Corona

Stormarn: Vorsichtige Freude über Lockerungen im Sport

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Arne Bachmann
Vor allem für die Kinder sei die Rückkehr in den Trainingsbetrieb wichtig, sagen die Vereinsvertreter.

Vor allem für die Kinder sei die Rückkehr in den Trainingsbetrieb wichtig, sagen die Vereinsvertreter.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Stormarns Vereine öffnen teilweise die Sportanlagen. Training ist wieder erlaubt – allerdings mit klaren Einschränkungen.

Ahrensburg.  Stormarns Sportvereine haben mit einer vorsichtigen Öffnung begonnen. In der zweiten März-Woche waren die von der schleswig-holsteinischen Landesregierung beschlossenen Lockerungen in Kraft getreten. Besonders für Kinder und Jugendliche sind das erleichternde Neuigkeiten nach monatelangem Stillstand.

Halbwegs stabile beziehungsweise sinkende Inzidenzzahlen vorausgesetzt, gilt in Schleswig-Holstein bis vorerst zum 28. März:

Erwachsene können draußen in Gruppen mit bis zu zehn Personen kontaktfreien Sport betreiben

- Unter freiem Himmel können bis zu 20 Kinder (bis 14 Jahre) kontaktfrei und unter Anleitung eines Übungsleiters sowie mit Kontaktdatenerhebung in festen Gruppen Sport treiben. Die jungen Sportler sind somit zwar noch klaren Einschränkungen ausgesetzt, können aber wieder gemeinsam mit ihrem Clubkameraden in ein regelmäßiges Vereinsleben einsteigen. Das hat für die allermeisten Vereine oberste Priorität.

- Erwachsene können außerhalb geschlossener Räume in Gruppen mit bis zu zehn Personen kontaktfreien Sport betreiben – also beispielsweise Fitness, aber auch Ballsportarten ohne Zweikämpfe. Größere Mannschaften, die sich im Winter nur über Konferenzen im Internet sehen konnten, dürfen also immerhin in Kleingruppen wieder zusammenkommen.

- Darüber hinaus gilt: Sportausübung gemeinsam mit im selben Haushalt lebenden Personen oder einer anderen Person möglich.

Vereine und Gemeinden öffnen erste Sportanlagen

- In großen Räumen und Hallen dürfen unter Voraussetzungen auch mehr Personen Sport treiben. Faustregel: mindestens 80 Quadratmeter Fläche pro Person. Innerhalb geschlossener Räume und grundsätzlich beim Kindersport müssen Hygienekonzepte vorliegen und Kontaktdaten erhoben werden.

Viele Sportvereine und Gemeinden haben bereits reagiert. So öffnete die Kreisstadt Bad Oldesloe in dieser Woche wieder die Sportanlagen auf dem Exer, die Skateanlage, den Dirtpark und den Streetworkout-Platz. Bürgermeister Jörg Lembke verband die erfreulichen Neuigkeiten mit einem deutlichen Appell: „Bei der Öffnung der Sportanlagen setzen wir auf die Einhaltung der Regeln durch die Sportler“, sagte er. Dabei sei auch eine gegenseitige Sensibilisierung gefragt. „Sollten wir bei unseren Überprüfungen Verstöße feststellen, wird erneut eine Schließung der jeweiligen Anlage in Betracht gezogen.“

VfL Oldesloe greift auf bereits bestehende Hygienekonzepte zurück

Auch die verschiedenen Sportanlagen des VfL Oldesloe werden wieder geöffnet. Dabei könne der Verein auf die bereits bestehenden Hygienekonzepte zurückgreifen, sagte die Vorsitzende Gudrun Fandrey. „Natürlich wollen wir auch unseren Hallensportlern die Möglichkeit geben, draußen zu trainieren. Dazu laufen noch Gespräche.“

Ähnliche Herausforderungen hat auch der Ahrensburger TSV zu bewältigen. So muss die Fußballabteilung die Felder auf dem Stormarnplatz nicht nur wie üblich mit dem FC Ahrensburg und den Roter Stern Kickers teilen. Pressewart Jens Gohlke sagte: „Die Organisation wird dadurch erschwert, dass wir ein Großverein sind. Die Handballer haben schon für die Außenplätze angefragt, vielleicht folgen auch die Basketballer.“ Die Aufgabe habe der Verein aber in einer vergleichbaren Situation im vergangenen Jahr schon gut gelöst. „Wir Fußballer wissen, dass wir ein Privileg haben. Wir stehen den anderen Abteilungen wohlwollend gegenüber und werden die Aufteilung auch diesmal gut hinbekommen.“ Ab dem heutigen Donnerstag sind die Trainingsplätze des ATSV wieder geöffnet. Noch seien einige Detailfragen zu klären, berichtet auch der Vorsitzende des TSV Glinde, Joachim Lehmann. Der Club hat bereits für zahlreiche Mitglieder verschiedener Abteilungen Anlagen und Räume geöffnet. Der Belegungsplan für den Kunstrasenplatz ist fertig. Auch Tennis, Tischtennis, Tanzen, Fitness, Leichtathletik und Jiu Jitsu können schon wieder betrieben werden, jeweils unter strengen Voraussetzungen.

Glindes Vorsitzender mahnt, Regeln sehr ernst zu nehmen

Lehmann mahnte, nicht nach möglichen Schlupflöchern zu suchen, sondern Regeln und Infektionsgeschehen sehr ernst zu nehmen. „Mir persönlich bereiten die Infektionszahlen Kopfzerbrechen. Dadurch, dass ich in der Pflege arbeite, erlebe ich die Pandemie extremer als viele andere.“

Trotzdem sei die Öffnung vor allem für die jungen Sportler „zwingend notwendig“, sagte Lehmann. Dem schlossen sich viele Vereinsvertreter an. „Wir sind sehr froh, dass sich die Kinder wieder ordentlich bewegen können, auch wenn wir alle fünf Meter Hütchen aufstellen, um den Abstand untereinander zu wahren“, sagte Thomas Linnekogel, Hockeytrainer beim THC Ahrensburg.

Olaf Gehrken, Vorsitzender des reinen Fußballvereins SV Eichede, meinte: „Dass wir gemeinsam wieder aktiv werden können, ist das A und O. Die sportlichen Wettbewerbe und weiteren Trainingsinhalte stehen erst mal hinten an.“

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