Stormarn
Landesmeisterschaften

Reittalente holen mit Team Stormarn den Landestitel

Das erfolgreiche Team Stormarn (v. l.): Emily Schepky, Nicolas Knaak (beide PS Granderheide), Lilly-Marlen Wittig (RFG Bargfeld-Stegen) und Rasmus Heinemann (RV Am Bredenbeker Teich).

Das erfolgreiche Team Stormarn (v. l.): Emily Schepky, Nicolas Knaak (beide PS Granderheide), Lilly-Marlen Wittig (RFG Bargfeld-Stegen) und Rasmus Heinemann (RV Am Bredenbeker Teich).

Foto: Henrik Bagdassarian

Rasmus Heinemann vom RV Am Bredenbeker Teich gewinnt die Einzelwertung. Bei der Siegerehrung kam es zu einem Fauxpas.

Ammersbek.  Als bester Einzelstarter bei den Landesmeisterschaften des Vierkampf-Nachwuchses in Ahrensbök hatte Rasmus Heinemann vom Reitverein Am Bredenbeker Teich eigentlich allen Grund zur Freude. Doch der Preis, den der Zwölfjährige bei der Siegerehrung in den Händen hielt, sorgte aber nicht nur bei ihm für Kopfschütteln.

Ausgeklügeltes Punktesystem sorgt für einheitliche Bewertung

„Was soll ich als Junge mit einem Schminkspiegel anfangen“, fragte Rasmus in die Runde. Schmunzelnd fügt er hinzu: „Egal, zu Hause habe ich bereits eine mit Strasssteinen besetze lila Gerte und ein mit Einhörnern bemaltes Geschirr-Set.“ Was auf den ersten Blick amüsant erscheint, spiegelt in Wirklichkeit ein Problem der Nachwuchs-Reiter wider: Die Organisatoren von Turnieren für Kinder und Jugendliche sind bei den Siegerehrungen nur auf weibliche Titelträger vorbereitet. Jungen spielen in dem Alter kaum eine Rolle.

In Ahrensbök standen für das Team Stormarn 50 Meter Schwimmen, ein 2000-Meter-Crosslauf sowie je eine Dressur- und Springprüfung der Klasse E auf dem Programm. Gemeinsam mit seiner Vereinskameradin Lilly-Marlen Wittig (14) sowie Emily Schepky (12) und Nicolas Knaak (11, beide PS Granderheide) sicherte sich Rasmus zusätzlich nicht nur den Mannschaftstitel, er war auch in den Einzeldisziplinen Laufen und Schwimmen der Beste. Um bei einem Vierkampf allen Teilnehmern gerecht zu werden, sorgt ein ausgeklügeltes Punktesystem unter Berücksichtigung des Geschlechts und Alters für eine möglichst einheitliche Bewertungsgrundlage.

Siebtklässlerin hatte drei Monate intensiv trainiert

Emily Schepky belegte den dritten Platz in der Einzelwertung. Die Siebtklässlerin des Gymnasiums Trittau war mit dem eigenen Pony „Sheila“ und mit „Montana“, dem Pony von Freunden der Familie, am Start. Drei Monate hatte sie intensiv für ihre erste Teilnahme am Vierkampf trainiert. Die beiden Reitdisziplinen erlebte die Zwölfjährige mit gemischten Gefühlen.

„Im Springparcours hat Sheila mit einem Null-Fehler-Ritt zwar einen guten Job gemacht, wirkte dabei aber ein wenig unmotiviert“, sagt Emily lächelnd. „Montana dagegen hatte einen hervorragenden Tag erwischt. Am Ende erzielten wir im Viereck die höchste Punktzahl aller Teilnehmer.“

Lilly-Marlen Wittig versüßte sich den letzten Auftritt bei einem Vierkampf mit einem siebten Platz in der Einzelwertung. Die 14-Jährige ist kommendes Jahr nicht nur zu alt für den Nachwuchs-Wettbewerb, sie will sich fortan auf ihr Pferd Dicento Royal, einen 13 Jahre alten Hannoveraner Wallach konzentrieren. Dicento reitet sie bereits seit einiger Zeit parallel zu dem Pony. „Der Umstieg aufs Großpferd fällt mir deshalb auch nicht schwer“, sagt Lilly-Marlen. Nach den sportlichen Zielen für das kommende Jahr befragt, antwortet sie: „Bei A*-Springprüfungen würde ich gern einige Platzierungen erreichen, vor allem aber auf dem Level so viel wie möglich Erfahrung sammeln.“

Die Vierkämpfer trafen sich zu einem Trainingswochenende

Nicolas Knaak, der Jüngste im Team, ritt in der Dressur das Pony Up to Joy seiner Schwester Gina Sophie. Für den Springwettbewerb stellte ihm die Reitschule Schleushörn das Pony Magic Dream zur Verfügung. Auch wenn er aufgrund eines Missgeschicks im Springparcours eine Wertung verpasste, war der Elfjährige hellauf begeistert.

Nikolas: „Der Vierkampf hat enorm viel Spaß gemacht, kommendes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei.“ Nicht in der Mannschafts-, aber in der Einzelwertung, gingen in Ahrensbök zwei weitere Pferdesportler aus Stormarn an den Start: Deert Ryell vom PS Granderheide wurde 28., Maxin Sassermann vom RV Tangstedt startete bei den gleichzeitig ausgetragenen Landesmeisterschaften der Vierkämpfer für ältere Teilnehmer und belegte Rang elf.

Majka Weber hält ein Wettkampfformat wie den Vierkampf wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. „Der Vierkampf fördert nicht nur die allgemeine Fitness, als Teamwettbewerb stärkt er vor allem das Wir-Gefühl und das Miteinander unter den jungen Reitern“, sagt die Jugendwartin des Kreispferdesportverbands Stormarn. „Deshalb sollte der Vierkampf auch in den Vereinen wieder mehr in den Fokus rücken, da sich Kinder häufig viel zu früh in eine Richtung spezialisieren.“

Vor den Landestitelkämpfen in Ahrensbök organisierte Weber in Siek im Haus ihrer Eltern ein Trainingswochenende. Sie sagt: „Laufeinheiten durch hügeliges Gelände standen ebenso auf dem Programm wie Krafttraining, Schwimmen, Reiten, Pizza backen und ein gemeinsamer Spieleabend.“