Fussball

Reinfeld und Eichede kämpfen um Kreispokal

Szene aus dem letzten Duell: Eichedes Gerrit Schubring (l.) stoppt den Reinfelder Dennis Lie.

Szene aus dem letzten Duell: Eichedes Gerrit Schubring (l.) stoppt den Reinfelder Dennis Lie.

Foto: Thomas Jaklitsch

Im ersten wichtigen Fußballspiel seit Corona treffen die Oberligaclubs in Bad Oldesloe aufeinander. Nur 50 Tickets im freien Verkauf.

Bad Oldesloe.  Es ist das letzte große Finale der abgebrochenen Fußballsaison – und gleichzeitig das erste Pflichtspiel in Stormarn seit Beginn der Pandemie: An diesem Sonnabend holen der SV Eichede und der SV Preußen Reinfeld das Endspiel um den Kreispokal nach. Dann geht es nicht nur um den Titel, sondern auch um den Einzug in das Landespokal-Achtelfinale, wo mit dem Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck ein echter Hochkaräter wartet.

Bis zu 1000 Zuschauer in vergangenen Jahren

Anpfiff im Oldesloer Travestadion ist um 15 Uhr. Schlechte Nachrichten gibt es für die Fans. Um die Hygienevorschriften einhalten zu können, lassen der Verband und der VfL Oldesloe nur 150 Zuschauer zu. Jeweils 50 Tickets gehen an den SVE und Preußen Reinfeld, werden dort intern an Angehörige der Spieler und Vereinsmitglieder verteilt. Lediglich die restlichen 50 Karten stehen an der Tageskasse zum freien Verkauf. Das Finale wurde vorab weder durch den Verband noch durch die Vereine öffentlich beworben, wohl um einen zu großen Andrang zu verhindern. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren kamen bis zu 1000 Zuschauer zum Finaltag.

Anders als in den Vorjahren, als jeweils drei Endspiele hintereinander ausgetragen wurden, geht es am Sonnabend allerdings ausschließlich um den Kreispokal der Herren. Das Endspiel im Pokalwettbewerb für untere Mannschaften zwischen Eichedes Zweitvertretung und dem SV Hamberge II wurde für den 8. September (19.30 Uhr) in Hamberge angesetzt. Bei den Frauen müssen Anfang September zunächst die beiden Halbfinals (SG Holstein Süd gegen SSC Hagen Ahrensburg und JuS Fischbek gegen SV Meddewade) nachgeholt werden.

Eichede-Coach erwartet Spiel auf Augenhöhe

Das Finale ist in jeder Hinsicht ein besonderes. Beide Mannschaften haben nach dem monatelangen Lockdown lediglich einige Testspiele absolviert. Die Vorbereitungszeit auf die so wichtige Partie war kurz, die Neuansetzung erfolgte vor zwei Wochen und platzt nun mitten in die wichtige Phase der Vorbereitung auf die Oberliga-Saison. Die beginnt am 19. September, wie der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband nun auch offiziell mitgeteilt hat. Bereits ab dem 3. September beginnt die erste Runde des neuen Kreispokalwettbewerbs.

Beide Mannschaften gingen mit der ungewöhnlichen Situation ähnlich um. Sowohl Reinfelds Trainer Pascal Lorenz als auch Eichede-Coach Denny Skwierczynski reduzierten nach der Final-Terminierung die Belastung im Training, um nun auf eine möglichst fitte Startelf setzen zu können. Die taktischen Spielchen eröffneten die beiden Übungsleiter bereits auf die Frage nach der Favoritenrolle. Lorenz sagte: „Eichede ist aufgrund der Entwicklung in der letzten Saison und mit den starken Neuzugängen absoluter Topfavorit – auch in der Oberliga, neben dem SV Todesfelde.“ Skwierczynski mag das nicht gelten lassen. Er erwarte ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten den Ausschlag geben könnten. Ein Favorit sei nicht auszumachen. „Reinfeld hat eine starke Mannschaft und eine sehr gute Saison gespielt, sich stabilisiert und weiter verstärkt. Das letzte Punktspiel haben wir nur knapp 1:0 gewonnen. Dazu ist ein Derby immer besonders und nach dieser langen Pause weiß keine Mannschaft, wo sie wirklich steht.“

Der Sieger qualifiziert sich für Spiel gegen den VfB Lübeck

Wie es um die Frühform der Teams bestellt ist, war in dieser Woche in den letzten Tests grob abzusehen. Der SVE zeigte nach ordentlichen bis guten Partien gegen die Regionalligisten Teutonia 05 (2:0) und HSV II (0:1) eine eher dürftige Vorstellung bei Landesligaclub GW Siebenbäumen. „So eine Leistung wird nicht reichen, um gegen Reinfeld zu bestehen“, sagte Skwierczynski nach der 2:4-Niederlage. Nach zweimaliger Führung durch Lasse Lahrtz und Tom Wittig drehten die ehemaligen Eicheder Ugur Dagli per Doppelpack und Lasse Schönwald die Partie. Die Reinfelder sicherten sich derweil durch ein 4:2 gegen den Ahrensburger TSV und ein 4:3 (1:1) nach Elfmeterschießen gegen Eichedes Zweite den Sieg bei der Pölitzer Sportwoche.

In den vergangenen drei Jahren holte immer der SVP den Kreispokal, schaltete 2018/2019 im Halbfinale den SV Eichede aus. Auch wenn er sich diesmal in die Außenseiterrolle zurückzieht, kündigt Lorenz für Sonnabend einen großen Kampf an: „In einem Alles-oder-nichts-Spiel gegen uns ist es für jede Mannschaft extrem unangenehm, weil wir sehr leidenschaftlich auftreten werden. Wir wissen, wie sie agieren werden und wo ihre Schwächen liegen.“ Der Trainer muss lediglich auf Luca Thiel (Risswunde) verzichten.

Beim SV Eichede fallen voraussichtlich die zuletzt angeschlagenen oder sich noch im Aufbautraining befindlichen Jonathan Stöver, Tim Kathmann und Moritz Holst aus. Auch Marcello Meyer, dessen Transfer von Phönix Lübeck weiterhin hakt, wird nicht dabei sein.