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Andreas Goldau trainiert VfL Oldesloe ab sofort

Familienvater Andreas Goldau ist 55 Jahre alt und wohnt in Ahrensburg.

Familienvater Andreas Goldau ist 55 Jahre alt und wohnt in Ahrensburg.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Ursprünglich sollte der neue Coach der Kreisligafußballer im Sommer übernehmen. Spartenleiter Möller hört auf.

Bad Oldesloe. Neue Entwicklung in der Trainerfrage beim VfL Oldesloe: Die Kreisligafußballer werden schon jetzt von Andreas Goldau gecoacht. In einer Pressemitteilung am vergangenen Sonnabend hatte der Club den 55-Jährigen als Nachfolger von Torben Burmeister vorgestellt – allerdings erst zur neuen Saison im kommenden Sommer. Nun wurde die Übergabe des Amts vorgezogen. Goldau leitete an diesem Donnerstag bereits seine erste Einheit.

Abteilungsleiter verzichtet auf erneute Kandidatur

Goldau schlug die Beschleunigung des Trainerwechsels bei einer Sitzung selbst vor, unter der Bedingung, dass Burmeister damit einverstanden ist. Das war der Fall. „Torben hat das sofort mitgetragen“, sagt Goldau. „Dass ich jetzt schon einsteige, hat viele positive Pluspunkte. So haben wir mehr Zeit, uns gegenseitig kennenzulernen. Ich kann meine Art schon jetzt einbringen und damit zur neuen Saison den Kader besser einschätzen.“ Burmeister, der den Posten auf eigenen Wunsch aufgibt, um sich selbst wieder mehr auf das Fußballspielen konzentrieren zu können, wird seinen Nachfolger künftig gemeinsam mit Björn Kuhlenkamp als Co-Trainer unterstützen. In der Übergangsphase trägt er noch die Verantwortung bei Fitness-Einheiten und einem Hallenturnier.

Beim VfL gab es somit binnen weniger Tage gewissermaßen gleich zweimal denselben Trainerwechsel. Doch damit nicht genug der Umstellungen. Auf der Jahresversammlung der Fußballer verzichtete Abteilungsleiter Marco Möller auf eine erneute Kandidatur. Er könne die Aufgabe aus beruflichen und zeitlichen Gründen nicht mehr bewältigen. Damit endet Möllers Amtszeit nach weniger als elf Monaten und die Sparte steht erneut ohne Chef da. „Da es für uns sehr kurzfristig war, war es trotz vieler Gespräche nicht möglich, einen Kandidaten zu finden“, sagte Carolin Relling. Die Bereichsleiterin weiblicher Fußball wird die Abteilung gemeinsam mit dem Jugendleiter Alexander Stamer bis auf Weiteres kommissarisch anführen.

Bis 2017 war Goldau für die B-Junioren verantwortlich

Der dritte Bereichsleiter, der für die Herren zuständige Heiko Henneking, äußerte sich auf der Jahresversammlung zu der Entwicklung der Ligamannschaft, die nach dem erneuten Abstieg aus der Verbandsliga im Tabellen-Niemandsland der Kreisliga überwintert. Der Absturz sei abgewendet worden, sagte Henneking. „Die Mannschaft ist auf einem guten Weg, die Platzierung sicher ausbaufähig. Jedoch haben wir eine sehr junge Mannschaft und der darf man auch Fehler zugestehen. Menschlich ist sie top.“

Ab Sommer 2022 soll im Travestadion wieder Verbandsliga-Fußball gespielt werden. Dafür soll also Goldau sorgen, der von Henneking zunächst für den Jugendbereich angefragt worden war und nun als Chefcoach der ersten Herrenmannschaft anfängt. Seine Trainerlaufbahn begann er beim Oberalster VfW, und wechselte später über den VfR Todendorf zum SSC Hagen Ahrensburg. Dort war er zuerst für die Zweite zuständig, ehe er von 2001 bis 2005 die Ligamannschaft coachte. Danach arbeitete Goldau sechs Jahre im Jugendbereich des SSC, wohin er nach zwei Stationen im Hamburger Herrenbereich nochmals zurückkehrte. Bis 2017 war er für die B-Junioren verantwortlich.

Am Hagen trat er schließlich zurück – auch um die Atmosphäre am eigenen Essenstisch zu bewahren. „Da meine beiden Söhne in der Mannschaft spielten, war irgendwann der häusliche Frieden in Gefahr“, sagte Goldau, der in Ahrensburg wohnt. Mit seiner Frau hat er neben den beiden heute 18-jährigen Söhnen eine 22-jährige Tochter. Sein Geld verdient Goldau als selbstständiger Hausverwalter. In Stormarn ist er auch in Kulturkreisen bekannt. 2018 war er Mitbegründer der Ahrensfelder Kulturbanausen, die jedes Jahr zwei Veranstaltungen organisieren.

Am 22. Februar ist der TSV Bargteheide zu Gast

Als Trainer der Oldesloer will Goldau für gute Stimmung sorgen, ohne dabei die klaren Ziele aus den Augen zu verlieren. „Mir ist wichtig, dass die Jungs Spaß haben und dabei ihr Bestes geben, um das Potenzial auszuschöpfen.“ Es gebe für ihn keine guten und schlechten Spieler. „Jeder ist innerhalb der Mannschaft für irgendetwas gut.“ Dabei versteht sich Goldau aber nicht bloß als Stimmungsmacher. „Ich bin durchaus auch taktikaffin.“

In der laufenden Übergangssituation soll die Mannschaft stabilisiert werden. In der kommenden Runde will Goldau dann die Top fünf angreifen. „Der Kader ist groß und jung, als Unterbau haben wir die Verbandsliga-Junioren. Wenn man taktisch und motivationsmäßig richtig rangeht, kann man hier etwas rausholen.“

Am Sonnabend geht die Winter-Vorbereitung für den Kreisligaclub mit dem Freundschaftsspiel auf dem Exer gegen den TSV Pansdorf II weiter, in der Woche darauf steht ein echter Härtetest gegen Landesligist SV Eichede II an. Für Goldaus Pflichtspiel-Debüt beim VfL hat der Spielplan dann gleich einen echten Klassiker parat: Am 22. Februar ist der TSV Bargteheide zu Gast in der Kreisstadt.