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Zu schwach für Oberliga? Reinfelderinnen ratlos

Schon wieder verloren. Die Reinfelderinnen (v. l.): Anita Arntzen, Lina Tonding und Svea Schüller können es nicht fassen.

Schon wieder verloren. Die Reinfelderinnen (v. l.): Anita Arntzen, Lina Tonding und Svea Schüller können es nicht fassen.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Die Handballfrauen stehen trotz vielversprechender Verstärkungen nach der ersten Saisonhälfte auf dem letzten Tabellenrang.

Reinfeld. Ratlosigkeit bei den Handballfrauen des SV Preußen Reinfeld: Die 25:27 (12:11)-Heimpleite zum Ende der Hinrunde wirft sogar die Frage auf, ob das Tabellenschlusslicht der Oberliga Hamburg-Schleswig-Holstein überhaupt die nötige Qualität besitzt, um in der Rückrunde den drohenden Abstieg noch abwenden zu können.

Es gibt einige Gründe, die dagegen sprechen: Leistungsträgerinnen der vergangenen Spielzeit wie Lina Tonding, Jill Enke oder Jacqueline Heins sind weit von ihrer Bestform entfernt. Rika Tonding, eine der wenigen Rückraumspielerinnen mit einem torgefährlichen Abschluss, kämpft mit gesundheitlichen Problemen und wird auch auf längere Sicht jeweils nur für wenige Minuten voll belastbar sein.

Trainer weiß keine Erklärung für Leistungsschwankungen

Die zu Saisonbeginn neu verpflichtete ehemalige Zweitligaspielerin Alina Krey hat bisher die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Gleiches gilt für Neuzugang Anita Arntzen, deren Formkurve zuletzt als Kreisspielerin aber leicht nach oben zeigte: Mit sieben Treffern gegen die SG Todesfelde war die ehemalige Drittligaspielerin erfolgreichste Werferin – vor Svea Schüller, die fünfmal traf.

Auch Detfred Dörling grübelt: Für die phasenweise enorm großen Leistungsschwankungen seiner Mannschaft hat Reinfelds Trainer keine Erklärung. „Gegen Todesfelde haben wir zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Lauf, bauen unsere Führung sogar auf drei Tore aus“, sagt der Coach. „Dann muss ich Rika rausnehmen, schicke für sie Laura Hirt aufs Feld, nur damit sie sich gleich vier Fehlwürfe hintereinander leistet. Da bin ich als Trainer einfach sprachlos.“

Gegen die spielerisch nicht gerade überzeugenden Gäste lagen die Reinfelderinnen viereinhalb Minuten vor dem Ende der Partie sogar mit einem Tor vorn, ehe die Mannschaft, wie Dörling es beschreibt, komplett durchgedreht sei. „Durch Unkonzentriertheit, Nervosität und auch Unvermögen wirft die Mannschaft in den letzten Minuten alles weg, was sie sich zuvor hart erarbeitet hat“, sagt der frustrierte Reinfelder Coach. „So werden wir keine Partie mehr gewinnen.“

Torhüterin musste mit Gehirnerschütterung vom Feld

Wenn sich die Mannschaft noch nicht einmal an die vorher getroffenen Absprachen hält, dürfte der bevorstehende Abstiegskampf in der Rückrunde aussichtslos sein. „Mit Eva Godowski stand zeitweise eine ehemalige Torhüterin von uns im Gehäuse der Gäste“, sagt Dörling. „Wir wussten, dass sie sich bei einem Torwurf eher nach unten orientiert, also hatten die Spielerinnen die Order, in den Winkel zielen. Selbst das klappte nicht, mehrfach sind sie mit flachen Würfen gescheitert.“

Zwei Spielerinnen nahm der Coach von seiner Kollektivkritik aus: Die erst 17 Jahre alte Svea Schüller zeigt seit Wochen auf der linken Außenbahn eine ansprechende Leistung, während Katherina Buschmann im Tor der Reinfelderinnen im ersten Durchgang gleich mehrfach beste Möglichkeiten der Gäste mit spektakulären Paraden entschärfte. Pech, dass die blonde Torhüterin gleich zweimal einen hart geworfenen Ball der Todesfelderinnen direkt ins Gesicht bekam und mit einer Gehirnerschütterung zur Pause vom Feld musste.

Erstes Spiel im neuen Jahr ist am 12. Januar

Trotz der sich weiter verschärfenden Krise ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft noch erstaunlich gut. Damit dies so bleibt, hat Dörling als Teambuilding-Maßnahme ein gemeinsames Wochenende in Kappeln geplant. „An der Ostseeküste sollen die Spielerinnen die Köpfe freibekommen“, sagt der Coach. „Die Handys werden weggelegt, bei Gesellschaftsspielen und beim gemeinsamen Kochen werden wir noch näher zusammenzurücken und Kraft für die Rückrunde tanken.“

Der Jahresauftakt dürfte richtungsweisend sein: Am Sonntag, 12. Januar, treffen die Reinfelderinnen zunächst auswärts auf den Tabellensechsten Alt- rahlstedter MTV, ehe es sechs Tage später in eigener Halle gegen die neuntplatzierte Mannschaft des ATSV Stockelsdorf geht. Am 25. Januar wartet der Tabellenzehnte TSV Alt Duvenstedt.

„Wir müssen mindestens vier Punkte aus den drei Begegnungen holen, dann ist im Kampf um den Klassenerhalt vielleicht noch etwas möglich“, sagt Dörling. „Sollten wir diese Vorgabe aber nicht schaffen, dürfte der Abstieg besiegelt sein.“