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Ahrensburger TSV erlebt Heimdebakel gegen ETSV Hamburg

Auch Ahrensburgs Toptorjäger Mihai Bitez (M., hier bedrängt von ETSV-Verteidiger Andreas Hinz) blieb wirkungslos.

Auch Ahrensburgs Toptorjäger Mihai Bitez (M., hier bedrängt von ETSV-Verteidiger Andreas Hinz) blieb wirkungslos.

Foto: Henrik Bagdassarian

Der Tabellenführer der Fußball-Bezirksliga geht 0:4 gegen den Abstiegskandidaten unter. Auch der TSV Glinde patzt.

Ahrensburg. Zwei Wochen nach der ersten Niederlage in der Bezirksliga Ost seit mehr als einem Jahr haben die Fußballer des Ahrensburger TSV die nächste Pleite kassiert. Anders noch als beim 0:1 auswärts gegen den Tabellenzweiten TSV Glinde gab es diesmal auch nichts zu beschönigen: 0:4 (0:1) gegen den bisherigen Vorletzten ETSV Hamburg, und das auf eigenem Platz und auch noch verdient. Das ist wenige Wochen vor der Winterpause der erste richtige Rückschlag des unangefochtenen Spitzenreiters.

Außenseiter erarbeitete sich Chancenplus

„Das Problem ist, dass viele erzählen, dass wir eh schon Meister sind“, sagte ein schlecht gelaunter Trainer Matthias Nagel nach dem Heimdebakel. „Wenn wir so weitermachen, sind wir noch lange nicht durch.“ Die Leistung in der ersten Halbzeit gegen den defensiven Gegner war uninspiriert, aber nicht schlecht. Die Ahrensburger erzwangen innerhalb der ersten 20 Minuten acht Eckbälle, drängten zwischenzeitlich auf den Ausgleich, nachdem Alexander Sievers einen der wenigen Gegenstöße der Gäste veredelt hatte (11. Minute). Großchancen waren dennoch Mangelware.

Irgendwann werde der Abstiegskandidat ETSV Hamburg schon einbrechen und sich die Qualität des Tabellenführers durchsetzen - das erwarteten viele Zuschauer und wohl auch einige Spieler der Ahrensburger. Doch diese Annahme verkehrte sich ins Gegenteil. Im zweiten Durchgang erarbeitete sich der Außenseiter – auch dank gütiger Mithilfe der Ahrensburger Defensive – sogar ein Chancenplus. Sievers erhöhte bereits kurz nach dem Wiederanpfiff (48.). Tim Jarama (63.) und Omid Pourkasrai (88.) nutzten weitere Patzer. „Spieler, auf die man sich eigentlich verlassen kann, haben entscheidende Fehler begangen“, sagte Nagel. Tatsächlich erreichte kein einziger der elf Starter seine Normalform und es blieb die Erkenntnis: Wille schlägt Talent.

Ahrensburger muss nach Verletzung ins Krankenhaus

Dass die Schlossstädter dennoch weiterhin als designierter Aufsteiger gelten werden, liegt auch an der Bilanz sämtlicher „Verfolger“. So patzten die zweitplatzierten Glinder auch im zweiten Spiel nach ihrem Coup gegen Ahrensburg. Auf das 3:3 beim ETSV Hamburg folgte nun ein 1:2 (0:0) daheim gegen den SC Schwarzenbek.

„Ich bin sehr genervt. Das war so ein verschenkter Tag – unglaublich“, schimpfte Trainer Sören Deutsch. Nicht genug, dass seine Schützlinge auf ganzer Linie enttäuschten. Nicht genug, dass der entscheidende Gegentreffer in der Nachspielzeit fiel. Sondern kurz vor dem Ende verletzte sich auch noch Tiago da Silva, musste mit starken Knieschmerzen ins Krankenhaus gebracht werden.

Diesbezüglich gibt es immerhin mittlerweile berechtigte Hoffnung auf eine Entwarnung. Zwar kann ein MRT wegen der Schwellung noch nicht durchgeführt werden. „Aber die Ärzte vermuten, dass es nichts ganz Schlimmes ist“, sagte Deutsch.

Barsbütteler SV erzielt Siegtor per Elfmeter

Zur Leistung gegen Schwarzenbek sagte der Coach: „Beide Gegentore waren Geschenke für den Gegner. Nach vorn waren wir unkreativ und hatten unfassbar viele Ballverluste. Dabei müssten wir doch eigentlich eine breite Brust haben.“ Der einzige Lichtblick war der zwischenzeitliche Ausgleich durch Christian Albus (71.). Für die Gäste traf Marvin Möller doppelt (59., 90.+2).

Während Teams wie Glinde und der SC Wentorf immer wieder Punkte lassen, hat sich heimlich, still und leise der Barsbütteler SV an die vorderen Plätze herangepirscht. Die Mannschaft, deren größtes Problem seit Jahren mangelnde Konstanz ist, hat aus den letzten sechs Partien immerhin 13 Punkte geholt. Trotz dürftiger Vorstellung reichte es gegen Schlusslicht TSV Wandsetal zu einem 3:2 (1:2) – ein gutes Signal. „Wir haben in dieser Saison Charaktere, die ein Spiel drehen können, auch wenn es nicht gut läuft“, sagte Trainer Murat Gülec. „Die Mannschaft hat nicht gut gespielt, aber Moral gezeigt.“ Richie Cudjow (5.) und Jarmo Zeller (16.) hatten die Gäste zweimal in Führung gebracht, Betim Haxhiajdini (11.) und Martin Werner (48.) jeweils ausgeglichen. Das Siegtor erzielte Haxhiajdini nach einer Stunde per Foulelfmeter.

Für Aufsteiger Hoisbütteler SV (Nord-Staffel) war der Spitzenreiter USC Paloma II anders als noch beim überraschenden 4:3 im Hinspiel diesmal zu stark. Erik Bauers zwischenzeitliches 1:1 (34.) reichte nicht. Der überragende Julian Hilbig (19., 54., 57., 73.) und Joao Neves (48.) schossen die Hamburger zu einem 5:1-Heimsieg