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Bargteheider Basketballer feiert Comeback nach Verletzung

Gerrit Reimers kann nach überstandener Verletzung wieder lächeln.

Gerrit Reimers kann nach überstandener Verletzung wieder lächeln.

Foto: Henrik Bagdassarian

Gerrit Reimers riss sich die rechte Achillessehne, investierte elf Monate Zeit und viel Geld in die Rehabilitation.

Bargteheide. Die ersten Sekunden nach einem schweren Sportunfall gleichen schnell einem Gedankenchaos. „Als erstes schoss mir durch den Kopf: Hoffentlich werde ich durch die drohende Zwangspause nicht dick“, sagt Gerrit Reimers und lacht. „Sofort danach dachte ich an meine noch für den selben Abend geplante Geburtstagsparty und die dafür angemietete Location in Hamburg, die ich nun gezwungenermaßen absagen musste.“

Der 31-Jährige wollte schnell auf Spielfeld zurückkehren

Knapp ein Jahr ist es her, als dem Basketballer des TSV Bargteheide während einer Auswärtspartie bei der BSG Bremerhaven ohne Fremdeinwirkung die rechte Achillessehne riss. Reimers erinnert sich: „Es geschah ohne Vorwarnung während eines Dribblings, als ich den Ball von der einen in die anderen Hand übergab. Der dumpfe Knall war überall in der Halle zu hören. Ich wusste sofort, dass etwas Schlimmes passiert war.“

Auf dem Weg in Krankenhaus gab es gleich den nächsten Dämpfer. „Einer der beiden Sanitäter erzählte mir von zwei guten Bekannten, denen das Gleiche passiert sei und die beide danach mehr als 15 Kilogramm zugenommen hätten“, sagt Reimers. „Das hat meiner Stimmung, die sowieso schon im tief im Keller war, nicht unbedingt gut getan. Denn eines war mir schon zu dem Zeitpunkt klar: Ich wollte so schnell wie möglich auf das Spielfeld zurückkehren.“

Wechselbad der Gefühle für den gebürtigen Mollhagener

Vor knapp einer Woche war es dann soweit. Gegen Blau-Weiß Ellas feierte Reimers sein Comeback in der 2. Regionalliga Nord.

Die Auswärtspartie verloren die Bargteheider zwar deutlich und Reimers blieb ohne Korberfolg, das jedoch tat der guten Laune des 31-Jährigen keinen Abbruch. „Ich war einfach überglücklich, endlich wieder zusammen mit den Jungs auf dem Spielfeld zu stehen“, sagt er.

In den elf Monaten davor erlebte der gebürtige Mollhagener, der mit Ehefrau Svenja in Hamburg-Eimsbüttel lebt, ein Wechselbad der Gefühle. „Seit meiner Jugend ist Basketball meine große Leidenschaft“, sagt Flügelspieler der „Bees“. Doch damit war erst einmal Schluss. Die Ärzte verpasstem dem dunkelblonden Stormarner nach erfolgreich verlaufener Operation für sechs Wochen eine Unterschenkel-Fuß-Orthese zur Immobilisierung – und auf längere Sicht ein absolutes Sportverbot.

Reimers spielt Basketball, seit er zwölf ist

Die nun folgende Phase war für ihn die reinste Qual. „Die frisch operierte Sehne durfte unter keinen Umständen belastet werden“, sagt Reimers und schmunzelt. „Auf Krücken und mit einer Altbauwohnung im dritten Stock entpuppte sich das als eine enorme Herausforderung.“

Svenja, damals noch die Freundin des Stormarners, unterstützte ihn in allen Belangen. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand, der allein lebt, mit einer derartigen Verletzung seinen Tagesablauf regelt“, sagt der 31-Jährige.

Seit seinem zwölften Lebensjahr spielt Reimers beim TSV Bargteheide leidenschaftlich gern Basketball. „Ein Spiel abzusagen, stand für mich nie zur Diskussion“, sagt Reimers, gibt dann aber zu: „Okay, zweimal hatten private Dinge Vorrang. Was nachzuvollziehen ist: Das erste Mal - es war im Jahr 2006 - sagte er seinem Trainer aufgrund seines ersten Dates mit Svenja ab. Beim zweiten Mal vor zwei Jahren gab es sogar noch einen gewichtigeren Grund: Reimers unterbreitete seiner Zukünftigen in Kanada einen Heiratsantrag. Vergangenen September feierten sie Hochzeit.

Zwischendurch gab’s einen herben Rückschlag

Neben den Schmerzen und der vorübergehenden Unbeweglichkeit, die eine solche Verletzung mit sich bringt, empfand Reimers die für die häuslichen Reha-Maßnahmen nötige Geduld und Disziplin als größte Herausforderung. Zehn Monate ließ er sich von einer Physiotherapeutin behandeln, acht Monate davon zahlte er aus eigener Tasche. „Ich habe viel Zeit und rund 3000 Euro investiert, am Ende aber alles gewonnen“, sagt Reimers. Zwischenzeitlich musste er aber auch einen herben Rückschlag verkraften. Aufgrund einer Entzündung brach vergangenen August die Operationsnarbe auf – erneut musste der rechte Fuß einige Wochen ruhig gelegt werden.

„Kurz vor der Hochzeit war ich wieder soweit fit, dass ich schnell noch ein paar private Tanzstunden nehmen konnte“, sagt Reimers und lächelt. „Auf den Eröffnungstanz wollte meine Frau unter keinen Umständen verzichten.“