Fußball

SV Eichede holt Trainer Michael Clausen zurück

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Arne Bachmann
Zuletzt jubelte Michael Clausen als Trainer beim SV Preußen Reinfeld. Nun kehrt er nach Eichede zurück.

Zuletzt jubelte Michael Clausen als Trainer beim SV Preußen Reinfeld. Nun kehrt er nach Eichede zurück.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Der 63-Jährige beendet seine Fußballpause mit einem Engagement bei den B-Junioren des SVE – obwohl der Club ihn 2016 feuerte.

Steinburg. Michael Clausen kehrt zurück in den Nachwuchsbereich des SV Eichede. Der 63-Jährige setzte sich bei den Stormarnern gegen fünf andere Kandidaten durch und übernimmt ab kommender Saison den Cheftrainer-Posten der B-Junioren. Der bisherige U17-Coach Patrick Matysik wird seine Tätigkeit künftig aus beruflichen Gründen auf den Scouting-Bereich konzentrieren.

Damit kehrt Clausen im Sommer aus seiner Fußballpause zurück. Zuletzt trainierte er sehr erfolgreich Eichedes Oberligakonkurrent Preußen Reinfeld, legte das Amt aber im Januar 2020 aus familiären Gründen nieder. Nachdem er nach eigenen Angaben vier Angebote anderer Clubs ausschlug, einigte er sich nun mit dem SVE zunächst auf einen Einjahresvertrag. „Ich habe wieder Zeit und Energie für etwas Neues“, sagte Clausen.

Einige aktuelle Ligaspieler hat er schon in der Jugend trainiert

Der A-Lizenz-Inhaber trainierte früher unter anderem die Frauenmannschaft des FFC Oldesloe und war als Nachwuchskoordinator für den VfB Lübeck aktiv, ehe er 2013 erstmals beim SV Eichede anheuerte. Mit Marcel Gevert und Niko Hasselbusch trainierte er unter anderem zwei heutige Ligaspieler in der C-Jugend. In der Saison 2014/15 übernahm der Gymnasiallehrer aus Bargteheide die Verantwortung für die A-Junioren. Mit den aktuellen Ligaspielern Mats Facklam und Evgenij Bieche gelang der Aufstieg in die Regionalliga Nord.

Auch der Klassenerhalt in der Regionalliga wäre damals höchstwahrscheinlich geglückt, doch seine Amtszeit endete vorzeitig mit einem Knall. Nach Differenzen, unter anderem über die Abstellung Bieches zum Eicheder Herrenteam, feuerte der SVE den Trainer kurz vor Saisonende. Ein ungewöhnlicher Fall.

Die alten Streitigkeiten sind vergessen

Fast fünf Jahre ist das her. Offenbar für beide Seiten lang genug, um die alten Streitigkeiten zu vergessen. Eichedes Vorsitzender Olaf Gehrken sagte, für ihn habe die damalige Trennung aktuell keine Rolle mehr gespielt: „Wenn ich nicht mehr mit Leuten arbeiten würde, mit denen ich in Sachthemen Probleme hatte, würden nicht mehr viele nachbleiben.“ Clausen sieht das ähnlich. „Solche Situationen gehören zum Trainerdasein dazu.“ Zudem sei die Konstellation im Verein nicht mehr dieselbe wie 2016. Damit spielte er auf den damaligen Liga-Trainer Oliver Zapel an, mit dem er vor seiner Entlassung aneinandergeraten war. „Dass der Verein jetzt wieder auf mich zugetreten ist, zeigt mir, dass man meine Qualitäten sieht.“

Diese Qualitäten beschreibt Gehrken so: „Für Michael stehen die zwischenmenschlichen Werte an erster Stelle. Ihm geht es darum, mit einem guten, respektvollen Miteinander fußballerisch das Optimum zu schaffen. Er kann Menschen erreichen und für eine gemeinsame Sache gewinnen, und verbindet das mit seinem großen Fachwissen.“

Viele hatten damit gerechnet, dass Clausen nach seiner Pause nach Reinfeld zurückkehren würde. Dort sind inzwischen aber alle Funktionen besetzt. Also griff der SVE zu und sieht sich im Jugendbereich nun besser aufgestellt denn je. Mit A-Lizenzinhaber Clausen, dazu Thomas Runge (A-Lizenz) in der A-Jugend, Martin Steinbek (Elite-Lizenz) in der C-Jugend und Björn Manke (Elite-Lizenz) in der D-Jugend seien „die Schlüsselpositionen im Nachwuchsbereich qualitativ in einer Art und Weise besetzt, wie wohl noch nie zuvor in der Vereinshistorie“, sagte Gehrken. „Wir wollen einmal mehr unterstreichen: Keimzelle unseres Vereins ist der eigene Nachwuchsbereich.“

Mit dem Nachwuchs möchte Clausen in die Regionalliga

Das hat auch Clausen – nach einigen Tagen Bedenkzeit – überzeugt. „Eichede ist ein Verein, der in ganz Schleswig-Holstein seit Jahren eine Vorbildfunktion innehat, was die Jugendarbeit anbelangt“, sagt er. „Das ist in Eichede die Basis, von der immer wieder die Ligamannschaft zehrt.“ Außerdem sei es reizvoll, viele der besten Jugendspieler Stormarns weiterzuentwickeln. Mit seiner neuen Mannschaft möchte Clausen „möglichst weit oben landen, im Idealfall in die Regionalliga aufsteigen.“ Das sei für einen stabilen Unterbau für die Herrenmannschaft wichtig. „Wer im Jugendbereich nicht Regionalliga gespielt hat, braucht für ihre Entwicklung im Herrenbereich deutlich länger.“

Aktuell ist der SVE allein durch die A-Junioren von Trainer Runge in der Regionalliga vertreten. Kürzlich ist das Team wieder ins (kontaktlose) Training eingestiegen und muss sich nach wie vor bereithalten. Denn der Norddeutsche Fußball-Verband hofft noch darauf, die unterbrochene Saison trotz der Pandemie durchbringen zu können. Eichedes für die Ostertage terminierte Partien beim VfB Lübeck und gegen den Eimsbütteler TV II wurden allerdings inzwischen wieder abgesetzt. Demnach wäre der JFV Nordwest am 10. April der nächste Gegner. Doch auch dieser Termin dürfte kaum zu halten sein.

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