Stormarn
Coronavirus

Schleswig-Holsteinischer Verband sagt alle Fußballspiele ab

Ruhe auf dem Kunstrasenplatz des SSC Hagen Ahrensburg. Auch das Training fällt bis auf Weiteres aus.

Ruhe auf dem Kunstrasenplatz des SSC Hagen Ahrensburg. Auch das Training fällt bis auf Weiteres aus.

Foto: Henrik Bagdassarian

Schutz vor Coronavirus: SHFV setzt die Saison bis zum 22. März aus. Stormarner Vereine reagieren mit Verständnis.

Ahrensburg.  Das Geschäftsführende Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands (SHFV) hat am Donnerstagmorgen entschieden, den Spielbetrieb in Schleswig-Holstein bis einschließlich Sonntag, 22. März, einzustellen. Die Generalabsage der beiden Spieltage sowie der in diesem Zeitraum angesetzten Nachholpartien betrifft alle Spiel- und Altersklassen des Verbands von der Oberliga bis zur Kreisklasse. Damit reagiert der Verband auf die Verbreitung des Coronavirus.

Auch Freundschaftsspiele von Generalabsage betroffen

„In Absprache mit den Vorsitzenden der jeweiligen Spielausschüsse sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass eine Generalabsage zum Wohle aller Beteiligten unumgänglich ist“, sagte SHFV-Präsident Uwe Döring. „Jedes Wochenende werden in Schleswig-Holstein rund 2500 Fußballspiele ausgetragen. Insbesondere auf dem Platz, aber auch auf den Zuschauerrängen herrscht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Um dieses Risiko für alle Beteiligten zu minimieren und somit einen Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung des Virus zu leisten, haben wir diese Entscheidung getroffen“, so Döring weiter. „Im Sinne unserer gesellschaftlichen Verantwortung sehen wir keine andere Möglichkeit.“

Neben den angesetzten Partien des regulären Spielbetriebs sind auch Freundschaftsspiele von der Generalabsage betroffen. Darüber hinaus sind alle Vereine dazu aufgefordert, von sich aus zu prüfen, ob es Spieler in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen zwei Wochen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. Diese sollten nicht an einem etwaigen Trainingsbetrieb teilnehmen dürfen.

Auch die laufenden Trainerausbildungen in den Kreisen und in Malente werden bis einschließlich 22. März ausgesetzt. „Die aktuelle Entwicklung um das Coronavirus muss täglich neu bewertet werden. Wir werden die Entwicklung genau beobachten und zu gegebener Zeit entscheiden, inwieweit wir den Spielbetrieb und die Ausbildungsmaßnahmen nach dem 22. März wieder aufnehmen können“, sagte SHFV-Geschäftsführer Tobias Kruse.

Hamburger Fußball-Verband zögerte bis Donnerstagabend noch

Trotzdem könnte in Teilen Schleswig-Holsteins der Ball rollen. Denn der Hamburger Fußball-Verband (HFV), zu dem auch Stormarner Vereine aus dem Randgebiet zählen, zögerte bis Donnerstagabend noch. In Absprache mit der Gesundheitsbehörde prüfe man die Situation, teilte der Verband mit und kündigte eine weitere Mitteilung bis Freitag, 13. März, an. Weiter hieß es in der Stellungnahme: „Die aktuelle Situation kann sich jederzeit verändern. Daher beobachtet der Hamburger Fußball-Verband die Entwicklung weiterhin aufmerksam und wird gegebenenfalls auf Hinweise der Gesundheitsbehörde auch sehr kurzfristig reagieren, sollte dies notwendig werden.“ Der für die Regionalliga Nord zuständige Norddeutsche Fußball-Verband sagte dagegen den nächsten Spieltag bereits am Donnerstagmittag komplett ab.

Der Trainer des zum HFV zählenden FC Voran Ohe, Rainer Seibert, wusste am Donnerstagabend noch nicht, ob die für Freitag geplante Partie seiner Mannschaft in der Hamburger Landesliga ausgetragen werden darf. Er forderte den Verband zum Handeln auf: „Die Generalabsage in Schleswig-Holstein ist korrekt. Hamburg und die anderen Verbände müssen unbedingt nachziehen.“

Ebenso wie das Heimspiel der Oher gegen den FC Türkiye (19.30 Uhr, Amselstieg) war die Landesligapartie des Oststeinbeker SV gegen den VfL Lohbrügge (19.30 Uhr, Meessen) am Donnerstagabend noch angesetzt.

Andere Clubs reagierten drastischer auf die Situation

Vertreter der im SHFV organisierten Stormarner Vereine reagierten mit Verständnis auf die Generalabsage ihres Verbands. Olaf Gehrken, Präsident des Oberligisten SV Eichede, sagte: „Kein Mensch auf der Welt kann beurteilen, wie sich die Situation entwickelt. Insofern sollte man mit aller Vorsicht vorgehen, ohne ganz große Unruhe aufkommen zu lassen.“ Der SVE untersagte seinen Mannschaften und Trainern jegliche Teamaktivitäten bis einschließlich kommenden Sonntag. „Am Montag entscheiden wir darüber neu“, so Gehrken. Stormarns anderer Oberligist Preußen Reinfeld stellte seinen Übungsleitern das weitere Vorgehen zunächst frei.

Andere Clubs wie der SSC Hagen Ahrensburg reagierten drastischer. „Bei uns ist ab sofort und bis zum 22. März jeglicher Betrieb eingestellt“, sagte Abteilungsleiter Günter Feigl, der auch weitere Veranstaltungen direkt absagte. So fällt eine Ausfahrt mit 90 Kindern nach Dänemark aus. Die für den 19. März geplante Abteilungsversammlung, mit der Feigls Amtszeit eigentlich enden sollte, wird verschoben.

Auch der TSV Bargteheide stellt das Training seiner Fußballmannschaften mindestens bis zum 22. März ein. Abteilungsleiter Henrik Bustorf sagte mit Blick auf die Empfehlung des SHFV, gegebenenfalls nur bestimmte Spieler vom Trainingsbetrieb auszuschließen: „Sich einen Überblick darüber zu verschaffen, welcher Spieler in einem Risikogebiet im Urlaub war, ist für uns nicht darstellbar.“ Die Generalabsage nannte er „absolut nachvollziehbar“.

Wann und ob der Spielbetrieb weitergehen kann, ist völlig offen.