Stormarn
Basketball

Ahrensburgerinnen gelingt Heimerfolg beim Landesderby

Caroline Schwarz (l.) setzt sich gegen die Kielerin Tiffanie Sarino durch

Caroline Schwarz (l.) setzt sich gegen die Kielerin Tiffanie Sarino durch

Foto: Henrik Bagdassarian

Basketballdamen bleiben trotz des 82:69-Erfolgs gegen den Kieler TB Tabellenvierte in der 2. Regionalliga Nord.

Ahrensburg.  Auch wenn die Basketballdamen des Ahrensburger TSV gegen den Tabellendritten Kieler TB einen deutlichen 82:69 (35:28)-Heimerfolg erzielt haben, spricht Sebastian Eickhoff von einer Partie mit fadem Beigeschmack. „Im zweiten Durchgang hat sich nicht mehr die Frage gestellt, ob, sondern nur noch wie hoch wir gewinnen“, sagt der Coach der Ahrensburgerinnen. „Deshalb war ich am Ende ein wenig enttäuscht, dass die Punktedifferenz nicht für den Sprung auf den dritten Tabellenrang gereicht hat.“ Denn phasenweise führten die Ahrensburgerinnen bereits mit 20 Punkten.

Coach war vom Auftritt seines Teams angetan

Um an Kiel und somit an dem derzeitigen Tabellendritten der 2. Regionalliga Nord vorbeizuziehen, hätten die „Twisters“ als viertplatziertes Team mit 23 Zählern Vorsprung gewinnen müssen. Nur dann hätten sie aufgrund des bei Punktegleichheit ausschlaggebenden direkten Vergleichs die Nase vorn gehabt. Das Hinspiel hatten die Schlossstädterinnen mit 62:84 verloren. Das Titelrennen wird das enteilte Führungsduo BG Hamburg-West und Eimsbütteler TV voraussichtlich unter sich ausmachen.

Von dem Auftritt seiner Mannschaft war der Coach dennoch angetan. „In der ersten Halbzeit habe ich genau den Team-Basketball gesehen, den ich von meinen Spielerinnen verlange“, sagt Eickhoff. „Im zweiten Durchgang haben sie zudem mit temperament- und technisch anspruchsvollem, gleichzeitig aber auch kontrolliertem Basketball, geglänzt. Es war die beste Saisonleistung, bei der jede Einzelne über ihre Ausdauergrenze hinausgegangen ist.“

Mit Fabienne Fayaz, die gegen Kiel auf 20 Punkte kam, Caroline Schwarz und der ehemaligen estländischen Nationalspielerin Marit Maaring – beide erzielten jeweils 16 Zähler – haben die Ahrensburgerinnen auch im Ligavergleich drei heiße Eisen im Feuer. Das Ranking der erfolgreichsten Werferinnen in dieser Spielzeit führt Fayaz mit 176 Punkten aus zehn 10 Spielen an, Schwarz (120/11) steht auf Rang fünf, Maaring (111/9) auf Platz zehn. Mit einer Quote von 77,80 Prozent ist die Estländerin viertsicherste Schützin von der Freiwurflinie aus. Schwarz folgt mit 70,0 Prozent auf Rang sieben. In der Liste der Spielerinnen mit der höchsten Erfolgsquote bei Drei-Punkte-Würfen werden Fayaz und Maaring mit im Schnitt 2,1 pro Spiel auf den Rängen zwei und drei geführt.

Mara Baumann übernimmt tragende Rolle

Auf die Korbjägerqualitäten von Fayaz hatten sich die Kielerinnen – mit mittelmäßigem Erfolg – entsprechend eingestellt: Sobald Eickhoff die 18-Jährige auf das Spielfeld schickte, zogen die Gäste eine Spielerin aus der Zonendeckung ab, um Fayaz in „Manndeckung“ zu nehmen. Eickhoff: „Fabienne ist abgeklärt genug, mit derartigen Situationen umzugehen.“

In eine tragende Rolle auf dem Spielfeld schlüpft mittlerweile auch Mara Baumann. Die 19-jährige kam zu Saisonbeginn aus Karlsruhe zum ATSV. „Mara ist das Bindeglied, das der Mannschaft in den zurückliegenden Jahren gefehlt hat“, sagt der Trainer. „Auf ihre reflektierende und erwachsene Art findet sie auf dem Spielfeld nicht nur die richtigen Worte an ihre Mitspielerinnen, in strittigen Situationen verlangt sie auch dem Schiedsrichtergespann schon Mal – mit dem nötigen Respekt – eine Erklärung ab.“

Eickhoff gefällt die gesunde Einstellung der 19-Jährigen zum Basketballsport. „Mara hat mir einmal gesagt, sie suche den Wettkampf bis zu jenem Punkt, an dem es für sie nicht mehr weitergehen würde. Bis dahin gebe sie für die Mannschaft und sich selbst aber alles. Das gefällt mir“, so der Coach.

Nächstes Spiel gegen Tabellenschlusslicht

Im Vergleich zu den vergangenen Spielzeiten hat auch das Passspiel der „Twisters“ an Qualität gewonnen. „Beidarmige Zuspiele über Kopf oder in Brusthöhe sind sehr verbreitet im Damenbasketball“, sagt Eickhoff. „Mittlerweile sehe ich bei meiner Mannschaft immer öfter sogenannte Einhand-Zuspiele, die sich gerade unsere jüngeren Spielerinnen bei der früheren Nationalspielerin Marit Maaring abgeschaut haben.“

Eickhoff bescheinigt auch der 15-jährigen Louisa Krause, in ihrer Entwicklung enorme Schritte nach vorn gemacht zu haben. „Sie benötigt einfach das passende Umfeld, um Selbstbewusstsein aufzubauen“, sagt der Coach. „Den Respekt vor der Spielklasse, der Mannschaft und dem Trainer hat sie abgelegt und konzentriert sich voll und ganz auf den Sport.“

Am Sonnabend, 22. Februar, steht für die „Twisters“ die nächste Aufgabe an, wenn sie auswärts auf Tabellenschlusslicht BG Harburg-Hittfeld treffen. Eickhoff: „Ich rechne nicht damit, dass die Spielerinnen eine Mannschaft nur aufgrund der Tabellensituation auf die leichte Schulter nehmen.“

Die Punkte für den Ahrensburger TSV erzielten: Fabienne Fayaz (20), Caroline Schwarz, Marit Maaring (je 16), Mara Baumann (8), Marie Diers, Louisa Krause (je 7), Lena Mecking, Kiana Schneider (je 4).