Sommersaison

Stormarn: Tennisverband plant für Mitte Juni Punktspiele

Jan Henry Zeppelin wird mit den Herren des TSV Glinde in diesem Sommer keine Punktspiele in der Klasse 2 bestreiten.

Jan Henry Zeppelin wird mit den Herren des TSV Glinde in diesem Sommer keine Punktspiele in der Klasse 2 bestreiten.

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

TSV Glinde meldet alle Mannschaften ab, andere Vereine wie der THC Ahrensburg und THC BW Bad Oldesloe wollen Entwicklungen abwarten.

Ahrensburg/Glinde. Der Tennisverband Schleswig-Holstein hat seine Vereine mit der Mitteilung überrascht, für Mitte Juni den Beginn der Punktspiel-Sommersaison zu planen und bereits die vorläufigen Termine und Spiel-Ansetzungen im Internet veröffentlicht. Den Verantwortlichen sei bewusst, dass nach der aktuell bis zum 17. Mai geltenden Sars-CoV-2-Bekämpfungsverordnung derzeit noch keine Wettkämpfe stattfinden könnten, heißt es von Seiten des Verbands-Sportausschusses. Man gehe jedoch davon aus, dass es danach weitere Lockerungen gibt und spätestens ab dem geplanten Beginn des Punktspielbetriebs wieder Wettkämpfe stattfinden dürfen.

Mannschaften ist Teilnahme am Punktspielbetrieb freigestellt

Dennoch stellt der Verband allen Mannschaften die Teilnahme am Punktspielbetrieb frei: Bis zum 17. Mai hat jeder Verein die Möglichkeit, Teams kostenfrei abzumelden, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Alle Mannschaften, die bis dahin zurückgezogen werden, dürfen in der Sommersaison 2021 in der gleichen Spielklasse antreten.

Bei den Vereinen stoßen die Pläne auf ein geteiltes Echo. „Ich finde es okay, dass sich der Verband Mitte Juni als Ziel für den Saisonstart setzt und die Vereine so früh informiert und ihnen die Möglichkeit gibt, vorauszuplanen“, sagt Lars Borgstede vom THC Ahrensburg. „Ob sich das dann auch wirklich wie geplant umsetzen lässt, muss man abwarten. Ich weiß zum Beispiel nicht, wie man unter den geltenden Abstandsregeln Doppel spielen soll.“

Keine Fahrgemeinschaften bei Auswärtsspielen möglich

Außerdem könne man bei Auswärtsspielen keine Fahrgemeinschaften bilden, müsste mit mehreren Autos anreisen. Borgstede: „Das wäre schon mit Schwierigkeiten und einem erheblichen Mehraufwand verbunden, den viele aber sicher in Kauf nehmen würden, um wieder ein kleines Stück Normalität zurückzubekommen.“

Die Doppelproblematik ist dem Verband bewusst: In dem Schreiben an die Vereine heißt es: „Natürlich wünschen wir uns alle, dass der Spielbetrieb im Juni sowohl im Einzel und auch im Doppel aufgenommen werde. Allerdings kann zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass kurzfristig ein Beschluss vorgenommen wird, der die Punktspiele auf Einzel beschränkt.“

Glinder Abteilungsvorstand meldet alle Mannschaften an

Das dürfte vor allem für die Altersklassen die Attraktivität von Punktspielen deutlich mindern, glaubt Tennis-Sportwart Arne Zimmer vom TSV Glinde. „Den Älteren sind ja vor allem zwei Dinge wichtig: Zum einen der gesellige Aspekt, zum anderen sind sie sehr auf das Doppel fokussiert. Beides dürfte im Juni noch nicht umsetzbar sein.“

Das ist aber nur einer von mehreren Gründen, weshalb der Glinder Abteilungsvorstand entschieden hat, alle seine Mannschaften abzumelden. „Wir sehen im Moment überhaupt keine Möglichkeit, Punktspiele auszutragen und trotzdem alle geltenden Regeln auf unserer Anlage aufrechtzuerhalten“, sagt Zimmer. Viele Mannschaften hätten von sich aus gesagt, auf eine Teilnahme an der Sommersaison verzichten zu wollen.

„Tennisspieler wollen sich im Wettkampf messen“

„Ich glaube, dass viele so denken wie wir, habe aber auch Verständnis dafür, wenn Vereine mit anderen Voraussetzungen – sei es die Mitgliederzahl oder Altersstruktur betreffend – eine andere Meinung vertreten“, so Zimmer. „Wir haben zum Beispiel viele Jugendmannschaften und unser Training an die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden angepasst. Es wird in kleineren Gruppen geübt, das führt automatisch zu einem erhöhten Platzbedarf. Wenn wir jetzt auch noch Punktspiele bestreiten würden, würde das zu Lasten vieler Mitglieder gehen, die keiner Mannschaft angehören und nur frei spielen wollen.“

Carsten Gehrke, Vorsitzender des THC Blau-Weiß Bad Oldesloe, sagt, ihm fehle derzeit ebenfalls die genaue Vorstellung, wie sich Punktspiele realisieren lassen. Trotzdem sehe er die Pläne des Verbands grundsätzlich erst einmal positiv. Gehrke: „Tennisspieler wollen spielen und sich im Wettkampf miteinander messen. Bei uns ist die Einstellung: Wir warten die allgemeine Entwicklung ab. Wenn von Außen die Direktive kommt, dass es nicht geht, werden wir das akzeptieren – andernfalls stellen wir uns der Situation und machen das irgendwie möglich.“