Stormarn
Badminton

Der TSV Trittau rutscht auf einen Abstiegsplatz ab

Mit der Verpflichtung von Sergey Sirant ist den Trittauern ein Glücksgriff gelungen. Der Russe gewann gegen Wipperfeld den Ehrenpunkt.

Mit der Verpflichtung von Sergey Sirant ist den Trittauern ein Glücksgriff gelungen. Der Russe gewann gegen Wipperfeld den Ehrenpunkt.

Foto: Thomas Jaklitsch

Bundesligateam verliert gegen Wipperfeld und Refrath jeweils mit 1:6. Mannschaftskapitän Persson: „Wir müssen uns steigern“.

Trittau.  Zweimal 1:6 in den Bundesliga-Heimspielen gegen 1. BC Wipperfeld und TV Refrath – das hatten sich die Badmintonspieler des TSV Trittau aber etwas anders vorgestellt. „Die Niederlage gegen Refrath war erwartbar, immerhin zählt der Gegner zu den Titelkandidaten“, sagte Trittaus Mannschaftskapitän Nikolaj Persson. „Aber zwischen Wipperfeld und uns hatte ich eigentlich ein spannendes Spiel auf Augenhöhe mit einem knappen Ausgang erwartet. Dass wir so klar verlieren, ist absolut enttäuschend.“

Zuverlässige Punktesammlerin lässt Zähler liegen

Der Plan war folgender: Die drei Einzel gewinnen, in denen sich die Stormarner als stärker eingeschätzt hatten, und dann in einem der Doppel oder Mixed noch einen vierten Punkt holen. Persson: „Leider hatten wir fast alle einen schlechten Tag.“ Zumindest bei Gergely Krausz war die Niederlage erklärbar: Der Ungar gewann bei seinem Saisondebüt gegen Adam Mendrek zwar den ersten Satz, hatte dann aber nicht nur mit seinem Kontrahenten, sondern zunehmend auch mit Hüftschmerzen zu kämpfen und verlor schließlich mit 1:3.

Den zweiten fest eingeplanten Zähler ließ ausgerechnet Priskila Siahaya liegen, die eigentlich Trittaus zuverlässigste Punktesammlerin ist. Sie hatte mit Jie Yao, der Einzel-Europameisterin des Jahres 2002, zwar eine namhafte Gegnerin, die allerdings schon 42 ist und deshalb nicht mehr jedes Tempo mitgehen kann. Zwei Sätze lang machte sie dies durch ihr enormes Schlag-Repertoire und ihre Erfahrung und Cleverness wett, dann schien die Partie doch zu kippen.

Siahaya wirkte körperlich angeschlagen

Die gebürtige Chinesin, die pikanterweise mit Trittaus Neuzugang Eric Pang verheiratet ist, der wegen seiner Tätigkeit als Hamburger Verbandstrainer allerdings nicht in der Halle war, wirkte körperlich angeschlagen. Nach fast jedem Ballwechsel stützte sie sich – wie bei einem Spazierstock – auf dem Schläger ab und rang einige Sekunden nach Luft. Als Siahaya im dritten Satz einen Rückstand noch in ein 12:10 drehte, glaubte fast jeder in der Halle an die Wende – auch Persson, der seine nur 1,55 Meter kleine, aber ungemein flinke Mitspielerin während des Matches betreute.

„Das Ziel war eigentlich, den Ball lange im Spiel zu halten, um die Gegnerin weiter zu ermüden“, sagte er. Doch das gelang nicht. „Am Ende haben Kleinigkeiten gefehlt. Priskila war von der Spielweise der Gegnerin und deren teilweise unkonventioneller Schläge wohl auch etwas überrascht“, sagte Persson.

Zweite Mannschaft weiter erfolgreich

So erfüllte lediglich Sergey Sirant mit seinem 3:1 über den Finnen Iikka Heino die Erwartungen. Der Russe erweist sich für die Trittauer immer mehr zum Glücksgriff, auch wenn er gegen Refrath seine erste Saisonniederlage hinnehmen musste. „Er hat uns positiv überrascht. Nicht nur die Ergebnisse stimmen, er hat auch einen tollen Spielstil“, sagte Persson.

Nach den beiden deutlichen Niederlagen – gegen Refrath sorgte Siahaya für den Ehrenpunkt – sind die Trittauer auf den vorletzten Rang abgerutscht. Droht jetzt wieder ein ähnliches Szenario wie in der vergangenen Saison, als die Stormarner bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern mussten? Persson ist noch zuversichtlich, dass die Stormarner am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden. „Die Liga ist bis auf wenige Ausnahmen relativ ausgeglichen und die Saison noch so lang, da ist noch gar nichts entschieden“, sagte er. „Wir können und werden uns steigern.“

Bei der zweiten Mannschaft ist eine Steigerung dagegen kaum noch möglich: Die Trittauer verteidigten – angeführt vom Engländer David Jones und der Peruanerin Daniela Macias Brandes – mit zwei Siegen beim 1. BV Mülheim II (5:2) und STC BW Solingen (6:1) ihre Tabellenführung in der 2. Bundesliga Nord. Jones und Brandes gewannen in beiden Begegnungen ihre Einzel und Doppel.

TSV Trittau – 1. BC Wipperfeld 1:6

Herrendoppel: Nikolaj Persson/Ary Trisnanto – Mark Lamfuß/Iikka Heino 8:11, 8:11, 8:11, Oskari Larkimo/Sergey Sirant – Jones Ralfy Jansen/Matthew Grimley 7:11, 5:11, 11:13; Damendoppel: Inalotta Suutarinen/Jessica Hopton – Wen Hsing Cheng/Miranda Wilson 12:10, 7:11, 5:11, 6:11; Herreneinzel: Sirant – Heino 10:12, 11:8, 11:6, 11:5, Gergely Krausz – Adam Mendrek 13:11, 7:11, 7:11, 7:11; Dameneinzel: Priskila Siahaya – Jie Yao 7:11, 10:12, 12:10, 8:11; Mixed: Larkimo/Suutarinen – Jansen/Cheng 6:11, 7:11, 7:11

TSV Trittau – TV Refrath 1:6

Herrendoppel: Trisnanto/Persson – Sam Magee/Max Schwenger 14:12, 6:11, 7:11, 11:9, 11:13; Sirant/Larkimo – Nhat Nguyen/Jan Colin Völker 9:11, 10:12, 6:11; Damendoppel: Hopton/Suutarinen – Kilasu Ostermeyer/Carla Nyenhuis 8:11, 6:11, 4:11; Herreneinzel: Sirant – Ngyen 7:11, 12:10, 3:11, 6:11, Trisnanto – Lars Schänzler 9:11, 3:11, 11:3, 3:11; Dameneinzel: Siahaya – Chloe Magee 11:4, 11:8, 11:5; Mixed: Larkimo/Suutarinen – Völker/Nyenhuis 8:11, 11:9, 4:11, 9:11