Stormarn
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Elmenhorst ist eine Talentschmiede für Sportschützen

Stormarns Kaderathleten (Schüler, v. l.): Björn Bertram (Ahrensburger Schützengilde), Alexa Pauli, Enie Claußnitzer und Jugendleiter Björn Witt (alle Schützenverein Elmenhorst

Stormarns Kaderathleten (Schüler, v. l.): Björn Bertram (Ahrensburger Schützengilde), Alexa Pauli, Enie Claußnitzer und Jugendleiter Björn Witt (alle Schützenverein Elmenhorst

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Mitglieder des Schützenvereins sind seit sieben Jahren regelmäßig bei Deutschen Meisterschaften dabei. Der Jugendwart ist auch Landestrainer.

Elmenhorst.  Schießen ist die große Leidenschaft von Enie Claußnitzer. Die Erfahrung zeigt: Je intensiver die 14-Jährige vom Schützenverein Elmenhorst den Sport betrieb, desto besser wurden auch ihre schulischen Leistungen. Was kein Wunder ist, denn der Schießsport erfordert innere Ruhe und klares Denken. Er verlangt höchste Konzentration und Selbstbeherrschung. „Der Sport hat mir ganz klar geholfen, dass ich in der Schule mehr bei der Sache bin“, sagt die junge Elmenhorsterin.

Vergangenes Jahr startete Enie sogar bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in München. Es war das erste Mal seit mehr als 20 Jahren, dass sich eine Schülermannschaft aus Schleswig-Holstein mit der Luftpistole qualifiziert hatte.

Enie Claußnitzer, Alexa Pauli und Björn Bertram gehören dem Landeskader an

Die 14-Jährige ist seit vier Jahren auch Mitglied im Schüler-Landeskader des Norddeutschen Schützenbundes (NDSB). Gleiches gilt für Vereinskameradin Alexa Pauli und Björn Bertram von der Schützengilde Ahrensburg, die beide elf Jahre alt und seit November dabei sind. Dafür, dass der 110 Mitglieder starke Schützenverein Elmenhorst immer wieder gute Nachwuchsakteure – seit sieben Jahren sind Schützen der Stormarner regelmäßig bei Deutschen Meisterschaften vertreten – hervorbringt, sorgt Jugendwart Björn Witt. Der 38 Jahre Elmenhorster ist gleichzeitig auch Landestrainer der Schüler des NDSB. Zum Kadertraining fährt Witt mit den jungen Stormarnern ins Leistungszentrum des Verbands nach Kellinghusen.

Anfänger beginnen mit dem Lichtpunktschießen

Wie viele junge Schützen begann auch Alexa zunächst mit dem Lichtpunktschießen. Dabei wird nicht mit echter Munition geschossen, sondern ein Ziel mit einem Lichtstrahl anvisiert. Um aber im Alter von elf Jahren überhaupt auf einem Stand mit einem Luftgewehr schießen zu dürfen, ist eine Sondergenehmigung des zuständigen Ordnungsamtes notwendig.

„Voraussetzung ist zudem ein ärztliches Attest“, sagt Landestrainer Witt. „Es wird überprüft, ob der Jugendliche körperlich überhaupt schon in der Lage ist, mit einem dreieinhalb Kilogramm schweren Sportgerät unter längerer Belastung umzugehen.“

Von Mitschülern gibt es immer wieder interessierte Nachfragen

In der Schule stößt Björn Bertram immer wieder auf interessierte Nachfragen, sobald das Thema Schießsport aufkommt. „Es ist natürlich ein außergewöhnlicher Sport, deshalb habe ich den einen oder anderen Freund schon mal zum Training mitgenommen“, sagt der junge Ahrensburger. Witt hebt die soziale Komponente der Sportart hervor. „Ein Sportschütze lernt schnell, Verantwortung zu übernehmen – sowohl für die Waffe, als auch das eigene Handeln“, sagt der Landestrainer. Der Ablauf ist zwar stets der gleiche, dennoch für jeden Schützen immer wieder eine neue Herausforderung.

Zunächst bringt der Schütze das Sportgerät mit Körper und Geist in Einklang, während er mit einer speziellen Atemtechnik die Pulsfrequenz langsam nach unten schraubt. Das Auge befindet sich auf der Höhe der Visierlinie. Die Koordination mit dem Finger am Abzug geht dann nach ungezählten Wiederholungen in Fleisch und Blut über.

Björn Witt achtet auf abwechslungsreiches Training

„Um das Training interessant zu gestalten und die Motivation hoch zu halten, setze ich immer wieder neue Reize“, sagt Witt. „Das eine Mal liegt der Fokus auf dem Einrichten des Standes, das andere Mal auf der korrekten Atmung. Auch lasse ich die Kinder abwechselnd stehend, knieend oder liegend schießen.“ Um den Schießsport zu betreiben, ist eine umfangreiche Ausrüstung nötig. Neben einer Schießhose und -jacke aus Leinen benötigt der Schütze auch geeignetes Schuhwerk. Und eine Waffe: Ein gutes Luftgewehr ist ab 1000 Euro erhältlich. „Anfängern stellen wir die Ausrüstung aber zunächst zur Verfügung“, sagt Witt.

Der 1962 gegründete Schützenverein schießt nach den Regeln des Deutschen Schützenbundes. Die Halle an der Schützenstraße verfügt über einen Kleinkaliber-, einen Luftgewehr-, sowie einen Pistolenstand. „Wer den Schießsport gern selbst einmal ausprobieren möchte, ist jederzeit willkommen“, sagt der 38-Jährige. Der Coach bittet aber zuvor um telefonische Kontaktaufnahme unter der Nummer 04532/26 07 39.

Nach den sportlichen Zielen für 2020 gefragt, einigen sich Enie, Alexa und Björn schnell auf die gleiche Antwort und sagen: „Die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften, das wäre wieder das Größte.“