Stormarn
Badminton

Bundesliga: Trittau verliert Derby in Neumünster

Priskila Siahaya unterlag im Dameneinzel überraschend in drei Sätzen.

Priskila Siahaya unterlag im Dameneinzel überraschend in drei Sätzen.

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Badmintonteam bleibt nach 2:5 beim Landesrivalen in der Bundesliga auf dem vorletzten Tabellenrang.

Neumünster.  Nachdem ein zu lang geratener Überkopfschlag der Finnin Inalotta Suutarinen die 2:5-Niederlage bei BW Wittorf besiegelt hatte, brach im Lager des TSV Trittau Unruhe aus. Jonathan Persson musste nicht nur als Spieler, sondern auch als Fahrer einspringen und seine ausländischen Teamkollegen zum Flughafen bringen. Ary Trisnanto sollte derweil noch schnell die Dokumente zum Bundesligaspiel abzeichnen. Was die sportliche Lage des Stormarner Badmintonclubs angeht, ist aber keine Panik angesagt – jedenfalls wenn es nach den Protagonisten geht.

Jonathan Persson: „Bin froh, dass wir nicht deutlicher verloren haben“

„Ich bin noch positiv“, sagte Trisnanto. „Wir hatten einfach Pech, dass uns wichtige Spieler gefehlt haben.“ Jonathan Persson äußerte sich ähnlich: „Ich bin froh, dass wir nicht deutlicher verloren und dadurch Wittorf drei statt zwei Punkte überlassen haben, so haben wir den Super-GAU verhindert. Wenn wir unsere stärkste Mannschaft beisammen haben, schlagen wir sie.“

Auch Mannschaftsführer Nikolaj Persson betonte die schwierigen Umstände, die wesentlich zur Derby-Niederlage beigetragen hatten: Der Ungar Gergely Krausz fehlte verletzt, während der Russe Sergey Sirant bei einem Turnier in Dubai im Einsatz war. Aber, so Persson: „Die Play-offs, wofür ja der sechste Platz reicht, spielen für uns gerade keine Rolle.“ Oder anders ausgedrückt: Der TSV Trittau steckt schon wieder mitten im Abstiegskampf.

Die Stormarner hängen auf dem vorletzten Tabellenplatz fest, und angesichts des Vorrunden-Restprogramms – kommenden Sonntag wartet Union Lüdinghausen, danach geht es noch gegen den Tabellenführer 1. BC Bischmisheim – wird das wahrscheinlich auch nach der ersten Saisonhälfte so sein. Dabei wäre selbst in der aktuellen Notbesetzung gegen Wittorf mehr möglich gewesen, sogar viel mehr. „Ein Punkt war mindestens drin. Offenbar haben heute Kleinigkeiten entschieden. Das ist ein Scheißgefühl“, sagte Nikolaj Persson.

Stormarner traten stark ersatzgeschwächt an

Insbesondere die Niederlage von Einzelspezialistin Priskila Siahaya kam überraschend und wäre vermeidbar gewesen. Die Indonesierin verlor den ersten Satz nach einer Aufholjagd ganz knapp, ebenso wie den zweiten Durchgang, in dem sie gleich fünf Satzbälle vergab. Jonathan Persson, der schon seit Wochen nicht mehr trainiert und laut eigener Aussage erst mal lachen musste, als er um einen Einsatz gebeten wurde, kämpfte in seinem Einzel aufopferungsvoll, hatte in den entscheidenden Momenten aber ebenfalls das Glück nicht auf seiner Seite. Er ließ im ersten und im dritten Durchgang jeweils zwei Satzbälle liegen.

Danach stand beim Stand von 4:1 für die von 200 Zuschauern lautstark angefeuerten Neumünsteraner der Sieger bereits fest, weil auch die Doppel von Trisnanto/Nikolaj Persson und Suutarinen/Hope Warner verloren gegangen waren. Dennoch blieb das Schleswig-Holstein-Duell spannend, weil die Trittauer verbissen darum kämpften, auf 3:4 zu verkürzen und somit wenigstens einen Zähler zu sammeln.

Im hart umkämpften zweiten Herreneinzel gelang dem Briten David Jones dank seiner Fitness-Vorteile gegen Sebastian Schöttler ein denkbar knapper Fünfsatz-Erfolg. Doch anschließend unterlagen Suutarinen/Matthew Clare im Mixed relativ deutlich.

Es war die fünfte Niederlage im sechsten Saisonspiel. Die Stormarner werden im weiteren Saisonverlauf davon abhängig sein, dass die besten Herrenspieler wieder regelmäßig zur Verfügung stehen. Einen Abstieg des TSV könnte theoretisch übrigens auch die Reserve der Trittauer durch den Titelgewinn in der Zweiten Bundesliga Nord verhindern. Das bislang ungeschlagene Team verlor allerdings das Topspiel beim bisherigen Verfolger BV RW Wesel mit 2:5 und damit auch Rang eins.

Zweite Mannschaft verliert Zweitliga-Spitzenspiel

Eine deutlichere Niederlage verhinderte Daniel Seifert durch Siege im Einzel sowie im Doppel mit Lasse Rathjens. Alexander Mernke/Kjell Mielke hatten in ihrem Doppel nach fünf Sätzen das Nachsehen. Glatt nach drei Durchgängen unterlagen Mernke und Marina Korsch im Einzel, Korsch/Lilit Poghosyan im Damendoppel sowie Rathjens/Poghosyan im Mixed.

BW Wittorf – TSV Trittau, Herrendoppel 2: Chong Jee Han/Lucas Bednorsch – David Jones/Matthew Clare 11:9, 8:11, 9:11, 11:2, 8:11; Damendoppel: Nina Vislova/Victoria Williams – Hope Warner/Inalotta Suutarinen 7:11, 11:5, 11:8, 11:8; Herrendoppel 1: Bjarne Geiss/Vitaly Durkin – Ary Trisnanto/Nikolaj Persson 11:7, 11:5, 14:15, 11:9; Dameneinzel: Vivien Sandorhazi – Priskila Siahaya 13:11, 14:12, 11:7; Herreneinzel 1: Han – Jonathan Persson 15:13, 11:4, 15:13; Herreneinzel 2: Sebastian Schöttler – Jones 11:8, 10:12, 11:7, 10:12, 9:11; Mixed: Durkin/Vislova – Clare/Suutarinen 12:10, 9:11, 11:9, 11:6