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Günter Feigl kandidiert für Vorsitz beim SSC Hagen

Für einige Jahre könne er sich die Tätigkeit als Vereinsvorsitzender vorstellen, sagt Günter Feigl (68). In absehbarer Zukunft müsse aber ein Jüngerer gefunden werden.

Für einige Jahre könne er sich die Tätigkeit als Vereinsvorsitzender vorstellen, sagt Günter Feigl (68). In absehbarer Zukunft müsse aber ein Jüngerer gefunden werden.

Foto: Thomas Jaklitsch

Zuvor gibt der 68-Jährige am 19. März die Leitung der Fußballsparte ab. Sein Nachfolger soll Stephan Reiher werden.

Ahrensburg.  In seiner Funktion als Trainer-Lehrwart beim Kreisfußballverband bereitet Günter Feigl dieser Tage wieder rund 20 Anwärter auf die C-Lizenz vor. Dass er beim SSC Hagen Ahrensburg einst selbst als Trainer begann, wissen nur noch die wenigsten, schon lange tritt Feigl in erster Linie als Abteilungsleiter auf. Außerdem ist er als einer der Jugend-Koordinatoren sowie im Gesamtverein als Kassenwart aktiv. „Ich bin Rentner, aber ein viel beschäftigter Rentner“, sagt der 68-Jährige im Gespräch mit dem Abendblatt.

Mit großem Gegenwind rechne Feigl nicht

Wie er schon vor dem Jahreswechsel ankündigte, wird Feigl auf der Spartenversammlung der Fußballer am 19. März nicht mehr kandidieren. Nach 16 Jahren gibt er das Amt auf. Doch die Arbeit für den Verein dürfte trotzdem nicht weniger werden. Denn wenn am 30. April die Mitgliederversammlung des Gesamtvereins abgehalten wird, will Feigl nicht mehr als Kassenwart und stattdessen für das Amt des Vorsitzenden kandidieren. Das bekräftigte er nun öffentlich.

Dass Feigl tatsächlich an die Spitze des zehn Sparten umfassenden Vereins gewählt wird, ist wahrscheinlich. Der bisherige Vorsitzende Ole Junker kann das Amt aus gesundheitlichen Gründen schon länger nicht mehr ausüben. Und einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht. Seine Kandidatur komme insofern ein bisschen aus der Not heraus, sagt Feigl, schließlich müsse das Amt ja besetzt werden. „Mein Vorteil ist, dass ich jetzt drei Jahre als Kassenwart im Vorstand war. Da habe ich mich mit allen Themen des Vereins befassen und mir einen Überblick verschaffen müssen. Ich glaube, ich bin da gut aufgestellt.“

Mit einem derartigen Gegenwind wie auf der Mitgliederversammlung 2014, als Junker eine Kampfabstimmung gewann und Feigl nur knapp zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, rechne er diesmal nicht. „Das war damals eine ganz andere Situation, an die ich eigentlich gar nicht mehr denken möchte“, sagt Feigl. Für einige Jahre könne er sich diese Tätigkeit vorstellen, in absehbarer Zukunft müsse aber ein jüngerer Vorsitzender gefunden werden.

Zunächst habe Reiher gezögert

Für die Fußball-Sparte ist Feigl genau das gelungen. Für seine Nachfolge als Abteilungsleiter wird der elf Jahre jüngere Stephan Reiher kandidieren. Der Versicherungsbetriebswirt aus Trittau kam vor sechs Jahren in den Verein, betreut seither die Jugendmannschaft, in der sein Sohn kickt, und war unter anderem an der Organisation der Fahrten zum Gothia Cup in Schweden beteiligt.

Als er gefragt wurde, ob er sich die Abteilungsleitung vorstellen könne, habe er zunächst gezögert, verrät Reiher. „Es war keine schnelle Entscheidung. Ich musste sichergehen, dass ich den zeitlichen Aufwand mit Beruf und Familie vereinbaren kann.“

Weil die Sparte über „ein gutes Team und funktionierende Strukturen“ verfüge, sind die Zweifel mittlerweile zerstreut. Sollte er auf der Abteilungsversammlung gewählt werden – auch hier wird es nach aktuellem Stand keinen Gegenkandidaten geben – will Reiher Feigls Arbeit fortsetzen. „Gravierende Veränderungen stehen erst mal nicht an. Ein Ziel ist, dass im Jugendbereich alle Trainerposten mit lizenzierten Übungsleitern besetzt sind. Bis auf drei Ausnahmen ist das schon der Fall.“

Feigl würde erste Mannschaft gern in der Landesliga sehen

Darüber hinaus sieht Reiher eine große Aufgabe in dem Spagat zwischen Breitensport und leistungsorientiertem Fußball. Das sei in der Vergangenheit nicht immer geglückt. „Vor einigen Jahren ging es im Jugendbereich zu sehr um Leistungsorientierung, da haben wir den Breitensport ein bisschen außer Acht gelassen“, sagt er. „In erster Linie soll es um den Spaß am Fußball gehen. Als zu sehr auf Leistung geachtet wurde, gab es in der Folge eine gewisse Fluktuation. Daraus haben wir gelernt, das soll nicht mehr passieren.“

Das sieht auch Günter Feigl so. Highlights und Tiefpunkte seiner Amtszeit hängen zusammen. Zwei Jahre lang spielte die erste Herrenmannschaft in der Schleswig-Holstein-Liga, zeigte phasenweise sehr attraktiven Fußball und trotzte einmal sogar dem VfB Lübeck einen Punkt ab. „Das haben wir trotz der finanziellen Belastung damals unserer Mannschaft gegönnt und es hat uns viel Spaß gemacht“, erinnert sich Feigl. Auch die A-Junioren liefen zeitweise in der höchsten Spielklasse des Landes auf.

Doch der Erfolg hatte eine Kehrseite. „Wenn man höher spielt, weckt man Interesse. Dann kommen neue Spieler, aber die gehen irgendwann auch wieder. Tiefpunkte waren immer, wenn wir dann feststellen mussten, dass uns der eigene Nachwuchs, die eigenen Kinder weggelaufen sind, weil sie von externen Spielern verdrängt wurden.“

Deshalb soll es beim SSC Hagen nicht mehr vorrangig um Titel und Aufstiege gehen. Die einstmals fünftklassige Herrenmannschaft, mittlerweile in der siebtklassigen Verbandsliga Süd aktiv, würde Feigl aber doch gern eine Spielklasse weiter oben sehen. „Wir gehören in die Landesliga“ sagt er. Die Spiele wird der Rentner weiterhin so oft wie möglich besuchen – auch wenn er viel beschäftigt bleibt.