Tischtennis

Siek: Nur Rimas Lesiv bleibt – EM-Zweiter Fedor Kuzmin kommt

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Thomas Jaklitsch
Rimas Lesiv ist der einzige Spieler des bisherigen Drittligateams, der dem SV Siek die Treue hält.

Rimas Lesiv ist der einzige Spieler des bisherigen Drittligateams, der dem SV Siek die Treue hält.

Foto: HA

Der bisher in der 2. Bundesliga spielende Russe soll künftig als Kopf des Drittligateam fungieren. Die zweite Mannschaft ist komplett.

Siek.  Der Vorstand der Tischtennisabteilung des SV Siek hat sich auf einer im E-Mail-Umlaufverfahren organisierten Spartenversammlung neu formiert. Der bisherige Stellvertreter Massi Habib ist neuer Abteilungsleiter. Zum 2. Vorsitzenden wurde Matthias Bluhm gewählt. Der langjährige Spartenchef Stefan Zilz ist künftig Sportwart.

Cords, Nad Nemedi und Wiecek verlassen die Mannschaft

Aber auch in Sieks erster Mannschaft hat das Stühlerücken begonnen. Aus dem bisherigen Kader, der zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs in der 3. Bundesliga Nord Tabellensiebter war, bleibt nur der junge Litauer Rimas Lesiv. Dass Daniel Cords die Mannschaft nach neun Jahren verlässt, um künftig für Torpedo Göttingen in der Oberliga zu spielen, war schon länger bekannt. Doch nun sind auch Valentin Nad Nemedi und Adrian Wiecek weg. Beide hatten eigentlich schon für kommende Saison zugesagt. „Sie haben so gute Angebote gehabt, dass es nicht vertretbar gewesen wäre, auf die Vereinbarungen zu bestehen und ihnen Steine in den Weg zu legen“, sagte Sieks Teammanager Klaus Bergmann.

Nad Nemedi erhält bei Werder Bremen eine Festanstellung als Co-Trainer des Bundesligateams, zudem soll er bei den Grün-Weißen selbst in der zweiten Mannschaft spielen. Adrian Wiecek hat mit seinen starken Leistungen in der Rückrunde die Verantwortlichen des Zweitligisten FSV Mainz 05 auf sich aufmerksam gemacht. Er soll dort wie in Siek im oberen Paarkreuz spielen.

Teammanager bezeichnet Neuzugang als „Königstransfer“

Zwei der drei offenen Positionen im Team hat Bergmann bereits neu besetzt, eine davon mit einem zweifachen Europameisterschafts-Medaillengewinner. Der bisher für Borussia Dortmund in der 2. Bundesliga spielende Russe Fedor Kuzmin soll künftig der neue Kopf der Mannschaft sein. Seine Verpflichtung wertete Bergmann als absoluten Glücksfall. Kuzmin sei ein ähnliches Kaliber wie Sieks Tischtennis-Legende Wang Yansheng zu seinen besten Zeiten, so der Teammanager. Der im russischen Rybinsk geborene 37-Jährige hatte bei der EM 2007 in Belgrad mit seiner Landsfrau Oksana Fadejewa Silber im Mixed gewonnen. Zwei Jahre später bei den Titelkämpfen in Stuttgart teilte sich Kuzmin mit Deutschlands Tischtennis-Held Timo Boll den Bronzeplatz im Einzel. Bergmann hat hohe Erwartungen an seinen „Königstransfer“: „Er wird in der dritten Liga nicht allzu viele Matches verlieren und dazu beitragen, dass wir vielleicht um die Plätze drei bis fünf mitspielen können.“ Von Kuzmins internationaler Erfahrung sollen die jüngeren Spieler im Team profitieren: Dazu zählt neben Lesiv auch dessen litauischer Landsmann Martas Vilkas, der als zweiter Neuzugang feststeht. Er ist aktuell die Nummer drei seines Heimatlandes, spielte zuletzt für den TTV Stadtallendorf in der Oberliga, hat aber auch schon Erfahrung in der ersten und zweiten belgischen Liga gesammelt. „Jetzt würden wir gern noch einen ganz jungen Spieler für die Position zwei holen und führen da vielversprechende Gespräche. Vielleicht ergibt sich schon diese Woche etwas“, sagte Bergmann.

Die in die Regionalliga Nord aufgestiegene zweite Mannschaft hat ihre Personalplanungen dagegen abgeschlossen: Zwei Spieler haben den Oberligameister verlassen: Den vor der Saison vom TSV Rostock Süd nach Siek gewechselten Sven Stürmer zieht es wieder in die Heimat: Er spielt künftig für den SV Medizin Stralsund. Der neue Verein von Viktor Sarrach steht dagegen noch nicht fest. Dafür kommen Michael Zibell und David Schulz vom neuen Regionalligarivalen SC Poppenbüttel. „Beide helfen uns nicht nur sportlich weiter, sondern passen auch charakterlich gut in die Mannschaft“, sagt Sportwart Stefan Zilz.

Sieker Spieler reffen in neuer Klasse auf namhafte Gegner

Zibell gehört seit mehreren Jahren zu den besten Spielern Hamburgs. Der Landesmeisterschafts-Zweite des Jahres 2017 soll in der Sieker Reserve hinter Mateusz Dzikowski, Andreas Escher, Matthias Bluhm an Position vier spielen. Außerdem gehören neben Schulz noch Till Rahberger und Massi Habib zur Mannschaft. „Damit haben wir ein gutes Team beisammen“, so Zilz. Das sei aber auch nötig, um als Aufsteiger um den Klassenerhalt mitzuspielen.

Die Sieker treffen in der neuen Klasse auf namhafte Gegner wie Zweitligaabsteiger TuS Celle. Zudem stehen ihnen „Derbys“ gegen Poppenbüttel und den TSV Sasel und ein besonders Wiedersehen mit der einstigen Vereins-Ikone Wang Yansheng bevor, der mit dem Oldenburger TB ebenfalls in die Regionalliga aufgestiegen ist.

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