Stormarn
Fussball-Verbandsliga

SSC Hagen Ahrensburg steht vor wegweisender Entscheidung

Ahrensburgs Manuel Horn (vorn) im Hinspiel gegen den SSV Pölitz. Sonntag folgt die Revanche.

Ahrensburgs Manuel Horn (vorn) im Hinspiel gegen den SSV Pölitz. Sonntag folgt die Revanche.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Verbandsligafußballer des SSC Hagen haben in dieser Saison keine Chance auf den Aufstieg. Im Winter soll die Zukunft geplant werden.

Ahrensburg. Die Erkenntnis, dass es für den SSC Hagen Ahrensburg in dieser Saison nicht noch mal zum Angriff auf die Tabellenspitze reichen wird, kam bei Carsten Holst in Etappen. Und sie kam früh. Schon in der Vorbereitungsphase habe es Warnsignale gegeben, sagt der Trainer der Verbandsligafußballer. Der verpasste Aufstieg im Sommer 2018 steckte den Spielern noch in den Knochen und gleich mehrere Leistungsträger kündigten an, im Laufe der Hinrunde nur sporadisch zur Verfügung zu stehen.

Es blieb zunächst die Hoffnung, dass der vergrößerte Kader diese Ausfälle abfangen könnte. Doch bereits in der Frühphase der Saison wurde deutlich, dass es der Mannschaft an Stabilität mangelt. Am vierten Spieltag etwa verloren die Ahrensburger beim SSV Pölitz mit 2:4 – nach einer 2:0-Führung. Die Topclubs zogen rasch davon.

Der Rückstand ist schon sehr groß

Fünf Punkte fehlten vergangene Saison zum Aufstieg, jetzt sind es nach einer halben Serie schon 19 Zähler Rückstand auf Rang zwei. Auch, weil die Stormarner vom Pech verfolgt sind. So schoss der in den Wochen zuvor schmerzlich vermisste Torjäger Tarek Thun den SSC zuletzt zum 2:0-Heimsieg gegen die SVG Pönitz – und brach sich die Hand. In diesem Kalenderjahr wird er wohl nicht mehr auflaufen können. In den beiden Partien zuvor hatten sich mit Rico Pohlmann und Niklas Stock schon die anderen Mittelstürmer verletzt. Die Mannschaft steht vor einer Rückrunde ohne Aufstiegschance und Abstiegsgefahr, „zwischen Baum und Borke“, wie es der Coach ausdrückt.

Nun sei das alles kein Drama, wiegelt Holst ab, wie es nun mal seine zum bodenständigen SSC Hagen passende Art ist. „Aber das zeigt ganz deutlich, dass man als Fußballer nicht so häufig die Chance auf den Aufstieg bekommt – und wenn man sie hat, muss man sie ergreifen.“ Und das, sagt der 60-Jährige, sei die Lehre aus der ganzen Geschichte.

Langfristig wird der Trainer nicht dabei sein

Will der SSC entschlossen dafür arbeiten, diese nicht so häufige Chance mittelfristig nochmals zu bekommen? Das ist die Richtungsentscheidung, vor der die Abteilung jetzt steht. Für Holst geht es dabei nicht um das „Ob“, sondern um das „Wie“. Er sei grundsätzlich der Meinung: „Man muss am Hagen den Anspruch haben, mindestens in der Landesliga zu spielen. Die Frage in der Winterpause ist, welcher Weg der verheißungsvollste dahin ist. Das Potenzial haben wir, davon bin ich überzeugt.“ Mit der künftigen sportlichen Ausrichtung ist auch Holsts Zukunft verbunden. Eine nochmalige Vertragsverlängerung schließt der Trainer nicht aus, „aber ich werde das keine drei Jahre mehr machen. Deshalb muss auch geklärt werden, in welchen Zeiträumen man plant.“ Heißt: Für einen langfristig angelegten Neuaufbau stünde Holst wohl nicht mehr zur Verfügung.

Bis zum Ende der laufenden Saison besteht für das Traingerspann die Herausforderung darin, Stimmung und Spannung trotz fehlender Ziele hochzuhalten. In Personal- und Trainingsfragen wird der Mannschaftsrat inzwischen enger eingebunden, dazu lässt Holst die Zügel ab und zu auch mal etwas lockerer. „Das ist ungewohnt“, sagt er, „aber die Trainingsbeteiligung ist weiterhin gut.“

Der VfL Tremsbüttel empfängt das Schlusslicht aus Möhnsen

Für die Revanche gegen Pölitz (Sonntag, 15 Uhr, Hagener Allee) brauche er keine Motivationstricks, sagt Holst. „Es ist ein Derby, ein Heimspiel und wir haben etwas gutzumachen, deshalb ist die Anspannung automatisch da. Das ist ein leichtes Spiel.“ Trotz der Personalprobleme geht Ahrensburg als Favorit in das Kreisduell. Pölitz hat aus den letzten elf Partien nur drei Punkte geholt, der letzte Sieg gelang der mittlerweile auf einen Abstiegsplatz gerutschten Mannschaft von Jan-Christian Hack im August – gegen den SSC Hagen Ahrensburg.

Einen ähnlichen Verlauf nahm die Hinrunde des VfL Tremsbüttel. Auch die Grün-Weißen starteten wie Pölitz gut in die Saison. Aus den letzten acht Partien aber holten die Schützlinge von Marc Mandel lediglich einen Zähler und fielen auf den Relegationsplatz. Zuletzt zeigte sich das Team gegen die SG Sarau/Bosau (2:3) verbessert und will und muss das am Sonntag (13 Uhr, Am Gemeindezentrum) in Punkte ummünzen: im Heimspiel gegen das Tabellenschlusslicht Borussia Möhnsen. Die Tremsbütteler sollten aber gewarnt sein. Im Hinspiel reichte es lediglich zu einem mühsamen 1:0.

Gegen eben jene Möhnsener, die bis dahin alle zwölf Spiele verloren hatten, endete vergangene Woche der kurze Aufwärtstrend des Aufsteigers und Tabellenvorletzten SV Hamberge. „Sprach- und ratlos“ zeigte sich nach der bitteren 0:2-Pleite Trainer Matthias Beeck und hofft nun auf eine Reaktion im Flutlichtspiel gegen den Tabellenneunten. Die Stormarner treten am Sonnabend (16.15 Uhr, Hamburger Straße) beim Leezener SC an. Das Hinspiel ging 1:4 verloren.