Mannschaft spielte, war nach einem Vorbereitungsturnier in Dissau gestorben. „Wir haben dann ja ein Benefizturnier veranstaltet, haben dadurch fünf Testspiele abgesagt. Das war dann natürlich keine optimale Vorbereitung“, so Giering. „Es mangelte nicht am Einsatz, aber durch diese ungeplanten und ungewollten Unterbrechungen stehen wir nicht da, wo wir sein wollten. Wie müssten irgendwo bei 90 Prozent sein, sind jetzt eher bei 70. Diese fehlenden Prozente können im Spiel ausschlaggebend sein.“

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