Stormarn
Basketball

Bargteheide muss den Sieg teuer bezahlen

Bargteheides „Maskenmann“ Fabian Klevemann (r.) beim Korbwurf. Links: Lukas Hogenschurz

Bargteheides „Maskenmann“ Fabian Klevemann (r.) beim Korbwurf. Links: Lukas Hogenschurz

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Lukas Fleischhauer fehlt den Regionalliga-Basketballern nach einem Handgelenksbruch mindestens zwei Monate.

Bargteheide.  Die bittere Bestätigung erreichte die Basketballherren des TSV Bargteheide wenige Stunden nach dem zweiten Saisonerfolg: Aufbauspieler Lukas Fleischhauer hatte sich nach einem intensiv geführten Zweikampf um den Ball beim anschließenden Sturz auf den Hallenboden das rechte Handgelenk gebrochen.

Die Ärzte im Krankenhaus in Hamburg-Boberg gaben dennoch teilweise Entwarnung. „Laut Diagnose war eine Operation zum Glück nicht nötig“, sagt Bargteheides Coach Said Ghalamkarizadeh. Die Mediziner legten die Fraktur mit einer Gipsschiene still. Bis zur vollständigen Genesung von Lukas Fleischhauer wird es wohl zwei bis drei Monaten dauern.

Malheur passierte in der sechsten Minute des dritten Durchgangs

Für Ghalamkarizadeh rückte der 73:63 (44:26)-Heimerfolg gegen den TuS Ebstorf deshalb zunächst in den Hintergrund. Er sagte: „Wenn sich ein Amateursportler verletzt, hat das für mich immer einen besonders faden Beigeschmack.“

Passiert war das Malheur in der sechsten Minute des dritten Durchgangs. Die „Bees“ führten gegen den favorisierten Tabellenzweiten der 2. Regionalliga Nord überraschend deutlich mit 50:37. „Dass die Mannschaft danach ihr Spiel weiter konzentriert durchgezogen hat, rechne ich ihr hoch an“, sagte der Coach der „Bees“.

Fleischhauer selbst blieb – mittlerweile umgezogen in Privatkleidung – bis zum Schlusspfiff in der Halle. „Trotz der Schmerzen wollte Lukas sich den Sieg seiner Mannschaft gegen ein Top-Team der Liga auf keinen Fall entgehen lassen. Er ist eben durch und durch ein Teamplayer“, sagt Ghalamkarizadeh.

Neuzugang Fleischauer, der als Jugendlicher sämtliche Jugendmannschaften des TSV Bargteheide durchlaufen hatte, ehe er zur BG Hamburg-West und anschließend zum TSV Kronshagen wechselte, war bei den „Bees“ gerade so richtig angekommen. „Er hat einige Zeit gebraucht, um sich in unserer Spielphilosophie zurechtzufinden“, sagt der Trainer. „Zuletzt kam er immer besser in Schwung und hat gegen Ebstorf – bis zum Zeitpunkt seiner Verletzung – einen hervorragenden Auftritt hingelegt.“

Nicolas Schümann erzielte 17 Punkte

Gleiches gilt auch für die zweite Neuverpflichtung der Stormarner. Der ehemalige Pro-B-Spieler Nicolas Schümann, der ältere Bruder von Center Tobias Schümann, hatte zu Beginn der Saison aus gesundheitlichen Gründen einige Anlaufschwierigkeiten. Gegen Ebstorf sprühte der 2,09-Meter-Mann vor Spiellaune, war mit 17 Punkten sogar treffsicherster Werfer – vor Jacob Gäde mit 15 und Steffen Hönicke mit zehn Zählern. Die weiteren Punkte für den Regionalligisten erzielten Lukas Fleischhauer (8), Drazen Bogicevic, Tobias Schümann (beide 7), Moritz Hansen (6) sowie Fabian Kleveman (3).

Nach dem Erfolg gegen den Tabellenzweiten erklärt Ghalamkarizadeh Flügelspieler Jacob Gäde zum eigentlichen Matchwinner. „Er hat sein bestes Spiel im Trikot der ,Bees’ abgeliefert“, sagt der Trainer. „Er kam von der Bank, hat im zweiten Viertel neun Punkte in weniger als drei Minuten erzielt, dabei aber immer den besser positionierten Mitspieler im Auge gehabt. In der Abwehr hat Jacob den Ebstorfern durch konsequente Aktionen immer wieder das Leben schwer gemacht.“

Siebenmal waren die Bargteheider gegen das Team aus Niedersachsen von der drei-Punkte-Linie aus erfolgreich. „Treffer aus dieser Distanz nagen immer am Selbstbewusstsein der gegnerischen Abwehr“, sagte Ghalamkarizadeh.

Am Sonnabend Spiel gegen Schlusslicht TSV Kronshagen

Moritz Hansen, der den rekordverdächtigen Durchmarsch der Stormarner von der untersten Spielklasse bis in die 2. Regionalliga vor zwei Jahren hautnah miterlebte, gelang ebenfalls ein starker Auftritt. In der Abwehr kaufte er den Gästen mit konsequentem Eingreifen den Schneid ab, im Angriff sorgte er mit zwei Drei-Punkte-Würfen kurz hintereinander für Verwirrung in der gegnerischen Verteidigung.

Für Ghalamkarizadeh hat sich der furiose Auftritt seiner Mannschaft in den vorangegangenen Begegnungen abgezeichnet. „Mir war klar, dass wir mit mehr als 70 Punkten auch Spiele gewinnen“, sagt der Coach. „In der Abwehr haben wir zuletzt wenig zugelassen, vorn aber nicht die nötigen Körbe gemacht.“

Am kommenden Sonnabend, 23. November (19.30 Uhr, Suchsdorfer Weg), kann sich der Tabellenneunte aus Bargteheide mit einem Auswärtserfolg gegen Schlusslicht TSV Kronshagen weiter Luft im Abstiegskampf verschaffen.

„Wir müssen unbedingt nachlegen, dürfen uns dabei aber nicht von der Tabellensituation blenden lassen“, sagt Ghalamkarizadeh. „Die Partie in Kronshagen muss erst gespielt werden. Der Sieg gegen Ebstorf jedenfalls war für die Mannschaft der dringend benötigte Brustlöser, um selbstbewusst die weiteren Aufgaben bis zur Winterpause zu bewältigen.“