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SSV Pölitz verliert, Hagen Ahrensburg tauscht Trainer

Linus Bozek vom SSV Pölitz leitet den Ball im Spiel gegen den SV Schackendorf volley weiter.

Linus Bozek vom SSV Pölitz leitet den Ball im Spiel gegen den SV Schackendorf volley weiter.

Foto: Thomas Jaklitsch

Verbandsligisten unterliegen bei Heimdebüt von Marvin Prempeh 0:3 gegen SV Schackendorf. Taneli beerbt Holst.

Pölitz/Ahrensburg. Als Fußballprofi spielte er in der Premium Liiga in Estland, nun soll er bei seiner ersten Trainerstation den SSV Pölitz vor dem Abstieg aus der Verbandsliga retten. Doch das Heimdebüt von Marvin Prempeh beim SSV Pölitz ging in die Hose. „Die Mannschaft hat Potenzial, aber die Verunsicherung steckt noch in den Köpfen. Veränderungen brauchen Zeit“, sagte der 30-Jährige nach dem 0:3 (0:2) gegen den SV Schackendorf.

Syndesmosebandriss beendete Prempehs Profikarriere

Diese Zeit bekommen die kriselnden Stormarner nun, denn nach der 14. sieglosen Partie hintereinander hat die Winterpause begonnen. Nach drei Siegen aus den ersten vier Spielen holte die verjüngte Mannschaft nur noch vier 2:2-Unentschieden und verlor zehnmal. Zuletzt reagierte der Verein mit dem Trainerwechsel. Auf Jan-Christian Hack folgt der als Coach noch unerfahrene Prempeh – ein riskanter Schritt für den SSV.

Allerdings hat Prempeh einen interessanten Werdegang vorzuweisen. In der Jugend spielte der in Hamburg-Rahlstedt aufgewachsene Defensivspezialist unter anderem beim FC St. Pauli und beim HSV. Sein erstes Herrenjahr führte ihn schon einmal nach Stormarn, 2010 gehörte Prempeh dem Kader des TSV Bargteheide an. Nach Intermezzi beim FC Augsburg II und dem damals sehr ambitionierten SC Poppenbüttel wagte er 2013 den Schritt nach Estland zu Erstligaclub Tammeka Tartu, wo er unter dem früheren Bundesliga-Trainer Uwe Erkenbrecher auf 26 Einsätze kam. „Das war eine sehr interessante Zeit“, sagte Prempeh. „Ich habe eine andere Kultur kennengelernt und auch das Wetter war besonders: im Sommer plus 30 Grad, im Winter minus 30.“

Ein Syndesmosebandriss beendete Prempehs Profikarriere. 2016 kickte er noch nebenbei – beim SSV Pölitz, auf Empfehlung von Mittelfeldspieler Masood Hamdart. Der Kontakt zum damaligen Trainer Sascha Vogt, inzwischen stellvertretender Fußball-Obmann, riss nie ab und brachte ihn nun zu seiner ersten Trainerstation.

Aydin Taneli besitzt die B-Elite-Lizenz

Dort wartet viel Arbeit, wie sich im letzten Spiel des Jahres einmal mehr zeigte. Nach engagiertem Beginn der Hausherren brachte Kevin Kolepp die Gäste in der 13. Minute in Führung, weil die Pölitzer bei gegnerischen Ecken schwammen. „Das hat mich gewundert, weil wir diese Situationen intensiv trainiert haben“, sagte Prempeh. Zwei Konter führten zu weiteren Schackendorfer Treffern durch Kolepp (24.) und Jorrit Bernoth (56.)

Pölitz trennt nur das Torverhältnis vom rettenden Ufer, allerdings haben alle direkten Konkurrenten (teilweise deutlich) weniger Spiele absolviert. Prempeh: „In der Winterpause kann ich im Training und durch Testspiele meine Philosophie einbringen.“

Auch der SSC Hagen Ahrensburg, dessen Gastspiel beim VfL Tremsbüttel ausfiel, geht mit einem neuen Chefcoach in das Jahr 2020. Carsten Holst zieht sich in die zweite Reihe zurück und wird als Co-Trainer seinen Nachfolger Aydin Taneli unterstützen. Taneli beerbte Holst schon einmal, 2012 beim Barsbütteler SV, wo der heute 36-Jährige seine aktive Karriere unter Holst beendet hatte. Nach rund fünf Jahren in Stormarn wechselte Taneli zum Hamburger Oberligisten SC Vorwärts-Wacker Billstedt, wo die Zusammenarbeit aber vorzeitig endete. Nun hat er für anderthalb Jahre am Hagen unterschrieben.

SV Hamberge jetzt auf letztem Tabellenplatz

„Für mich war wichtig, dass Carsten an meiner Seite bleibt. So können wir einen guten Übergang schaffen“, sagte der Inhaber der B-Elite-Lizenz. Es gehe in der verbleibenden Saison darum, sich ohne Druck kennenzulernen und die Spieler weiterzuentwickeln.

Für Holst, der ohnehin zum Saisonende aufhören wollte, geht damit der Wunsch in Erfüllung, seinen Nachfolger einarbeiten zu können. „Da wir in dieser Saison als Tabellensechster in keiner entscheidenden Situation mehr sind, kann man den Wechsel gut forcieren“, sagte er. Das decke sich auch mit den Vorstellungen des Mannschaftsrates. Taneli hat sich nach Gesprächen mit der Abteilungsleitung auch schon dem Team vorgestellt. Sein Vertrag ist ab dem 1. Januar gültig und läuft anderthalb Jahre.

Wie Hagen und Tremsbüttel musste der SV Hamberge wegen Unbespielbarkeit des Platzes zuschauen – und stürzte zum Jahresende auf den letzten Platz, weil Borussia Möhnsen bei Rapid Lübeck ein 4:4-Remis holte.

Als erster Stormarner Club steigt Tremsbüttel wieder in die Saison ein, mit dem Nachholspiel am 23. Februar gegen Möhnsen. Taneli gibt sein Debüt für den SSC Hagen am 1. März beim SC Rönnau. Am ersten regulären Spieltag 2020 rollte der Ball auch wieder in Hamberge (am 7. März gegen den SSV Güster) und Pölitz (am 8. März gegen Phönix Lübeck II).