Stormarn
Deutsche Meisterschaften

Oststeinbeker Kung-Fu-Sportler holen 30 Medaillen

Sie bescherten dem Oststeinbeker SV eine wahre Medaillenflut (hinten v. l.): Thorge Baumeister, Luc Rehm, Sascha Strehlow, Roman Stracke, Jannis Baumeister, Josie Kayser sowie (vorn v. l.) Alex Abarbanel, Leo Seibel, Micha Abarbanel, Alex Andreev und Steven Braun.

Sie bescherten dem Oststeinbeker SV eine wahre Medaillenflut (hinten v. l.): Thorge Baumeister, Luc Rehm, Sascha Strehlow, Roman Stracke, Jannis Baumeister, Josie Kayser sowie (vorn v. l.) Alex Abarbanel, Leo Seibel, Micha Abarbanel, Alex Andreev und Steven Braun.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Der zehnjährige Micha Abarbanel gewinnt viermal Gold bei Deutschen Meisterschaften. Mitgliederzahl des Vereins hat sich verdoppelt.

Oststeinbek.  Die Vorbildfunktion seinen Schülern gegenüber ist Sascha Strehlow sehr wichtig. „Auch wenn das Ziel eines Wettkämpfers meist der Gewinn einer Medaille ist, sollten Kinder früh lernen, sowohl bei einem Sieg als auch in der Niederlage Größe zu zeigen. Auch ohne eine Podiumsplatzierung können sie bei einem Turnier für sich persönlich viel Erfahrung mitnehmen“, sagt der 28 Jahre alte Kung-Fu-Trainer des Oststeinbeker SV.

Diskussion unter Kampfrichtern sorgte für Verwirrung

Bei den vor Kurzem in Hamburg ausgetragenen Deutschen Meisterschaften im Seven-Star-Mantis-Kung-Fu ließ Strehlow seinen Worten entsprechende Taten folgen. Denn nach dem Titelkampf in der Disziplin Vollkontakt sah der Oststeinbeker aufgrund der bis dahin vergebenen Wertungen zunächst wie der klare Sieger aus.

Auf einmal kam es zu Diskussionen unter der Kampfrichtern, die am Ende den ersten Entscheid zurücknahmen und den Kampf später am Tag noch einmal neu ansetzten. „Der Grund für die Entscheidung ist mir immer noch nicht ganz klar“, sagt Strehlow. „Natürlich war ich im ersten Moment nicht begeistert, meine Irritation ließ ich mir aber nicht anmerken.“ Die Neuauflage des Kampfes verlor der Träger des 3. Schwarzgurtes. Sportlich fair gratulierte er dem Göttinger Jago Neuparth daraufhin zum Titelgewinn.

Die erfolgreichsten Titelkämpfe der Vereinsgeschichte

Für den Deutschen Vizemeister waren es trotz des verlorenen Kampfes die erfolgreichsten Titelkämpfe der Vereinsgeschichte: Elf Gold- und zehn Silbermedaillen sowie achtmal bronzenes Edelmetall räumten seine Schüler in der Hamburger Ching Woo Kampfkunstschule ab.

Allen voran Micha Abarbanel: Der Zehnjährige sicherte sich vier Titel in den Kategorien Semi-Kontakt, Handformen, Waffenformen und Schwertkampf. Einen zweiten Platz belegte er in der Disziplin Tui Sho. Micha wurde zudem – im dritten Jahr hintereinander – Gesamtsieger aller Jugendlichen unter 14 Jahren.

Weitere Oststeinbeker belegten in ihren Altersklassen und unterschiedlichen Disziplinen Medaillenränge: Roman Stracke (18) fügte seiner Sammlung zwei Gold- und drei Silbermedaillen hinzu. Luc Rehm (18) gewann einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Alex Andreev (12) sicherte sich zweimal goldenes sowie jeweils einmal silbernes und bronzenes Edelmetall.

Kung Fu boomt in Oststeinbek

Thorge Baumeister (18) gewann eine Disziplin, einmal wurde er Zweiter. Bruder Jannis (16) holte einen Meistertitel. Alex Abarbanel (15) und Leo Seibel (11) wurden jeweils einmal Zweiter und einmal Dritter. Steven Braun (11) räumte eine, die zwölfjährige Josie Kayser bei ihrem ersten Auftritt bei Deutschen Meisterschaften gleich drei Bronzemedaillen ab.

„Vor dem Mut jedes Einzelnen, sich auf nationaler Ebene zu beweisen, habe ich – unabhängig von der Farbe der Medaille – höchsten Respekt“, sagt Strehlow. Mit einem Lächeln fügt er hinzu: „Es spricht nicht zuletzt für die Qualität der Arbeit, die bei uns im Verein geleistet wird.“ Kung Fu boomt in Oststeinbek. Innerhalb eines Jahres stieg die Mitgliederzahl von 34 auf 71. An dem Aufwärtstrend der Abteilung hat Roman Stracke einen maßgeblichen Anteil. Seit mehr als vier Jahren trainiert der 18-Jährige den Nachwuchs. Bei den Deutschen Meisterschaften wäre für ihn sogar noch eine Medaille mehr drin gewesen, aus gesundheitlichen Gründen verzichtete Stracke aber auf einen Start in der Disziplin Leichtkontakt. Strehlow: „Ein guter Kung-Fu-Kämpfer sollte immer auf die Signale seines Körpers hören und nicht seine Gesundheit aus übertriebenem Ehrgeiz aufs Spiel setzen.“

Ziele für das kommende Jahr stehen fest

Für das kommende Jahr formuliert Strehlow bereits konkrete Ziele: „Das diesjährige Ergebnis bei den Deutschen Meisterschaften wird sicherlich kaum zu toppen sein, auf jeden Fall wollen wir 2020 an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen“, sagt der 28-Jährige.

Die Tang-Lang-Show – eine gemeinsame Showeinlage der Kung-Fu-Abteilung des Oststeinbeker SV, des Niendorfer TSV, der Sportschule Kung Fu Hamburg und der Wude Academy im TV Lokstedt, will Strehlow auf professionellere Beine stellen.

Er sagt: „Nachdem wir in diesem Jahr in Hamburg für drei Shows bei den asiatischen Dschungelnächten im Tierpark Hagenbeck, beim Tibarg-Fest und bei der Sportlerehrung in Oststeinbek aufgetreten sind, kann ich mir gut vorstellen, demnächst das Hauptprogramm vor weitaus größerem Publikum zu sein.“