Stormarn
FUSSBALL

Hitziges Aufsteigerduell: Reinfeld erkämpft sich 3:3

Zweikampf zwischen Reinfelds Dennis Lie (vorn) und dem Oldenburger Torschützen Jan Frederik Kaps.

Zweikampf zwischen Reinfelds Dennis Lie (vorn) und dem Oldenburger Torschützen Jan Frederik Kaps.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Philipp Bosbach trifft für die Stormarner gegen den Oldenburger SV kurz vor Schluss zum Ausgleich.

Reinfeld.  Sechs Tore, zwei Elfmeter, ein Feldverweis, dazu packende Zweikämpfe in Hülle und Fülle – das Aufsteigerduell in der Oberliga Schleswig-Holstein zwischen dem SV Preußen Reinfeld und dem Oldenburger bot so ziemlich alles, was das Fußballer-Herz begehrt. „Das Spiel hat richtig Spaß gemacht, ich glaube, heute sind wirklich alle Zuschauer auf ihre Kosten gekommen“, sagte Reinfelds Trainer Michael Clausen nach dem turbulenten 3:3 (1:0).

Stormarner verspielen zweimalige Führung

Vor allem, wenn sie mit den Stormarnern sympathisierten: Denn die sahen trotz zweimaliger Führung kurz vor Schluss plötzlich wie der Verlierer aus, weil der spielstarke Gegner einen 1:2 Rückstand in eine 3:2-Führung gedreht hatte. Doch dann rettete der eingewechselte Philipp Bosbach den Reinfeldern in der 88. Minute nach einer Ecke von Benjamin Pirch per Kopfball doch noch das Unentschieden. „Für uns ist das ein gewonnener Punkt, keine zwei verlorenen“, sagte Clausen. „Auch wenn Oldenburg mehr Spielanteile hatte, finde ich das Ergebnis gerecht. Wir haben nach nach dem Rückstand eine großartige Moral gezeigt.“

Schiedsrichter zeigt zwölfmal Gelb und einmal Gelb-Rot

Das intensive und umkämpfte Spiel verlangte auch dem Schiedsrichter-Gespann um Malte Rieve (TSV Wiemersdorf) alles ab: Der Unparteiische zückte zwölfmal den gelben Karton, einmal sogar Gelb-Rot gegen Reinfelds Jonathan Marschner, der den Ball in der Nachspielzeit nach einer Freistoßentscheidung für den Gegner weggeschossen hatte. „Die Zahl der Karten war dem Spiel angemessen“, sagte Clausen. „Beide Mannschaften haben bis zum Umfallen gefightet.“ Spiele zwischen Reinfeld und Oldenburg haben es eigentlich immer in sich, diesmal kam noch viel Hektik von Außen dazu. Dass sich der Gegner mit einem Sieg noch für das Hallenmasters in Kiel qualifiziert hätte, sorgte für zusätzliche Brisanz.

Rönnau trifft für Gastgeber zum 1:0

So nahm das Spiel schnell Fahrt auf: Reinfeld kam gleich mit ersten Offensivaktion zum 1:0. Dennis Lie passte den Ball zwischen zwei Abwehrspielern hindurch in den Lauf von Kristof Rönnau, der die Kunststoffkugel an Torwart Felix Prokoph vorbei in die Maschen spitzelte (18.). Anschließend drängten die Gäste auf den Ausgleich, die Reinfelder überstanden jedoch mehrere kritische Momente, weil Schlussmann Jonas Marschner einige starke Paraden zeigte und seine leidenschaftlich verteidigenden Vorderleute sich in Schüsse warfen oder im letzten Moment noch mit der Fußspitze an den Ball kamen.

Beide Mannschaften per Elfmeter erfolgreich

In der 52. Minute fiel er dann aber doch, der überfällige Ausgleich: Nach einem Foul von Jonathan Marschner an Daniel Junge, für das der Abwehrmann seine erste gelbe Karte kassierte, gab es Elfmeter, den Kevin Wölk verwandelte. Kurz darauf hätte Marschner seinen Fehler fast wieder gut gemacht: Prokoph konnte einen wuchtigen Kopfball des Reinfelders jedoch im Nachfassen gerade noch unter Kontrolle bringen.

Dann gab es Strafstoß für Reinfeld, nachdem Lucas Irmler Rönnau im Strafraum zu Fall gebracht hatte – Phillip Hackbarth vollstreckte sicher zum 2:1 (66.). Der Jubel über die erneute Führung war noch nicht angeklungen, da stand es aber schon 2:2. Weil die Reinfelder in Defensive zu unaufmerksam waren, kam Jan Frederik Kaps frei zum Schuss. Anschließend gelang Jan-Eric Kränzle (84.) sogar das 2:3, ehe Bosbach noch den Ausgleich erzielte.

SV Preußen Reinfeld: Jonas Marschner – Vogel, Böckelmann, Grimm, Pirch – Witten (90. Witten), Jonathan Marschner – Lie, Hackbarth (85. Taritas), Decker (80. Bosbach) – Rönnau