Stormarn
Reitsport

Anne Sophie fiebert Jugend-Team-Cup entgegen

Anne Sophie Wenzel (PS Granderheide) mit Levista

Anne Sophie Wenzel (PS Granderheide) mit Levista

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Die 16-Jährige aus Grande reitet für das Team Peer-Span, das von Nationenpreisreiter Thieß Luther trainiert wird.

Grande.  Acht Teams, sieben Etappen, ein Finale: Der Holsteiner Masters Jugend-Team-Cup übt auf junge Springreiter jedes Jahr einen ganz besonderen Reiz aus. „Der Slogan ,Das Team ist der Champion’ drückt eigentlich alles aus. Der Zusammenhalt und das gegenseitige Daumendrücken machen den besonderen Charme dieser Turnierserie aus“, sagt Anne Sophie Wenzel mit einem Lächeln.

Die 16-Jährige vom PS Granderheide fiebert schon jetzt dem 13. Februar und damit dem Tourauftakt in der Holstenhalle in Neumünster anlässlich der VR Classics entgegen. Die erste M*-Prüfung der Serie ist für 20 Uhr angesetzt.

Anne Sophie hat keine Probleme mit Lampenfieber

„Zu dem Zeitpunkt befinden sich noch jede Menge Zuschauer in der Halle, das sorgt bei dem einen oder anderen Reiter von uns schon für einen Gänsehautmoment“, sagt Anne Sophie.

Sie selbst habe keine Probleme mit Lampenfieber vor großer Kulisse. „Im Parcours bekomme ich das ganze Drumherum kaum mit, da konzentriere ich mich voll und ganz auf mein Pferd. Aber vielleicht ist das ja auch eine Art, mit der Nervosität umzugehen.“

Das Besondere an dem Jugend-Team-Cup: Alle anfallenden Kosten werden aus den Sponsorengeldern bezahlt. Die Reiter erhalten jedoch die Gewinngelder. Zugelassen sind Mitglieder der Landesverbände Schleswig-Holstein und Hamburg bis zum 19. Lebensjahr in den Leistungsklassen zwei bis vier. Kaderreiter dürfen nur Nachwuchs-, nicht Ihre Championatspferde reiten.

Die Serie umfasst sieben Turniere und das Finale in Neumünster

Der Parcours der Serie mit Stationen in Neumünster, Lübeck, auf Fehmarn, in Hanerau-Hademarschen, Hörup, Havekost und dem großen Finale in Neumünster ist technisch anspruchsvoll, aber fair gebaut, das Niveau dabei gleichbleibend hoch. „Keiner bekommt etwas geschenkt, jeder findet aber die gleichen Bedingungen vor“, sagt Anne Sophie.

Die junge Granderin reitet im zweiten Jahr in Folge für das Team Peer-Span. Malte Graf, Geschäftsführer des Spezialisten für Qualitäts-Einstreu, Hobelspäne und Strohpellets, unterstützt die Mannschaft finanziell. Nationenpreisreiter Thieß Luther aus Wittmoldt in der Nähe von Plön ist der Trainer. Den Kontakt zu dem Team stellte der international erfolgreiche finnische Springreiter Niclas Aromaa her, der gleichzeitig auch der Reittrainer der blonden Stormarnerin ist. Beide haben großes Vertrauen zueinander.

Der finnische Springreiter Niclas Aromaa betreute die junge Granderin

„Niclas hat einfach das richtige Feeling dafür, junge Reiter behutsam an das nächste Level heranzuführen“, sagt Anne Sophie. Das feine Gespür, das sie ihrem Ausbilder zuschreibt, zeigt die 16-Jährige aber auch selbst im Umgang mit Tieren. „Junge Pferde sollten auf keinen Fall überfordert und deshalb langsam mit den steigenden Herausforderungen des Reitsports vertraut gemacht werden“, sagt sie. „Deshalb bevorzuge ich Turniere, bei denen das Gesamtpaket stimmt.“

Mit Levista, einer siebenjährigen Oldenburger Stute, startete sie vor Kurzem beim Nord-Cup in Elmshorn. „Gerade einem jungen Pferd bietet das Turnier in der Fritz-Tiedemann-Halle durch den gelenkschonenden Boden einen sehr gut gesteckten Parcours und die große Abreitehalle hervorragende Bedingungen“, sagt die 16-Jährige. Dass sie eine Platzierung knapp verfehlte, ärgerte sie nicht. „Wichtiger war mir, dass Levista Turniererfahrung sammelt.“

Corot du Buisson ist ein weiteres Pferd der Granderin. Den 13 Jahre alten Wallach reitet Anne Sophie seit gut zwei Jahren. „Corot ist ein sehr ehrliches Pferd, von dem ich viel gelernt habe“, sagt sie. Der Wallach ist ein sogenanntes Zangersheider Reitpferd. Ursprung der Rasse ist die Region Flandern in Belgien. Das dritte Pferd im Bunde ist Lady Gaga, die Mutter von Levista.

Die 16-Jährige geht aufs Gymnasium Trittau. Nächstes Jahr steht das Abitur an

Dass ihre Tochter sich täglich auf unterschiedliche Pferde einstellen muss, befürwortet Marion Wenzel. „Ein junger Reiter, der gleichzeitig mit mehreren Pferden arbeitet, profitiert davon enorm“, sagt die ehemalige Jugendwartin des PS Granderheide. „Er lernt, sich auf verschiedene Charaktere einzulassen und eine harmonische Basis zum Lebewesen Pferd zu schaffen.“

Anne Sophie besucht die elfte Klasse des Gymnasiums Trittau. Bald beginnen die Vorbereitungen auf die im kommenden Jahr bevorstehenden Abiturprüfungen. Pläne für die Zeit danach hat die 16-Jährige noch nicht geschmiedet. Ein längerer Auslandsaufenthalt – wie ihn viele ihrer Schulkameradinnen planen – steht jedenfalls nicht zur Diskussion. Kürzlich absolvierte sie ein zweiwöchiges Wirtschaftspraktikum auf dem Reiterhof von Gerd Sosath, dem Geschäftspartner ihres Trainers Aromaa.

Ein sportlicher Höhepunkt der 16-Jährigen im vergangenen Jahr war ihr Auftritt bei der hochkarätig besetzten Danisch Christmas Show in Vilhelmsborg/Aarhus. „Von der großen Kulisse hat Levista sich überhaupt nicht beeindrucken lassen, das fand ich sehr cool“, sagt Anne Sophie.

Die erfolgreichen Turnierauftritte der blonden Stormarnerin im vergangenen Jahr spiegelten sich auch in einem Ranking der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) für Springreiter aller Leistungs- und Altersklassen wider. Im vereinsinternen Vergleich des PS Granderheide belegte Anne Sophie hinter Jordi Sander und Knut Oetjens (beide Leistungsklasse 2) den dritten Platz – dicht gefolgt von Bruder Laurens Wenzel, der Vierter wurde.