Fechtsport

Jugendliche aus Lütjensee lassen die Säbel rasseln

Sie sorgten für eine wahre Medaillenflut (hintere Reihe v. l.): Friederike Janshen, Nils Roos, Finja Stormanns, Emily Derner, Jan Felix Olbrich, Charlize Wegner, vordere Reihe: Timo Caspar Weide, Luk Beu, Paul-Luca Schäfer, Clara Henriette Sauerland, Neele Romann, liegend: Flynn Beu. 

Sie sorgten für eine wahre Medaillenflut (hintere Reihe v. l.): Friederike Janshen, Nils Roos, Finja Stormanns, Emily Derner, Jan Felix Olbrich, Charlize Wegner, vordere Reihe: Timo Caspar Weide, Luk Beu, Paul-Luca Schäfer, Clara Henriette Sauerland, Neele Romann, liegend: Flynn Beu. 

Foto: Henrik Bagdassarian

Fechtsport boomt beim Nachwuchs des FCL. 17 Medaillen bei Landesmeisterschaften. Es gibt auch eine Herrenriege.

Lütjensee.  Tristesse beim FC Lütjensee: Wie überall in Stormarn ruht seit Tagen auch bei den jugendlichen Fechtern des Clubs aufgrund des Coronavirus der Trainingsbetrieb. Der guten Laune tut das jedoch keinen Abbruch, denn erst kürzlich sorgten die jungen Talente bei den in Itzehoe ausgetragenen Landesmeisterschaften mit 17 Podiumsplatzierungen für eine wahre Medaillenflut. „Dass die Kinder und Jugendlichen das Engagement unserer Trainer mit dieser tollen Leistung zurückzahlen, macht mich schon stolz“, sagt FCL-Vorsitzender Florian Michel.

Knapp 50 Mitglieder zählt der Verein

Gold mit dem Damensäbel gewannen in ihren Altersklassen Charlize Wegner (U17), Neele Romann (U15) und Clara Henriette Sauerland (U11). Neele holte zudem noch silbernes Edelmetall im U-17-Wettbewerb – vor ihrer Vereinskameradin Emily Derner, die die Bronze gewann. Eine weitere Silber- und Bronzemedaille holten Freyia Hümme und Finja Stormanns (beide U15).

Mit dem Herrensäbel standen die Lütjenseer Nils Roos (U15), Timo Caspar Weide (U13) und Luk Bleu (U11) ganz oben auf dem Treppchen. Nils mit seiner zweiten Medaille (U17), Jan Felix Olbrich (U15) Flynn Beu (U13) und Paul Schäfer (U11) sicherten sich weitere Silbermedaillen. Jan Felix (U17) und Timo Caspar (U15) freuten sich über weitere dritte Plätze. Mit einer gemeinsamen U17-Mannschaft des FC Lütjensee und Elmshorner MTV komplettierten Nils und Jan Felix die Sammlung mit einer weiteren Goldmedaille.

Knapp 50 Mitglieder zählt der Verein an der Hamburger Straße. 35 von ihnen haben die Turnierreifeprüfung abgelegt. Vor vier Jahren, als Michel die Leitung als Vorsitzender übernahm, waren es lediglich neun. Zu bestehen ist dabei ein theoretischer und ein praktischer Teil. Einmal bestanden, gilt sie auf Lebenszeit. Durch diese Anforderung will der Deutsche Fechterbund sicherstellen, dass Anfänger einen gewissen Standard an fechterischen Fähigkeiten besitzen und die Regeln kennen, bevor sie erstmals an einem Turnier teilnehmen.

Die Verbesserung der Beinarbeit sei wichtig

Michel: „Die Entwicklung im Verein zu verfolgen macht einfach großen Spaß. Gerade in den jüngeren Altersklassen gibt es viele Talente, von denen ich mir noch einiges erhoffe.“ Das Engagement geht auch über die Fechtbahn hinaus: Bei den Landestitelkämpfen in Itzehoe hatte Jugendwart Leo Remstedt diesmal als Kampfrichter alle Hände voll zu tun.

Über die sportliche Entwicklung im Jugendbereich freut sich auch Friederike Janshen, die an der Hamburger Straße seit mehreren Jahren das Training leitet. „Das von mir angebotenen halbstündigen Einzeltraining vor den regulären Übungseinheiten ist bei den Kindern und Jugendlichen stark angesagt“, sagt die mehrfache Welt- und Europameisterin bei den Seniorinnen. Lächelnd fügt sie hinzu: „Die Früchte ernten sie dann – wie geschehen – bei großen Turnieren wie den Landesmeisterschaften.“

Die Verbesserung der Beinarbeit, Kondition und Koordination sei dabei eine ebenso wichtige Grundlage wie die Möglichkeit von Trainingsgefechten unter Wettkampfbedingungen und die Teilnahme an Turnieren.

Der Fechtsport in Lütjensee habe auch eine soziale Komponente

Wer Interesse hat den Fechtsport selbst auszuprobieren, kann – sobald die Coronakrise überwunden ist – jederzeit beim Training vorbeischauen. Geübt wird in der Sporthalle der Grundschule Lütjensee. Trainiert wird immer mittwochs und freitags von 17.30 bis 20 Uhr. Ausrüstungsgegenstände wie Maske, Jacke, Handschuhe und Säbel stellt der FC Lütjensee zunächst zur Verfügung. Wer sich später eigenes Material anschaffen möchte, sollte mindestens 500 Euro ausgeben.

Eine Mitgliedschaft kostet für Kinder, Jugendliche und Auszubildende 22,50 Euro im Monat. Erwachsene zahlen 30 Euro. Familien bietet der Verein spezielle Tarife an. Fechten beim FC Lütjensee ist eindeutig Familiensache. Daniel Schäfer, Daniel Romann, Lars-Peter Beu, Michael Odinius und Thomas Haverkamp sind durch ihre Kinder zum Florettfechten gekommen.

„Der Fechtsport bei uns in Lütjensee hat stückweit auch eine soziale Komponente“, sagt Janshen. „Da ist es einfach klasse, wenn einige Väter ihren Kindern den zusammenhalt vorleben.“