Stormarn
FUSSBALL

Eichede reicht ein frühes Tor zum Derbysieg in Reinfeld

Verbissene Zweikämpfe, wie hier zwischen Eichedes Gerrit Schubring (l.) und Vjekoslav Taritas, prägten das Derby über weite Strecken.

Verbissene Zweikämpfe, wie hier zwischen Eichedes Gerrit Schubring (l.) und Vjekoslav Taritas, prägten das Derby über weite Strecken.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Ugur Dagli trifft für die Oberligafußballer des SVE schon in der 9. Minute. Torwart Gevert verhindert den späten Ausgleich.

Reinfeld. „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“ Die Fußballer des SV Eichede feierten ihr 1:0 (1:0) beim SV Preußen Reinfeld dem Anlass entsprechend besonders laut. Der Club hat die Kräfteverhältnisse im Kreis durch den Auswärtssieg zunächst wieder geradegerückt, sich für die Pokal-Niederlage in der vergangenen Saison revanchiert und den Konkurrenten auch in der Oberliga-Tabelle überholt. Trainer Denny Skwierczynski bekräftigte nach der Partie, dass dies eines der Eicheder Saisonziele ist: „Den Stellenwert des Derbys merkt man im Umfeld. Wir wollen in Stormarn die Nummer eins sein.“

Dagli war nicht nur wegen seines Tores einer der Besten

Auf dem Weg dahin reichte dem Favoriten vor nur 250 Zuschauern am Bischofsteicher Weg ein Tor nach neun Minuten: Der flinke Niko Hasselbusch brach auf der linken Seite durch und passte flach in den Rücken der Reinfelder Abwehr. Dort lauerte Ugur Dagli am Elfmeterpunkt und vollstreckte direkt. Der Mittelstürmer gehörte nicht nur wegen seines Treffers zu den Matchwinnern, sondern auch, weil er in dem umkämpften Derby viel Defensivarbeit verrichtete. „Ugur ist körperlich in sehr guter Verfassung“, lobte sein Coach.

Torwart Gevert pariert in Schlussminute Kopfball von Böckelmann

Ein anderer Garant des Eicheder Siegs war der Keeper. Der über weite Strecken beschäftigungslose Marcel Gevert vereitelte in der Schlussminute eine Großchance des aufgerückten Innenverteidigers Christoph Böckelmann, der frei zum Kopfball gekommen war.

In den 80 Minuten zwischen Daglis Treffer und Geverts Glanzparade blieben Torchancen jedoch Mangelware. Reinfeld strahlte fast nur bei Freistößen Gefahr aus. In der 69. Minute war schon Patrick Witten frei zum Kopfball gekommen, platzierte den Ball aber direkt in Geverts Arme. Eichede kontrollierte die Partie im ersten Durchgang recht souverän, ohne dabei zu glänzen. Später vergaben die Steinburger dann durch den erstmals in dieser Saison eingesetzten Torge Maltzahn (73.), Jonathan Stöver (84.), Hasselbusch (84.) und Dagli (89.) das 2:0. In allen Szenen reagierte Jonas Marschner stark. „Am Ende war es auch ein Spiel der Torhüter“, sagte Reinfelds Trainer Michael Clausen.

Reinfelds Trainer Clausen: „Eichede hat verdient gewonnen“

Der Übungsleiter, der beim SV Eichede einst als A-Junioren-Coach gefeuert worden war, zeigte sich in der Analyse nüchtern und fair: „Es war kein Leckerbissen, eher ein Kampfspiel. Aufgrund der zweiten Halbzeit wäre ein Punkt für uns drin gewesen, über das ganze Spiel gesehen hat Eichede aber verdient gewonnen.“ Seine Mannschaft habe kaum Torchancen erarbeitet, „weil Eichede über ein sehr kompaktes Mittelfeld verfügt und wir viele unnötige Ballverluste hatten“. Zu oft versuchte es der Aufsteiger mit langen Bällen, die meistens von Eichedes Innenverteidiger Gerrit Schubring problemlos geklärt wurden. Auch die sonst so gefährlichen Außenspieler Dennis Lie und Vjekoslav Taritas blieben blass. Dafür sorgte unter anderem die Umstellung von Skwierczynski, der eine Viererkette aufbot.

Mehr Zweikampfstärke und Torgefahr hätten vermutlich Defensivmann Jonathan Marschner und Stürmer Kristof Rönnau in das Reinfelder Spiel eingebracht, doch beide fehlten aus privaten Gründen. Clausen meinte aber: „Es lag heute nicht am Fehlen der beiden.“

Preußen weiter deutlich über der Abstiegsregion

Wie schon nach dem 0:2 in der Vorwoche beim Titelaspiranten Phönix Lübeck hakte Clausen die Niederlage schnell ab. „Die Enttäuschung ist begrenzt. Wir haben trotzdem gezeigt, dass wir in diese Liga gehören“, sagte er. „Die Zielsetzung bei Eichede ist eine ganz andere. Für uns geht es nur um Punkte gegen den Abstieg und wir sind im Soll.“ In der Tat: Mit 18 Zählern aus nun elf Saisonspielen stehen die Reinfelder weiterhin deutlich über der Abstiegsregion – und den Erwartungen fast aller Experten und Beobachter. Mit dem PSV Neumünster und der Husumer SV warten nun wieder Gegner, in denen die Preußen unter größerem Druck stehen als gegen Phönix oder Eichede.

Für Stormarns alte und neue Nummer eins geht es in den kommenden Wochen darum, die guten Ansätze konstanter zu zeigen. Noch zu oft schleichen sich fehlerhafte Phasen in die Auftritte ein. Auch gegen Reinfeld. „Wir haben am Anfang das Spiel bestimmt und fußballerisch mehr versucht“, sagte Skwierczynski. „In der zweiten Halbzeit haben wir ein Stück weit den Zugriff verloren, wodurch Reinfeld zu zwei, drei Chancen gekommen ist. Auch dass wir nachher bei den langen Bällen mitgespielt haben, war nicht klug.“ Trotzdem freue er sich über den verdienten Sieg.

Beide Teams jetzt im Kreispokal-Viertelfinale gefordert

Noch bevor Stormarns Oberligisten wieder um Punkte kämpfen, wollen beide in das Kreispokal-Halbfinale einziehen. In der Runde der letzten Acht gastieren die Reinfelder am morgigen Dienstag (20 Uhr, Hagener Allee) bei Verbandsligist SSC Hagen Ahrensburg. Eichede tritt tags darauf (20 Uhr, Am Gemeindezentrum) beim ebenfalls in der Verbandsliga spielenden VfL Tremsbüttel an.

SV Preußen Reinfeld: Marschner – Vogel, Böckelmann, Grimm, Pirch – Witten, Hackbarth – Lie (76. Wurst), Schröder (46. Treichel), Taritas – Bosbach SV Eichede: Gevert – Steinfeldt, Schubring, Pichelmann, Heskamp – Zaske, Rathjen (70. Maltzahn) – Bieche (62. Wittig), Stöver, Hasselbusch – Dagli (90.+2 Kathmann)