Stormarn
Basketball

Neuzugang Maaring wird beim TSV Ahrensburg sehr vermisst

Isabella Meyer (M.) gelangen elf Punkte für den Ahrensburger TSV.

Isabella Meyer (M.) gelangen elf Punkte für den Ahrensburger TSV.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Basketballdamen des Ahrensburger TSV verlieren ohne die immer noch nicht spielberechtigte Litauerin mit 55:74 gegen den Eimsbütteler TV

Ahrensburg.  Vor einigen Wochen hatte der Ahrensburger TSV bei der Fédération Internationale de Basketball bereits eine Spielgenehmigung für die ehemalige estländische Nationalspielerin Marit Maaring beantragt. Der Basketball-Weltverband dürfte die Bitte um Freigabe der 28 Jahre alten Aufbau- und Flügelspielerin längst an den estländischen Verband weitergeleitet haben. Doch auch international scheinen die bürokratischen Mühlen ab und an langsamer zu mahlen: Noch ist Maaring für den Ahrensburger TSV nicht spielberechtigt. „Zurzeit sind uns die Hände gebunden“, sagt Trainer Sebastian Eickhoff. „Vielleicht benötigt der estländische Verband noch weitere Informationen von uns. Ich hoffe, dass alles in den nächsten Tagen über die Bühne geht.“

Das anstehende spielfreie Wochenende kommt dem 39 Jahre alten Coach der „Twisters“ deshalb gelegen, ehe am Sonntag, 20. Oktober (15 Uhr, Schimmelmannstraße), gegen den BBC Rendsburg Suns der zweite Spieltag in der Regionalliga Nord auf dem Programm steht.

Ein Grund für die Niederlage ist die akute Personalnot

Bei der 55:74 (32:34)-Niederlage zum Saisonauftakt gegen den Eimsbütteler TV jedenfalls vermissten die Schlossstädterinnen die ehemalige Nationalspielerin schmerzlich. „Mit ihrer Spielintelligenz, Erfahrung und Übersicht hätte Marit der Mannschaft sicherlich wichtige Impulse gegeben“, sagt Eickhoff.

Das versuchte die blonde Estin noch von der Ahrensburger Bank aus. Bei Auszeiten klatschte sich die 28-Jährige mit ihren neuen Teamkolleginnen ab und sagte ein paar aufmunternde Worte. Zwischendurch sprach sie mit Eickhoff taktische Maßnahmen durch. „Selbstverständlich werde auch ich von Marits Erfahrung auf hohem europäischen Niveau profitieren“, so der Coach.

Als einen Grund für die Niederlage führt er die akute Personalnot an. „Bei lediglich sieben Spielerinnen hatte ich kaum Möglichkeiten, sinnvoll zu wechseln“, sagt Eickhoff. Das rächte sich im letzten Viertel, als die Mannschaft konditionell nicht mehr mithalten konnte. Mit Lena Mecking, Juanita Reichert und Isabella Meyer feierten zudem drei Spielerinnen ihr Debüt in der Regionalliga.

Mannschaft war anfangs sehr nervös

Zu allem Überfluss verletzte sich Neuzugang Mara Baumann schon während des Aufwärmens am Fuß, während bei Mannschaftsführerin Jennifer Struve nach wenigen Spielminuten eine alte Oberschenkelzerrung erneut aufbrach. Beide Spielerinnen bissen die Zähne zusammen, agierten aber mit angezogener Handbremse. Dennoch war Baumann mit zwölf Punkten treffsicherste Werferin der „Twisters“.

Eickhoff gewann aus der Niederlage wichtige Erkenntnisse. „Die Mannschaft war von Beginn an sehr nervös, das hatte wiederum viele unnötige Ballverluste zur Folge“, sagt der ATSV-Coach. „Dennoch haben die Spielerinnen nach deutlichem Rückstand im ersten Abschnitt den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern couragiert ihr Spiel durchgezogen. Mental haben sie die nötige Stabilität, auch wenn einigen phasenweise noch einfach das nötige Glück beim Abschluss fehlt.“

Eickhoff bemängelt, dass sein Team den gegnerischen Korb noch nicht clever genug attackiert habe und eher durch Einzelaktionen zum erfolgreichen Abschluss gekommen sei. „Die kommenden Trainingseinheiten werden wir nutzen, um weiter an unser Spielphilosophie zu feilen und die Neuzugänge zu integrieren“, sagt der Coach.

Fokus von Eickoff liegt auf der eigenen Mannschaft

Angetan war Eickhoff von der erst 16-jährigen Isabella Meyer und von der drei Jahre älteren Caroline Schwarz: „Isabella hat die Freiräume auf der linken Seite immer wieder für gute Aktionen genutzt, während Caroline – auch wenn ihr der ungewohnte Job als Aufbauspielerin nicht behagt – den Ball schnell nach vorn getrieben hat.“

Mit dem kommenden Gegner wird sich Eickhoff nicht intensiv auseinandersetzen. „Mein Fokus liegt auf der eigenen Mannschaft. Ich bleibe lieber in der aktiven Rolle und achte darauf, dass unsere taktischen Maßnahmen funktionieren“, sagt er. „Sobald die Mannschaft ihr gesamtes Potenzial abruft, können wir es mit jedem Gegner aufnehmen.“

Die Zusammenhalt im Team scheint zu stimmen: Neben Maaring saß auch die verletzte Marie Diers auf der Bank. Auch Kiana Schneider reiste aus Wismar an, um den Saisonauftakt der „Twisters“ hautnah zu erleben. Selbst Neuzugang Femke Schmarbeck, die als junge Mutter zunächst nur bei der Trainingsgestaltung eine Rolle übernehmen wird, verfolgte mit Baby im Arm die Partie.

Die Punkte für den Ahrensburger TSV erzielten: Mara Baumann (12), Isabella Meyer, Caroline Schwartz (je 11), Jennifer Struve (9), Juanita Reichert (6), Lena Mecking (4), Laura Karacic (2)