Stormarn
FUSSBALL

Oststeinbek setzt seine Sieglos-Serie fort

Samet Yazici (l., Oststeinbeker SV) behauptet sich artistisch gegen Altengammes Kevin Herzberg.

Samet Yazici (l., Oststeinbeker SV) behauptet sich artistisch gegen Altengammes Kevin Herzberg.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Trainer Gottschling kritisiert nach dem 2:5 in Altengamme die mangelende Mentalität einiger seiner Landesligafußballer.

Hamburg.  „Kurz und knackig“ wolle er sein Statement zum Spiel halten, kündigte Simon Gottschling an. Doch als der Trainer des Oststeinbeker SV nach dem 2:5 (2:2) beim SV Altengamme erst mal ins Reden gekommen war, hatte er doch einiges zu sagen. Denn die Talfahrt seiner Landesligafußballer ist nicht mit einem Satz zu erklären. Es gibt eine Reihe an Gründen.

Stormarner warten seit sieben Spielen auf einen „Dreier“

All diese Ursachen für die nun seit sieben Spielen anhaltende Sieglos-Serie traten in den 90 Minuten am Hamburger Stadtrand zutage. Da ist zum Beispiel die Verletzten-Misere, die Revin Köksal wie kein anderer verkörpert. Der Innenverteidiger zog sich schon nach zehn Minuten eine Zerrung im Oberschenkel zu, mal wieder. Für ihn kam der junge Onur Cetin zu seinem Debüt im knalligen OSV-Dress. Nach 45 Minuten war die Partie auch für Torschütze Samet Yazici wegen einer Schwellung am Fuß vorzeitig beendet.

Zu viele Gegentore bei Standardsituationen

Ein anderes Dauerproblem kann nur teilweise mit der ständigen Personalnot erklärt werden: die Anfälligkeit bei Standardsituationen. „Das zieht sich ja schon seit Wochen, seit Monaten hin“, sagte Gottschling. „Der Keeper kommt nicht raus und nicht ein Verteidiger geht mal entschlossen zum Kopfball.“ In Altengamme fielen zwei Gegentore nach Freistoßflanken.

Kapitän Dave Fehlandt schmerzlich vermisst

Doch nicht nur an der ersatzgeschwächten Defensive krankt es. Mängel offenbaren sich in allen Mannschaftsteilen. „Vorn haben wir zu viel spekuliert und zu wenig geackert, sind teilweise auch noch zu grün hinter den Ohren“, sagte Gottschling. Und auch das Mittelfeld – wo Kapitän Dave Fehlandt nach einer Zahn-OP schmerzlich vermisst wurde – hatte seinen Anteil an der Niederlage. In mehreren Phasen fehlten den Gästen der Zugriff und die Ordnung.

Stormarner verspielen zweimalige Führung

Dass der Aufsteiger eigentlich sogar gegen ein formstarkes Spitzenteam mithalten kann, zeigte sich im ersten Durchgang. Adrian Voigt traf in der fünften Minute per Elfmeter zur Führung, nachdem Kannafa Adamou gefoult worden war. Den ersten Gegentreffer durch Philipp Heitmann (16. Minute) steckten die Stormarner gut weg und nahmen auch das zweite Geschenk der Gastgeber dankend an, als Yazici einen viel zu kurz geratenen Rückpass erlief und zur erneuten Führung vollstreckte (26.). Kurz vor der Pause glich Altengamme abermals aus, Philipp Zeyns war mit einer Direktabnahme erfolgreich (45.+1).

Am längsten sprach Gottschling nach der Partie aber über die mangelnde Mentalität einiger Oststeinbeker. Es ist das Problem, das dem Trainer die größten Sorgen bereiten dürfte, bezüglich einiger (nicht namentlich genannter) Spieler äußerte er sich gar resigniert: „So etwas bekommst du nicht mehr raus. Wenn ein Spieler schon 26, 27 Jahre alt ist, muss er in der Situation, in der wir uns befinden, auch mal vorangehen. Da kann man von außen nichts machen.“

Stimmung ist zu gut, bemängelt der Coach

Einige Spieler würden zu selten trainieren, bemängelte der Coach weiter. Zudem sei die Stimmung zu gut. „Es wird viel geflachst, alle verstehen sich. Das ist alles ein bisschen larifari. Im Fußball kannst du nicht mit jedem gut sein, da musst du auch mal Drecksau sein.“ Gottschling nahm sein Team erneut in die Pflicht: „Sie müssen jetzt im Training zeigen, dass sie gewillt sind.“ Vom SV Altengamme wurde der OSV im zweiten Durchgang eben auch deshalb geschlagen, weil die Gastgeber trotz durchwachsener Leistung engagiert nach vorn spielten und sich die wenigen Torchancen erarbeiteten. Beim 3:2 durch Zeys (64.) liefen die Gäste nur hinterher und kassierten in schneller Abfolge die weiteren Gegentreffer durch Niko Reimers (67.) und Dennis Herzberg (71.). Eigene Großchancen hatte der OSV im zweiten Durchgang keine mehr.

Die vorletzte Möglichkeit, in diesem Kalenderjahr die Distanz auf die Abstiegsregion zu wahren, bietet sich dem OSV am kommenden Freitag im Heimspiel gegen den SV Bergstedt (19.30 Uhr, Messen). Ob Köksal und Yazici dann wieder einsatzbereit sind, bleibt zunächst fraglich – wie so vieles in der aktuellen Saison des Oststeinbeker SV.

Oststeinbeker SV: Joost – Gimeno Hinrichs, Köksal (13. Cetin), Shadab, Al-Furati – Morad Sbou, Sejdi – Frers (66. Aydin), Voigt, Adamou – Yazici (46. Youssef Sbou)