Stormarn
Oberliga Turnen

Großhansdorfs Turnerinnen vor dem Klassenerhalt

Emma Kastien vom SV Großhansdorf war mit 9,90 Punkten zweitbeste Turnerin am Schwebebalken.

Emma Kastien vom SV Großhansdorf war mit 9,90 Punkten zweitbeste Turnerin am Schwebebalken.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Die Oberligamannschaft hat nach Rang vier in Bargteheide hat vor dem letzten Wettkampftag sogar noch Chancen auf einen Podiumsplatz.

Grosshansdorf. Den Klassenerhalt in der Oberliga dürften die Turnerinnen des SV Großhansdorf sicher in der Tasche haben. Der Vorsprung des Tabellenfünften auf die Abstiegszone beträgt vor dem dritten und letzten Wettkampftag mehr als 20 Punkte.

Womit vor der Saison keiner gerechnet hatte: Emma Kastien, Emma Biemann, Alste Schroeder und Selina Julian können am 16. November in Wedel die Wettkampfperiode sogar noch mit einer Podiumsplatzierung abschließen. Gut drei Punkte beträgt der Rückstand auf die zweitplatzierten Turnerinnen des SC Norderstedt, etwas mehr als ein Zähler auf den Tabellendritten VfL Pinneberg.

Jedes Verlassen des Geräts ist ein Punktabzug

„Wenn die Mädchen noch ein, zwei Plätze gutmachen wollen, müssen sie sich vor allem am Schwebebalken steigern und dürfen sich nicht mehr ganz so viele Patzer leisten“, sagt Eike Biemann.

Die Trainerin spricht damit die Leistung ihrer Schützlinge beim zuletzt vom TSV Bargteheide organisierten zweiten Oberliga-Wettkampftag in der Sporthalle der Dietrich-Bonhöfer-Schule an, bei dem die Großhansdorferinnen Vierte wurden. „Jedes Verlassen des Gerätes ahnden die Kampfrichter mit einem Punktabzug, das ist uns teuer zu stehen gekommen“, sagt Biemann.

Nach Absprache mit ihrer Mutter turnte Emma Biemann allerdings am Schwebebalken zwei neue schwierige Elemente – einen Seitwärtssalto und einen Strecksprung mit ganzer Drehung. Beide Elemente muss die 15-Jährige in knapp drei Wochen beherrschen, wenn sie am Wochenende 19./20. Oktober in Gau-Odernheim (Rheinland-Pfalz) beim Deutschland-Pokal für Schleswig-Holstein an den Start geht.

In der Oberliga wird an vier Geräten – Boden, Stufenbarren, Schwebebalken und Sprung – bis auf wenige Ausnahmen nach dem internationalen Code de Pointage geturnt. Der internationale Standard stellt höhere Ansprüche an die Turnerinnen, er fordert mehr spektakuläre Akrobatik und schwierige Flugteile als in der Landes-, Verbands- oder Bezirksliga.

TSV Trittau belegt den letzten Rang

Die drei letztgenannten Wettkampfklassen trugen in Bargteheide ebenfalls ihren zweiten Wettkampftag aus. Aus Stormarner Sicht mit unterschiedlichem Erfolg. Erfreulich: Mit einem sechsten Platz in der Landesliga gab die zweite Mannschaft des SV Großhansdorf die Rote Laterne ab. Als Tabellenvorletzte dürfen sich Linne Visscher, Lola Sagener, Sofia Freire Mendes und Jule Maxeiner nun berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.

Dagegen reichte es für den TSV Trittau nur zum letzten Rang. Als neues Tabellenschlusslicht müssen Laura Zwingmann, Finnja Samain, Finja Malerius, Emma Jandke und Lara Franke in Wedel die Zweitvertretungen des SV Großhansdorf und SC Norderstedt unbedingt hinter sich lassen, um noch eine Chance auf den Ligaverbleib zu haben.

Gewinnerinnen der kombinierten Veranstaltung in Bargteheide sind die Turnerinnen des Gastgebers. Sherin Mari, Florentine Kruske, Linnea Kieling, Annika Schiller und Julia Kalski sicherten sich, wie schon am ersten Wettkampftag, den Gesamtsieg. Damit haben die Bargteheiderinnen beste Chancen auf eine Rückkehr in die Landesliga.

Vor fünf Jahren Bargteheide noch in Oberliga

„Der Turnsport in Bargteheide hat Tradition“, sagte Frauke von Seelen. „Den Landesliga-Aufstieg haben sich die Mädchen allemal verdient.“ Die Abteilungsleiterin kann sich eine Wiederholung des erstmals in Bargteheide ausgetragenen Wettkampftages der vier Ligen vorstellen. Sie sagt: „Die Resonanz der Vereine war durchweg positiv. Wir müssen beim nächsten Mal aber den Auf- und Abbau der Geräte und Matten auf noch mehr Schultern verteilen.“

Vor fünf Jahre turnten die Bargteheiderinnen noch in der Oberliga. Durch veränderte Herausforderungen in der Schule oder Ausbildung verlor der Verein aber immer wieder seine besten Akteurinnen, der Abstieg in die Verbandsliga war unumgänglich. Aus Oberliga-Tagen ist einzig Sherin Mari der Mannschaft erhalten geblieben.

Vor Kurzem sorgte die 20 Jahre alte Turnerin in einem anderen Wettkampfformat für Schlagzeilen. Bei den Mehrkampfmeisterschaften des Deutschen Turnerbunds in Eutin gewann sie im Deutschen Achtkampf der Altersklasse W20+ (Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken, Boden, Kugelstoßen, Schleuderball, Weitsprung, 100 Meter) Bronze. Dritte wurden auch Vereinskamerad Jorris Kieling im Deutschen Sechskampf der Altersstufe M12-13 (Boden, Barren, Reck, Kugelstoßen, Weitsprung, 75 Meter) und Eike Biemann im Schwimm-Fünfkampf der Frauen W30+ (100 Meter Brust, 50 Meter Kraul, 50 Meter Schmetterling, 25 Meter Tauchen, Kunstspringen).