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SV Eichede patzt auch gegen Bordesholm

Sein Treffer reichte nicht: Ugur Dagli (M., SV Eichede) gegen Bordesholms Matchwinner Malte Petersen (l.) und Alexander Meyerfeldt.

Sein Treffer reichte nicht: Ugur Dagli (M., SV Eichede) gegen Bordesholms Matchwinner Malte Petersen (l.) und Alexander Meyerfeldt.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Hinten sorglos, vorn harmlos: Oberligafußballer kassieren beim 1:3 die nächste Heimpleite. Masters-Qualifikation in großer Gefahr.

Steinburg. Konstanz bleibt beim SV Eichede ein Fremdwort. Eine Woche nach dem 1:0-Derbysieg bei Preußen Reinfeld haben die Fußballer von Trainer Denny Skwierczynski beim 1:3 (0:2) gegen den TSV Bordesholm die nächste unerwartete Heimpleite kassiert und sind in der Oberliga-Tabelle damit wieder hinter den Kreiskonkurrenten aus der Karpfenstadt zurückgefallen. Auch die Qualifikation für das Hallen-Masters gerät in immer größere Gefahr. Dafür müsste der SVE in drei Wochen nach dem 15. Spieltag zu den Top fünf zählen.

Sichtbar enttäuscht schlichen die geschlagenen Eicheder vom Platz, während sich Skwierczynski länger als üblich Zeit nahm, ehe er sich den Fragen der Pressevertreter stellte. Offensichtlich fällt es auch dem Coach manchmal schwer, nach Auftritten wie diesen nicht allzu hart mit seiner jungen Mannschaft ins Gericht zu gehen. Fehler sind erlaubt in Eichede, Geduld ist gefragt. Das betont der Verein immer wieder. Doch wahrscheinlich hatte man sich beim SVE einen schnelleren Lerneffekt erhofft.

Vierte Niederlage im siebten Heimspiel

Was zu der bereits vierten Niederlage im siebten Heimspiel führte, lässt sich in vier Worten zusammenfassen: hinten sorglos, vorn harmlos. So verliert man selbst gegen Mannschaften, die individuell schwächer besetzt sind.

Die defensive Sorglosigkeit bei Eckbällen hatte im ersten Durchgang die beiden frühen und letztlich entscheidenden Gegentoren nach sieben beziehungsweise 18 Minuten zur Folge. Eine Bordesholmer Hereingabe von rechts durfte der im Fünfmeterraum stehende Malte Petersen einköpfen, weil Eichedes Abwehrspieler Marc Pichelmann zu passiv blieb. Elf Minuten später ließ Mittelfeldmann Tom Wittig denselben Spieler gewähren, Petersen traf per Dropkick sehenswert in den Winkel. Endgültig zum Matchwinner wurde der Innenverteidiger, als er in der Nachspielzeit gegen Keeper Marcel Gevert einen Foulelfmeter herausholte. Malte Lucht verwandelte zum Endstand. Somit war Petersen an allen Toren des Tages beteiligt, denn den Anschlusstreffer von Ugur Dagli (57. Minute) machte der Bordesholmer durch einen verunglückten Befreiungsschlag erst möglich.

Verteidigung in Standardsituationen muss man sich ankreiden

Nach Daglis Abstauber, der unter den 192 Zuschauern zunächst Hoffnung stiftete, offenbarte sich besonders deutlich der zweite Grund für die Niederlage, die offensive Harmlosigkeit. Bis zur einzigen klaren Ausgleichschance verging mehr als eine halbe Stunde. Eine Hereingabe Jonathan Stövers konnte Innenverteidiger Gerrit Schubring, der den gelb-gesperrten Sascha Steinfeldt als Kapitän ersetzte, nicht im Kasten unterbringen (90.+2). Bis dahin hatten sich die Stormarner mit den zum Wiederanpfiff eingewechselten Stefan Richter und Neuzugang Hendrik Ostermann bemüht, Lücken zu finden. Gefährlicher waren aber die Gäste, die in der 81. und 84. Minute bereits klare Möglichkeiten auf das 3:1 vergeben hatten.

„Die Verteidigung der Standardsituationen müssen wir uns ankreiden, so ging das Spiel in die falsche Richtung“, sagte Skwierczynski über die Defensivprobleme. „Daran müssen wir unbedingt arbeiten.“ Zum Aufbauspiel sagte der Coach: „Bei Heimspielen drücken wir unser Spiel nicht so durch, wie es uns schon gelungen ist. Als wir am Drücker waren, haben wir nicht genau genug agiert, um den Gegner in die Bredouille zu bringen. Es war zwar Druck da, aber wir haben oft falsche Entscheidungen getroffen.“

Eicheder ziehen zu oft aus der Ferne ab

Zu diesen falschen Entscheidungen gehörte bereits im ersten Durchgang, in dem Dagli (3., 30.) und Niko Hasselbusch (14.) Möglichkeiten vergaben, die zahlreichen Distanzschüsse. Schon im gesamten Saisonverlauf ziehen die Eicheder um „Zehner“ Stöver zu oft aus der Ferne ab. Skwierczynski: „Wir arbeiten daran, wann man es versucht und wann ein Pass schlauer ist.“

Nach dem Kreispokal-Viertelfinale am morgigen Dienstag bei Verbandsligist VfL Tremsbüttel (20 Uhr, Am Gemeindezentrum) warten die drei derzeit schlechtesten Oberligisten (Inter Türkspor Kiel, TSV Kropp und Eckernförder SV) und dazwischen der Tabellenelfte SV Frisia Risum-Lindholm. Es ist ein Programm, das zur ersten echten Erfolgsserie der Saison förmlich einlädt. Doch dafür benötigt der SVE eine bislang unbekannte Tugend: Konstanz.

SV Eichede: Gevert – Newrzella, Schubring, Pichelmann, Heskamp (73. Peters) – Zaske (46. Ostermann), Rathjen – Hasselbusch, Stöver, Wittig (46. Richter – Dagli