Badminton

Trittaus Start in die schwierigste Bundesliga-Saison

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Arne Bachmann
Der Ungar Gergely Krausz ist einer der wenigen ausländischen Spieler, den die Trittauer zum Saisonstart aufbieten können.

Der Ungar Gergely Krausz ist einer der wenigen ausländischen Spieler, den die Trittauer zum Saisonstart aufbieten können.

Foto: Thomas Jaklitsch

Mannschaft muss am Sonntag im Auswärtsspiel gegen den BC Wipperfeld auf mehrere Spieler verzichten. Der Grund ist die Corona-Pandemie.

Trittau.  Während die Corona-Zahlen deutschlandweit und in vielen anderen Staaten steigen, beginnt die Badminton-Bundesliga. Im vergangenen März war die Saison 19/20 ohne Wertung abgebrochen worden. Nun geht es wieder los und die Pandemie nimmt bereits massiv Einfluss auf die Aufstellungen mehrerer Clubs, so auch beim TSV Trittau.

Abteilungsleiterin glaubt nicht an reguläres Saisonende

„Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass man die Saison zu Ende spielen kann“, sagt Trittaus Abteilungsleiterin Sabina Persson. Warum viele Legionäre der Stormarner beim Saisonauftakt fehlen, welche Spieler neu im Team sind und wie viele Zuschauer zu den Heimspielen kommen dürfen – die Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn beantwortet die wichtigsten Fragen.

Zu- und Abgänge:

Einzelspielerin Priskila Siahaya verabschiedete sich nach vier Jahren, in denen sie für Trittau 51 ihrer 68 Solomatches gewann. Die Indonesierin zog von Trittau nach Hamburg und geht künftig für den BC Bischmisheim in Saarbrücken auf Titeljagd. „Mit Bischmisheim können wir finanziell einfach nicht mithalten“, sagt Sabina Persson über den Abgang der Topspielerin.

Auch der starke Russe Sergej Sirant war für die Stormarner nicht mehr zu finanzieren. Außerdem trennte sich der Club von Sirants Landsmann Rodion Kargaev, dem Finnen Oskari Larkimo und David Jones aus England. Große Hoffnungen ruhen auf der indonesischen Nationalspielerin Isra Faradilla, die nach Trittau gezogen ist und Siahaya ersetzen soll. Persson: „Sie ist mindestens so stark und vor allem flexibler, da sie auch im Doppel eingesetzt werden kann.“

Für den Doppel- und Mixed-Bereich kamen zudem die Barsbüttelerin Emma Moszczynski und der Engländer Tom Wolfenden. Für den Einzelbereich hat der TSV neben dem Belgier Julien Carraggi außerdem einen Olympia-Teilnehmer von 2016 verpflichtet: Der 29-jährige Mexikaner Lino Muñoz soll die neue Nummer eins werden und kann bei Bedarf auch im Doppel eingesetzt werden.

Saisonziel und Konkurrenz:

Ein starker neuer Einzelspieler und eine richtig gute Besetzung auf der Damenseite – mit diesem Kader könnten die Stormarner allemal die Teilnahme an den Play-offs anpeilen, zumal einige Trittauer bei den bereits durchgeführten nationalen Ranglistenturnieren ihre starke Form unter Beweis stellten.

„Wäre es eine normale Situation, könnten wir wohl oben mitspielen. Aber im Moment kann man ganz schwer etwas vorhersagen“, spricht Persson die besonderen, pandemiebedingten Umstände an. Viele Legionäre können oder dürfen gar nicht einreisen. „Die Gewinner der Krise sind die finanziell gut aufgestellten Vereine, die sich gute deutsche Spieler leisten können“, sagt die Abteilungsleiterin.

Topfavorit auf den Titel ist wieder der BC Bischmisheim, aber auch Trittaus erster Gegner BC Wipperfeld hat Ambitionen angemeldet. Neu in der Liga sind die Aufsteiger SG Schorndorf und SV GutsMuths Jena.

Ausfälle:

Neuzugang Muñoz muss noch einige Zeit auf sein Debüt für die Trittauer warten. Er hängt aktuell in Spanien fest, kann nicht zurück in seine dänische Trainingseinrichtung, da seine Föderation mit der Zahlung in Rückstand ist. Würde Muñoz in der Deutschen Bundesliga spielen, müsste er sich danach für 14 Tage in Quarantäne begeben. Das gilt auch für die englischen Spieler. Beim TSV sind davon Jessica Hopton, Hope Warner und Matthew Clare betroffen. Neuzugang Wolfenden stünde zwar bereit, die Anreise von seinem Wohnort Liverpool zum ersten Spiel in Wipperfeld wäre aber zu aufwändig. Die Finnin Inalotta Suutarinen muss ebenfalls wegen aktueller Corona-Bestimmungen zu Hause bleiben.

Aufgebot im ersten Spiel:

Kommt nichts mehr dazwischen, reisen die Stormarner mit den in Norddeutschland wohnenden Moszczynski, Faradilla, Jonathan Strehse, dem eigentlich für die zweite Mannschaft spielenden Alexander Strehse sowie dem Belgier Carraggi und dem Ungarn Gergely Krausz nach Nordrhein-Westfalen.

„Das geht gerade so eben“, sagt Sabina Persson. „Aber ich rechne mir nicht so viele Chancen aus.“ Die Gastgeber haben sich hochkarätig verstärkt, gehen als klarer Favorit in die erste Begegnung, die am Sonntag, 14 Uhr, beginnt. Einen Liveticker gibt es auf https://b.aufschlagwechsel.de.

Restprogramm bis Weihnachten:

Nach dem Auftakt folgen drei Heimspiele gegen Union Lüdinghausen (25. Oktober), Bischmisheim (7. November) und Schorndorf (8. November). Am Wochenende 28./29. November gastieren die Stormarner beim TSV Neuhausen-Nymphenburg und in Jena. Am 13. Dezember kommt BW Wittorf zum Derby nach Trittau. Zum Jahresabschluss geht es auswärts gegen den BC Beuel (19. Dezember) und tags darauf zu Hause gegen den TV Refrath.

Heimspiele der zweiten Mannschaft:

Die mit zwei Siegen in die Zweite Bundesliga Nord gestartete Reserve des TSV empfängt an diesem Wochenende den CfB Köln (Sonnabend, 15 Uhr, Heinrich-Hertz-Straße) und den BC Beuel II (Sonntag, 15 Uhr). Wie auch bei den kommenden Erstliga-Spielen sind in der Sporthalle des Gymnasiums 50 Zuschauer zugelassen.

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