Fussball

Trotz guter Saison: Trainerwechsel beim Barsbütteler SV

Zuletzt trainierte Olaf Poschmann den SC Vier-und Marschlande. Davor war er unter anderem in Reinbek und Eichede aktiv.

Zuletzt trainierte Olaf Poschmann den SC Vier-und Marschlande. Davor war er unter anderem in Reinbek und Eichede aktiv.

Foto: Hanno Bode

Olaf Poschmann soll die Bezirksligafußballer zum Aufstieg führen. Amtierendes Duo des Vereins reagiert mit Kritik.

Barsbüttel.  In der Fußball-Bezirksliga spielt der Barsbütteler SV seine beste Saison seit Jahren. Hinter dem Spitzenreiter Ahrensburger TSV streitet sich der frühere Ober- und Landesligist mit den anderen Verfolgern um Platz zwei, endlich gibt es am Soltausredder wieder eine Perspektive. Trotzdem reagiert der Verein mit einem Trainerwechsel. Das gleichberechtigte Gespann Zoran Nestorovic/Murat Gülec wird zur kommenden Spielzeit von Olaf Poschmann abgelöst. Das bestätigte der Club auf Abendblatt-Nachfrage.

Nestorovic und Gülec coachten bis 2015 im Jugendbereich

Diese Entscheidung kommt angesichts des sportlichen Aufschwungs für viele überraschend. Insbesondere für die beiden noch amtierenden Trainer selbst, die den BSV 2017 nach dem Abstieg übernahmen und über die Jahre zu einem der besten Teams der Ost-Staffel formten.

„Eine Woche vorher haben wir noch mit dem Verein gesprochen, da schien alles in Ordnung zu sein. Und dann heißt es plötzlich, dass wir nicht weitermachen dürfen“, sagt Gülec. „Man darf nicht vergessen, dass wir die Mannschaft damals mit zwei Spielern übernommen und in kürzester Zeit einen Kader zusammengestellt haben. Jetzt, wo wir langsam die Früchte ernten, werden wir abgesetzt.“ Auch Nestorovic reagierte enttäuscht und kritisierte die Kommunikationsweise: „Wir haben spät und durch einen anderen Verein erfahren, dass die Abteilungsleitung einen neuen Trainer sucht. Das ist traurig, zumal wir schon so lange beim BSV sind.“ Nestorovic und Gülec coachten bis 2015 jahrelang im Jugendbereich der Stormarner.

Den Anstoß für die Trainersuche gaben nach Abendblatt-Informationen die beiden Routiniers Betim Haxhiajdini und Ramazan Sütcü, die gegenüber der Abteilungsleitung eine mangelnde Entwicklung beklagten. Teile der Mannschaft sollen sich zwar für einen Verbleib insbesondere von Nestorovic ausgesprochen haben. Der Club entschied sich aber schließlich für einen klaren Schnitt.

Für den 52-Jährigen ist es bereits die dritte Station in Stormarn

Abteilungsleiter Ulrich Münster begründet das mit verpassten Zielen und den Leistungen gegen defensive Gegner aus dem Tabellenkeller. „Wir haben uns vor drei Jahren das Ziel gesetzt, 2020 in die Landesliga aufzusteigen. Das wird nicht funktionieren“, sagt er. Nestorovic und Gülec hätten nach dem Abstieg gute Aufbauarbeit geleistet und eine Mannschaft mit Potenzial aufgebaut, die vor allem gegen spielstarke Gegner überzeugt habe. „Aber die Problematik gegen Teams aus der unteren Tabellenregion bleibt. Deshalb haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir neue Reize setzen und das Potenzial verbessern können.“

Das soll nun also Olaf Poschmann gelingen. Für den 52-Jährigen ist es bereits die dritte Station in Stormarn. Seine Trainerkarriere begann er bei der TSV Reinbek, wo er zuvor auch selbst aktiv war. In der Saison 2015/2016 arbeitete er beim SV Eichede als Co-Trainer unter Oliver Zapel. Seine bislang letzte Station war von 2016 bis 2019 der SC Vier-und Marschlande.

„Einige Spieler wissen noch gar nicht, wozu sie imstande sind.“

Als Co-Trainer bringt er Oliver Kunkel (32) mit. Von der Anfrage sei auch er überrascht gewesen, gibt Poschmann zu. „In Gesprächen ist dann aufgefallen, dass in der Mannschaft und im Umfeld viel mehr Potenzial steckt. Dieses auf den Platz zu bringen, ist die Herausforderung für uns.“ Vor allem müsse das Team konstanter werden.

„Ich habe mehrere Partien gesehen. Einige Spieler wissen noch gar nicht, wozu sie imstande sind. Anders kann ich mir die Leistungsschwankungen nicht erklären.“ Durch viele Gespräche und akribisches Training will Poschmann den BSV verbessern, auch externe Neuzugänge sollen kommen.

„Ich werde neue Ideen reinbringen und sicher einiges verändern. Dann muss man sehen, wie schnell die Mannschaft das Ganze umsetzen kann. Zunächst wird es bestimmt auch mal Probleme und Niederlagen geben“, sagt Poschmann. Man müsse aufpassen, die Erwartungshaltung nicht sofort zu hoch zu schrauben.

Der Landesligaaufstieg ist das Ziel für die kommende Saison

Von Seiten des Vereins könnte die Erwartungshaltung allerdings kaum höher sein. Abteilungsleiter Münster sagt zur Zielsetzung klipp und klar: „Wir wollen 2021 aufsteigen und in der Saison darauf den Klassenerhalt in der Landesliga schaffen.“ Seinen Drei-Jahres-Plan sieht der Barsbütteler SV mittlerweile als gescheitert an. Deshalb müssen jetzt schnell Erfolge her.