Stormarn
BADMINTON

Trittauer Trainer hilft im Bundesligateam aus

Alexander Strehse spielt eigentlich für Trittaus dritte Mannschaft in der Oberliga.

Alexander Strehse spielt eigentlich für Trittaus dritte Mannschaft in der Oberliga.

Foto: Jürgen NUPPENAU / HA

Alexander Strehse (TSV Trittau II) steht dieses Wochenende als Spieler auf dem Feld. Grund dafür ist akuter Personalmangel.

Trittau.  Bei Heimspielen des TSV Trittau in der Badminton-Bundesliga stellt er die Spieler beider Mannschaften vor, und führt die Zuschauer mit dem Mikrofon in der Hand als Hallensprecher durch den Nachmittag. Jetzt wechselt Alexander Strehse die Seiten. Akute Personalnot führt dazu, dass der 32-Jährige an diesem Wochenende für das Bundesligateam selbst den Schläger schwingt.

Der Russe Sergey Sirant hat wegen eines internationalen Turniers für die beiden Auswärtsspiele an diesem Sonnabend beim Tabellendritten 1. BC Wipperfeld und am Sonntag beim zweitplatzierten TV Refrath ebenso abgesagt wie der Ungar Gergely Krausz, bei dem eine alte Muskelverletzung wieder aufgebrochen ist. Mannschaftsführer Nikolaj Persson zieht es vor, in den beiden Heimspielen der Reserveteams auszuhelfen, das nach dem Achillessehnenriss von Daniel Seifert ebenfalls jede Hilfe benötigt, Ary Trisnanto steht aus familiären Gründen nur am ersten Tag zur Verfügung – so muss Strehse in Refrath aushelfen.

Strehse hatte kaum Zeit zu trainieren

Es wird überhaupt erst sein zweiter Einsatz in der ersten Bundesliga. „Vor drei, vier Jahren habe ich mal mit Trisnanto ein Doppelmatch absolviert. Wir haben aber in vier Sätzen verloren“, sagt er. Alles andere als eine Niederlage wäre auch diesmal eine Überraschung. Strehse: „Ich hoffe nur, dass ich nicht zu alt aussehe. Denn viel Zeit, um selbst zu trainieren, habe ich ja nicht mehr.“

Alexander Strehse steht zwar noch mehrfach pro Woche in der Halle, aber dann als Trainer. Er ist Inhaber der A-Lizenz, coacht im Verein sowohl Anfänger als auch Bundesligaspieler. Selbst spielt er eigentlich nur noch in der dritten Mannschaft, die gerade aus der Oberliga abgestiegen ist.

S ogar ein Punkt wäre schon zufriedenstellend

Neben ihm und Trisnanto werden Jonathan Persson, David Jones, Matthew Clare, Priskila Siahaya, Jessica Hopton und Inalotta Suutarinen zum Einsatz kommen.

Die Trittauer sind in beiden Partien Außenseiter. „Wenn wir eines der Spiele knapper verlieren als in der Hinrunde und sogar einen Punkt holen, wäre das in Anbetracht der Personalsituation schon zufriedenstellend“, sagte Nikolaj Persson. In der ersten Saisonhälfte gab es gegen beide Gegner in eigener Halle eine 1:6-Niederlage, wobei sich die Trittauer dabei etwas unter Wert geschlagen fühlten. „Beide Spiele sind umkämpfter gewesen, als es das Ergebnis erahnen lässt“, sagt Persson.

Sechster Platz ist Qualifikationsbedingung für die Endrunde

Im Kampf um die Qualifikation für einen Play-off-Platz wird jeder Zähler benötigt. Aktuell sind die Stormarner Tabellenfünfter, gleich drei hinter ihnen platzierte Mannschaften könnten theoretisch aber an diesem Wochenende vorbeiziehen – der 1. BC Beuel, 1. BV Mülheim und SC Union Lüdinghausen. Um sich für die Endrunde zu qualifizieren, muss man im Endklassement mindestens Sechster werden. Persson: „Ich glaube, das bleibt spannend bis zum Schluss.“

Die in der 2. Bundesliga Nord auf Rang fünf stehende Zweitvertretung hat am Wochenende zwei Tabellennachbarn zu Gast – am Sonnabend den viertplatzierten STC BW Solingen (11 Uhr) und am Sonntag den 1. BV Mülheim II (15 Uhr, jeweils Heinrich-Hertz-Straße).