Stormarn
Handball

Reinfelderinnen beweisen Stärke in der Krise

Spielen auch kommende Saison beim SV Preußen Reinfeld (v. l.): Lina Tonding, Sarah Diekert, Katherina Buschmann und Rika Tonding.

Spielen auch kommende Saison beim SV Preußen Reinfeld (v. l.): Lina Tonding, Sarah Diekert, Katherina Buschmann und Rika Tonding.

Foto: Henrik Bagdassarian

Oberliga-Handballerinnen des SV Preußen sind so gut wie abgestiegen. Trainerteam und elf Spielerinnen sagen für kommende Spielzeit zu.

Reinfeld.  Sämtliche Spekulationen darüber, wie es nach dem kaum noch vermeidbaren Abstieg aus der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein mit der Mannschaft weitergeht, erstickt Lina Tonding entschlossen im Keim. „Als Team haben wir den Aufstieg geschafft, gemeinsam als Team steigen wir auch ab“, sagt die 28 Jahre alte Handballerin des SV Preußen Reinfeld. „So unerfreulich die sportliche Lage auch ist, wir werden weiter an einem Strang ziehen und gestärkt auch diese Krise überwinden.“

Betreuer Arno Möller komplettiert das Trainerduo

Ebenso wie Reinfelds blonde Rückraumspielerin denken scheinbar auch die meisten ihrer Mannschaftskameradinnen. Neben Lina Tonding haben Annika Rahf, Katherina Buschmann, Sabrina Wiencke, Vivien Oeder, Nike Denker, Sarah Diekert und Svea Schüller schon jetzt für kommende Spielzeit – egal ob Ober- oder Schleswig-Holstein-Liga – zugesagt. Fest steht zudem, dass Kerstin Albrecht, Rika Tonding und Laura Hirth nach der Schwangerschaft und angemessener Babypause in den Kader zurückkehren. „Natürlich stimmt mich traurig, dass wir als Mannschaft zu selten unser Potenzial abrufen konnten“, sagt Rika Tonding, die seit zehn Jahren dabei ist. „Ich bin aber auch froh, dass die sportliche Misere nicht zu gegenseitigen Schuldzuweisungen führt, da jede Spielerin den Fehler erst einmal bei sich sucht.“

Mit Eileen Kobus von der HSG Tills Löwen hat Detfred Dörling bereits den ersten Neuzugang für die kommende Spielzeit verpflichtet. „Eileen ist eine hochgewachsene, wurfstarke Spielerin, von der ich mir im Rückraum wichtige Impulse erhoffe“, sagt Reinfelds Coach.

Dörling hat sich ebenfalls festgelegt. Als Trainer kümmert sich der 65-Jährige gemeinsam mit Christian Neubauer weiterhin um die sportlichen Belange der Mannschaft. Betreuer Arno Möller komplettiert das erfahrene Trio.

Zusammenhalt der Spielerinnen macht Trainer stolz

„Ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet, im Fall eines Abstiegs alles hinzuschmeißen, so möchte ich nicht aufhören“, sagt Dörling. Nach kurzer Gedankenpause fügt er hinzu: „Mit Arno verbindet mich eine langjährige Freundschaft. Mit Christian passt es ebenfalls menschlich, da brauche ich nicht viel reden auf der Bank.“

Dörling gilt als Urgestein der Reinfelder Handball-Szene. Anfang der 2000er-Jahre baute er zunächst die HSG Reinfeld/Hamberge auf, ehe er nach deren Auflösung vor fünf Jahren mit dem kompletten Team zum SV Preußen Reinfeld wechselte.

„Ein Abstieg wird keinen von uns aus der Bahn werfen“, sagt der Coach und lächelt. „Stolz macht mich der Zusammenhalt unter den Spielerinnen, das erlebt ein Trainer nicht alle Tage.“ Neubauer wagt sogar schon eine Prognose. „Auch eine Klasse tiefer wird die Mannschaft sich als eingeschworene Einheit präsentieren und sich den Wiederaufstieg zum Ziel setzen.“

Dritter Saisonerfolg sei runtergegangen wie Öl

Neben der jungen Svea Schüller zählen die 19-jährige Sarah Diekert und die ein Jahr ältere Katherina Buschmann zu den wenigen sportlichen Lichtblicken einer verkorksten Saison. Buschmann, die ihrer Mannschaft zuletzt durch sehenswerte Paraden den 23:20 (12:11)-Heimerfolg gegen den Bredstedter TSV sicherte, hält die frühe Positionierung des Trainerteams für ein wichtiges Signal. „Dass sich im Trainer- und Betreuerstab nichts ändert, hat uns Spielerinnen viel Stabilität gegeben“, sagt Reinfelds Torhüterin. „Sie haben alles getan, damit wir uns gut fühlen, leider haben wir das nicht mit Leistung zurückgezahlt.“ Der dritte Saisonerfolg sei aber runtergegangen wie Öl, meint die 20-Jährige.

Diekert, die zu Saisonbeginn vom VfL Bad Schwartau kam, zählte mit fünf Treffern gegen Bredstedt zu den auffälligsten Spielerinnen ihrer Mannschaft. „Ich habe nicht damit gerechnet, so schnell in der Oberliga Fuß zu fassen“, sagt die 19-Jährige und lächelt. „Das habe ich dem Team zu verdanken, das mich mit offenen Armen aufgenommen hat.“ Übrigens: Dörling, der kommende Spielzeit eine weibliche A-Jugend etablieren möchte, lädt für kommenden Montag, 24. Februar (19.45 Uhr, Schützenstraße) zu einem Probetraining ein. „Einige vielversprechende Talente aus der Region haben zugesagt“, so der Trainer. Fragen beantwortet Dörling unter der Rufnummer 0170/161 51 60.