Corona-Krise

Stormarns Fußballer proben die Normalität auf dem Platz

Erstes Heimspiel seit 269 Tagen: Eichedes Niko Hasselbusch (l.) behauptet den Ball gegen Teutonia 05

Erstes Heimspiel seit 269 Tagen: Eichedes Niko Hasselbusch (l.) behauptet den Ball gegen Teutonia 05

Foto: Johannes Kramer/SV Eichede

Erstmals seit Pandemie-Beginn rollte in Eichede und Ahrensburg wieder der Ball. Das Kreispokal-Finale wird in einer Woche ausgetragen.

Steinburg. Ernst-Wagener-Stadion, fast wie früher: Es gab Wurst und Bier, viele der treuesten Fans saßen auf ihren Stammplätzen und bejubelten einen Sieg des SV Eichede. Erstmals seit dem pandemiebedingten Saisonabbruch im März dürfen Stormarns Fußballer wieder Heimspiele austragen. Den Anfang machte der Oberligist vor 163 Zuschauern mit einem überraschenden 2:0 (2:0) gegen den Hamburger Regionalliga-Aufsteiger Teutonia 05.

Teutonias Trainer lobte den SVE für die Organisation

Das Ergebnis des Testspiels war zweitrangig, groß die Freude über die Rückkehr auf den eigenen Platz. Mittelfeldspieler Hendrik Ostermann sagte: „Wir haben uns alle gefreut, wieder hier spielen zu dürfen. Es war auf jeden Fall etwas Besonderes.“ In den vergangenen Wochen hatten viele Mannschaften aus Schleswig-Holstein das bis zum 18. August geltende Verbot umfahren, indem sie zu Testspielen nach Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern reisten. Das ist nun nicht mehr nötig. Stormarns Fußballer proben die Normalität.

Im Vergleich zum bis dato letzten Spiel in Eichede – das lag wegen der Winterpause sogar 269 Tage zurück – waren aber doch ein paar Dinge anders, mussten anders sein: Jeder Zuschauer hatte ähnlich wie in Restaurants ein Kontaktformular auszufüllen. Der Verkauf von Speisen und Getränken lief voneinander getrennt, vor den Buden waren im Abstand von anderthalb Metern Markierungen auf den Boden geklebt. Der Durchgang zum Vereinsheim war gesperrt, stattdessen standen Toilettencontainer vor dem Gästeblock zur Verfügung. Stadionsprecher Jascha Reuter bat die Zuschauer mehrmals per Durchsage, auf Abstand zu achten und situationsabhängig einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Zudem wurden die Mannschaften von den Zuschauern abgeschirmt.

Teutonias Trainer Achim Hollerieth, der zwischen 2003 und 2006 90-mal das Tor des FC St. Pauli hütete, lobte den SVE für die Organisation und strikte Einhaltung der Hygiene-Bedingungen: „Das ist für die Vereine nicht einfach. Hier wurde alles sehr gut umgesetzt.“

Ahrensburg verlor sein Testspiel auf eigenem Platz

Dieselben Aufgaben erfüllte auch der Ahrensburger TSV, dessen Testspiel gegen den Büchen-Siebeneichener SV später am Abend begann. Teammanager Jens Gohlke achtete am Eingang persönlich darauf, dass auch die Nachzügler das Kontaktformular ausfüllten. Auf dem engen Stormarnplatz ist die Zuschauerkapazität auf 150 begrenzt.

Den ersten Auftritt seit dem Ahrensburger Landesliga-Aufstieg wollten knapp 50 Personen sehen. Die Stormarner unterlagen trotz eines Treffers von Marco Vogler (54. Minute) mit 1:3 (0:0). Bitter: Stammtorwart Peter Grischke musste in der Anfangsphase mit einer mutmaßlich schweren Knieverletzung ausgewechselt werden.

So ähnlich die Hygiene-Maßnahmen und die bisherige Vorbereitungsphase in Eichede und Ahrensburg verlaufen, so unterschiedlich sind die Voraussetzungen. So ist ein Saisonstart für Clubs wie den ATSV, den Barsbütteler SV, den Oststeinbeker SV oder Voran Ohe (siehe auch Text unten) derzeit noch nicht in Sicht. Viele Vereine, die eher im Süden Stormarns beheimatet sind, gehören dem Hamburger Fußball-Verband (HFV) an. In der Hansestadt sind Fußballspiele weiterhin verboten. „Es ist klasse, dass wir zu Hause wieder Testspiele machen können, auch wenn es wirklich sehr aufwendig ist“, sagte Ahrensburgs Teammanager Gohlke. „Leider fehlt im Moment das klare Ziel, auf das wir hinarbeiten können.“

Im ersten Durchgang dominierten die Steinburger

Während in Hamburg also noch viele Fragen offen bleiben, hat der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband (SHFV) bereits die Staffeleinteilung sowie einen angepassten Modus veröffentlicht – und strebt offenbar einen baldigen Punktspielstart an. Derzeit soll der SHFV für den Auftakt das Wochenende 19./20. September im Blick haben.

Das erste Pflichtspiel in Stormarn soll sogar schon kommende Woche am Sonnabend, 29. August, ausgetragen werden. Der SV Eichede und Preußen Reinfeld haben dem Termin für das nachzuholende Kreispokal-Finale zugestimmt. Anpfiff ist um 15 Uhr im weitläufigen Oldesloer Travestadion. Die beiden Oberligisten dürften ihr Training bis dahin auf dieses Endspiel ausrichten. „Das ist ein sehr wichtiges Spiel, wir wollen in den Landespokal einziehen“, sagte Eichedes Trainer Denny Skwierczynski. „Wir bereiten uns darauf vor, wollen eine frische Mannschaft auf den Platz kriegen.“

Als nächstes kommt die zweite Mannschaft des HSV

Gegen Teutonia 05 deutete der SV Eichede eine starke Frühform an. Im ersten Durchgang dominierten die Steinburger ihren klassenhöheren Gegner klar. Rückkehrer Mats Facklam erzielte das erste Tor (17.). Ein weiterer Schuss des Angreifers kurz vor der Pause prallte an den Pfosten, ehe Teutonias Verteidiger Jannik Mohr den Ball ins eigene Tor stolperte (45.).

Am morgigen Sonnabend empfängt Eichede den nächsten Regionalligaclub. Dann ist die zweite Mannschaft des HSV zu Gast (12 Uhr, Matthias-Claudius-Straße). Der SVE empfiehlt, den Vorverkauf auf www.sveichede.de zu nutzen. Preußen Reinfeld trifft Sonntag (16 Uhr, Bischofsteicher Weg) auf den ATSV.