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Nikolauslauf hat viele Starter, doch Stimmung ist getrübt

Start frei: Die Jungen und Mädchen der Altersklassen M/W 11 und 12 haben die ersten der insgesamt 1580 Meter hinter ich.

Start frei: Die Jungen und Mädchen der Altersklassen M/W 11 und 12 haben die ersten der insgesamt 1580 Meter hinter ich.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Nach dem plötzlichen Tod von Frank Thieme hatte Organisator Michael Brackenwagen vom Ahrensburger TSV über eine Absage nachgedacht.

Ahrensburg.  Der Waldlauf „Quer durch den Hagen“ – besser bekannt als Nikolauslauf des Ahrensburger TSV – ist eigentlich ein fröhliches und unbeschwertes Laufspektakel. Nicht so in diesem Jahr: Der plötzliche Tod von Frank Thieme vor wenigen Tagen ließ Organisator Michael Brackenwagen sogar über eine kurzfristige Absage nachdenken. „Da Frank mit Sicherheit diese Entscheidung nicht mitgetragen hätte, haben wir den Gedanken schnell wieder verworfen“, sagte Brackenwagen. „Als jahrelanger Mitorganisator des Nikolauslaufs wäre er sehr glücklich darüber gewesen, dass wir mit knapp 260 Startern rund 40 Teilnehmer mehr als im vergangenen Jahr hatten“.

In Thieme (68) hat nicht nur der ATSV, sondern auch die Stadt Ahrensburg eine große Persönlichkeit verloren. Mehr als 20 Jahre war Thieme Mittelstufenleiter der Stormarnschule. Von 1973 bis 2004 hielt er als Leichtathlet die Kreisrekorde über 100 und 400 Meter. Rund zehn Jahre trainierte er als Landestrainer die besten Sprinter Schleswig-Holsteins.

Vorwiegend jugendliche Teilnehmer am Start

Trotz des traurigen Ereignisses galt auch bei der 54. Auflage des Nikolauslaufs wieder die Devise: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Bei den vorwiegend jugendlichen Teilnehmern floss zunächst jede Menge Schweiß, ehe Jens Brackenwagen – verkleidet mit roter Robe und weißem Rauschebart – jedem „Finisher“ im Zielbereich zur Belohnung einen Schokoladen-Weihnachtsmann überreichte.

Der Nikolauslauf bleibt auch ein auf Sportvereine und Schulen ausgerichtetes Breitensportereignis. Die Hamburger Grundschule Islandstraße reiste in diesem Jahr mit rund 120 Kindern an. „An dem familiären Charakter der Veranstaltung werden wir nichts ändern“, sagte Brackenwagen.

Sportlicher Höhepunkt waren die Läufe über 4760 und 7940 Meter. Der 52-Jährige bedauert, dass über die längere Distanz lediglich sieben Läufer an den Start gegangen waren. „Wir werden darüber nachdenken, ob wir im kommenden Jahr beide Läufe zusammenlegen. Teilnehmer über die knapp acht Kilometer müssten dann zwei zusätzliche große Runden absolvieren.“

Schnellster über längere Distanz: Udo van Stevendaal

Schnellster über die längere Distanz war der Ahrensburger Udo van Stevendaal. Der 51 Jahre alte Silbermedaillengewinner bei den Weltmeisterschaften der Altersklassen im Triathlon über die Olympische Distanz bewältigte die 7940 Meter in 28,49 Minuten. „Mit der Zeit bin ich mehr als zufrieden“, sagte van Stevendaal, für den momentan ein Lauf unter Wettkampfbedingungen ein wichtiger Teil der Vorbereitungen für die kommende Saison ist. „Auf meinem derzeitigen Leistungsstand lässt sich aufbauen“, sagte er.

Van Stevendaal leitet beim SV Großhansdorf eine Laufgruppe, der sich vor Kurzem auch die Delingsdorfer Fabienne Werner (25) und Rene ten Eikelder (26) angeschlossen haben. Beide lernten van Stevendaal während eines Schwimmtrainings im Badlantic kennen. „Wir haben uns zunächst nur zu einigen Laufeinheiten verabredet, dann hat uns aber das Triathlon-Fieber endgültig gepackt“, sagt der 26 Jahre alte Delingsdorfer mit einem Lächeln.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Werner bestritt ten Eikelder bisher in Hamburg und auf Fehmarn je einen Triathlon-Wettbewerb. Van Stevendaal: „Beide haben viel Talent und bisher auch schon einen großen Schritt nach vorn gemacht.“

Kurzfristige Änderung der Strecke sorgte für Verwirrung

Wolfgang Schliestedt, Ahrensburgs mehrfacher deutscher Altersklassenmeister im Weitsprung und über 100 Meter, war mit 71 Jahren ältester Teilnehmer. Die knapp fünf Kilometer lange Strecke durch den Forst Hagen hat er schon länger als den perfekten Jahresabschluss für sich entdeckt. „Ich bin zwar Sprinter, habe aber auch den Spaß an einem Crosslauf“, sagt der 71-Jährige.

Bei einigen Kindern und Jugendlichen sorgte eine kurzfristige Änderung der Streckenführung bei den Läufen der Schülerklassen für Verwirrung. „Einige Kinder sind im Wald von der geplanten Strecke abgekommen und mussten zusätzlich einen Umweg von rund 300 Meter laufen“, sagt Brackenwagen. „Dafür entschuldigen wir uns und versprechen, es im kommenden Jahr besser zu machen.“

Dass zeitgleich die Landesmeisterschaften im Crosslauf in Elmshorn ausgetragen wurden, sieht Brackenwagen nicht als großes Problem. „Wir müssen uns schon immer zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf einen Termin für den nächsten Nikolauslauf festlegen, deshalb lässt sich eine Terminüberschneidung nicht immer vermeiden.“