Stormarn
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Serie des Ahrensburger TSV endet in Glinde

Glindes Verteidiger gingen resolut zu Werke. Hier grätscht Shawn Scheele gegen Ahrensburgs Topstürmer Mihai Bitez.

Glindes Verteidiger gingen resolut zu Werke. Hier grätscht Shawn Scheele gegen Ahrensburgs Topstürmer Mihai Bitez.

Foto: Volker Koch

Im Kreisderby und Spitzenspiel der Bezirksliga Ost fügt der Tabellenzweite dem Spitzenreiter die erste Pleite zu.

Glinde. Für den TSV Glinde ist die Sache klar: Im Heft zum Heimspiel wurde der Gegner Ahrensburger TSV als künftiger Landesligist angekündigt und nach der Partie gratulierte Sören Deutsch seinem Trainerkollegen Matthias Nagel schon mal zu der „geilen Saison.“ Doch an diesem einen Tag war es anders. Ahrensburgs grandiose Serie von 13 Siegen aus 13 Bezirksliga-Spielen endete zum Abschluss der Hinrunde beim Kreiskonkurrenten, der sich dank einer kämpferischen und konzentrierten Defensivleistung und durch das frühe Tor von Tjade Appel (3. Minute) mit 1:0 (1:0) durchsetzte.

Glinder Leistungsträger fallen monatelang aus

Immer wieder köpfte die Glinder Verteidigung um Fabian Frank und Shawn Scheele die langen Bälle aus der Gefahrenzone oder nahm den Ahrensburger Stürmern durch harte Zweikämpfe die Lust am Kombinieren. Zwar hatte der Tabellenführer deutlich mehr Spielanteile, klare Torchancen aber waren Mangelware. Erstmals überhaupt in dieser Saison kassierte der TSV kein Gegentor, und das gegen die beste Offensive der Ost-Staffel. „Ich habe heute eine Truppe gesehen, die bis in die Nachspielzeit gekämpft hat – einer für alle, alle für einen“, hob Deutsch die Einstellung seiner Schützlinge hervor.

Es war kaum zu spüren, dass die Glinder nach drei grippebedingten Absagen ersatzgeschwächt antraten, zumal auch noch die Leistungsträger Dustin Siegmund (Außenbandriss/Comeback frühestens im März) und Daniel Gieseke (Kreuzband- und Innenbandriss/Saisonaus) monatelang ausfallen werden.

Ahrensburgs Trainer räumt Fehler ein

Jetzt strebt Glinde die Vizemeisterschaft hinter den immer noch deutlich führenden Ahrensburgern an. „Wir wollen in der Rückrunde noch mal 28 Punkte holen und Zweiter werden. Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, aber nicht unrealistisch“, sagte Deutsch. Mit dem Aufstieg, der theoretisch auch über den zweiten Platz möglich ist, befasse er sich aber nicht. „Keine Chance. Wir haben von allen vier Tabellenzweiten der Bezirksliga den schlechtesten Quotienten.“

Ahrensburgs Trainer reagierte angesäuert auf den ersten Rückschlag der Saison. „Wir waren einfach schlecht, haben uns zu viel mit anderen Sachen wie dem meiner Meinung nach guten Schiedsrichter oder den vermeintlich zu flauen Bällen beschäftigt“, sagte Nagel. „Wenn wir uns auf uns konzentriert hätten, hätten wir mindestens einen Punkt geholt. Vielleicht haben wir eine gewisse Arroganz gehabt.“

Barsbütteler SV übt Kritik am Schiedsrichter

Er habe immer gesagt, dass jede Mannschaft eine Schwächephase durchleben werde, sagte Nagel. „Jetzt ist die Frage, ob es nur ein Spiel war, oder ob wir uns am Sonntag wieder eine Blöße geben.“ Am kommenden Wochenende gastiert der Bezirksligist, der von vielen schon als Aufsteiger angesehen wird, beim Tabellenachten SC Vier- und Marschlande. Dessen Coach Thorsten Beyer weilte in Glinde unter den Zuschauern – ebenso wie die Stormarner Landesligatrainer Rainer Seibert (Voran Ohe) und Simon Gottschling (Oststeinbeker SV).

Während Nagel den Unparteiischen in Schutz nahm, war der Unmut beim Barsbütteler SV nach dem 2:3 (0:2) beim SC Schwarzenbek groß. Hauptgrund: Die Szene, die zum zwischenzeitlichen 2:0 der Gastgeber geführt hatte. Trainer Murat Gülec: „Wir haben einen Freistoß an der Mittellinie zugesprochen bekommen und sind mit der kompletten Innenverteidigung aufgerückt. Plötzlich hat sich der Schiedsrichter nach Rücksprache mit dem Assistenten aber umentschieden und Schwarzenbek den Freistoß gegeben. Das Tor, das daraus resultierte, hat uns komplett aus dem Konzept gebracht. Ich sage wirklich selten etwas Negatives über Schiedsrichter, aber dieses Spiel hatte er nie im Griff.“

Heimstarke Hoisbütteler stutzen HFC Falke die Flügel

Matchwinner für die Schwarzenbeker war der frühere Eicheder Stürmer Marvin Möller mit einem Dreierpack (9., 29., 70.). Für die Stormarner reichte es nur zu zwei Anschlusstreffern durch Felix Stirl (48.) und Martin Werner (90.+1). Die Schuld sei aber nicht beim Referee allein zu suchen, räumte Gülec ein: „Wir hatten genügend Chancen, das Spiel noch zu drehen.“

In der Nord-Staffel baute Aufsteiger Hois­bütteler SV seine starke Heimbilanz aus und bezwang nach dem neuen Tabellenführer USC Paloma II nun mit dem drittplatzierten HFC Falke den nächsten Titelaspiranten. „Man kommt nicht einfach so nach Hoisbüttel und gewinnt“, sagte Trainer Tobias Hansen nach dem 1:0 (1:0), das den fünften Sieg im siebten Heimspiel bedeutete.

Die ersatzgeschwächten Gäste erarbeiteten sich zwar zahlreiche Standardsituationen, wurden dabei aber kaum einmal gefährlich. Dagegen führte ein langer Freistoß der Ammersbeker in der 19. Minute zum Siegtor durch Daniel Sousa. „Wir haben uns vorher gesagt, dass wir nichts zu verlieren haben. Die Mannschaft hat alles reingeworfen und die Führung mit Mann und Maus verteidigt“, lobte Hansen. „Das war absolutes Teamplaying.“