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Warum der Derbysieg des SV Eichede auch ein Signal ist

Immer wieder einen Schritt voraus: Eichedes Innenverteidiger Marc Pichelmann (l.) läuft dem Todesfelder Rafael Krause davon.

Immer wieder einen Schritt voraus: Eichedes Innenverteidiger Marc Pichelmann (l.) läuft dem Todesfelder Rafael Krause davon.

Foto: Thomas Maibom

Stormarner Oberligafußballer beweisen mit dem 3:1 bei Titelfavorit Todesfelde, dass sie wieder auf dem Weg zur Spitzenmannschaft sind.

Todesfelde. Aus der hintersten Ecke des mit 300 Zuschauer ausverkauften Joda-Sportparks heraus wurde der Ton angegeben. In den letzten Spielminuten feierte die kleine Fangruppe des SV Eichede schon inbrünstig den Sieg, nach dem Abpfiff stimmten dann auch die Fußballer selbst mit ein. Es gab allen Grund zum Feiern. Das 3:1 (2:0) beim Oberliga-Schwergewicht SV Todesfelde war einer der besten Eicheder Auftritte der vergangenen Jahre.

Der Trainer tritt auf die Euphoriebremse

Die Derbys gegen und insbesondere in Todesfelde sind fast immer besondere Duelle, besonders spannend, besonders hitzig, besonders wichtig. Dieser Auswärtssieg aber wird sich in der Rückschau möglicherweise nochmals bedeutsam abheben. Denn mit dem verdienten Erfolg über jenes Team, das ein Jahr lang fast alles gewonnen und in der Oberliga zuletzt vor 500 Tagen mal ein Heimspiel verloren hat, sendet der SVE ein Signal. Ein Signal an die Konkurrenz und vor allem an sich selbst. Wenn es im nächsten Frühjahr um die Meisterfrage und um die Aufstiegsrunde zur Regionalliga geht, könnte endlich wieder mit dem SV Eichede zu rechnen sein. In der am Sonntagnachmittag gezeigten Form sogar ganz sicher.

Nun hat die Saison gerade erst begonnen und wird die Mannschaft von Trainer Denny Skwierczynski sicherlich noch vor große Herausforderungen stellen. Den Nachweis über monatelange Konstanz sind die Steinburger noch schuldig, anders als etwa Todesfelde. Verständlich also, dass der Trainer auf die Euphoriebremse tritt: „Das war jetzt ein Spiel, das wir nicht zu hoch hängen wollen. Natürlich haben wir ein gutes Zeichen gesetzt, aber daraus lassen sich noch keine Tendenzen ablesen“, sagte Skwierczynski. Todesfelde sei für ihn nach wie vor der Titelfavorit. „Wir wollen den nächsten Schritt machen und versuchen, da mitzuspielen.“

Die Steinburger hielten in Zweikämpfen dagegen

Verteidiger Sascha Steinfeldt bestätigte nach der Partie, dass die Mannschaft einen „gesunden Wachstumsprozess“ hinter sich habe. „Vor drei Jahren sind viele aus der A-Jugend gekommen und es lief auch mal holprig. Jetzt sieht man, dass die Jungs Potenzial und sich weiterentwickelt haben. Dazu helfen die ein, zwei Verstärkungen von außen.“ Auf eine Kampfansage verzichtete der Kapitän dennoch. „Wir wollen da oben dabei sein“, sagte er lediglich.

Ein Aufruf zu mehr (öffentlich vorgetragenem) Selbstbewusstsein kam ausgerechnet vom unterlegenen Todesfelder Teamchef Sven Tramm, der sich während der Begegnung mehrfach Wortgefechte mit Skwierczynski geliefert hatte: „Die Brötchen sollten sie schon ein bisschen größer backen. Das ist eine große, großartige Truppe, die es heute gut gemacht hat.“

Sie machte es sogar sehr gut, besonders in der ersten Halbzeit, die mit einem verletzungsbedingten Wechsel (Steinfeldt für den am Oberschenkel lädierten Evgenij Bieche) begann. Todesfelde wirkte zwar zunächst dominant, die Gäste um den überragenden Innenverteidiger Hendrik Ostermann hielten in Zweikämpfen und Laufduellen aber entschlossen dagegen. „Das war die Grundvoraussetzung“, sagte Steinfeldt. „Wir haben uns gegenseitig geholfen und mit der Zeit auch immer zielstrebiger nach vorn gespielt.“

Eichede verteidigte energisch und fast immer souverän

Die erste klare Chance brachte das erste Tor. Einen Eckball von Jonathan Stöver verwandelte Marcello Meyer volley zur Führung (23. Minute). Die Hausherren wirkten angeschlagen, die Stormarner nutzten das aus. Der agile Tino Arp traf mit einem wohl abgefälschten Distanzschuss zum 2:0 (30.). In den letzten Minuten vor der Pause hätte der SVE die Führung sogar ausbauen können.

Im zweiten Durchgang wurde es richtig hitzig. Der Schiedsrichter zeigte sechsmal Gelb – und einmal auf den Elfmeterpunkt. Nach einem Befreiungsschlag überlief Angreifer Mats Facklam den früheren Eicheder Christian Rave und war nur per Trikotzupfer zu halten. Den fälligen Strafstoß verwandelte Facklam selbst (57.).

Nach dem 1:3 durch den ebenfalls früher im SVE-Trikot aktiven Emmanuel Bento (70.) warf der SVT alles nach vorn. Eichede verteidigte energisch und fast immer souverän – und sicherte damit den Derbysieg, der auch ein Signal ist.

SV Eichede: Gevert – Ostermann, Schubring, Pichelmann – Rathjen, Meyer – Bieche (5. Steinfeldt), Stöver, Wittig (69. Hasselbusch) – Facklam, Arp (83. Ehlers) Tabelle Oberliga Süd: 1. SV Eichede 3 Spiele/12:1 Tore/9 Punkte, 2. SV Todesfelde 3/7:3/6… 8. SV Preußen Reinfeld 0/0:0/0, 9. FC Dornbreite Lübeck 3/1:12/0