Stormarn
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Ahrensburger TSV baut Tabellenführung aus

Kampf statt Spielfreude: Ahrensburgs Les Stewart verteidigt am Boden liegend den Ball gegen Joshua-Butah Taylor vom Farmsener TV.

Kampf statt Spielfreude: Ahrensburgs Les Stewart verteidigt am Boden liegend den Ball gegen Joshua-Butah Taylor vom Farmsener TV.

Foto: Henrik Bagdassarian

Nach mühsamem 2:1 gegen Farmsen ärgern sich die Bezirksligisten über die Schiedsrichter. Auch Glinde, Barsbüttel und Hoisbüttel gewinnen.

Ahrensburg. Neunter Sieg im neunten Saisonspiel, Tabellenführung ausgebaut – und überall Frust. Nach dem 2:1 (1:0) des Ahrensburger TSV gegen den Farmsener TV herrschte auf dem Stormarnplatz eine Stimmung, wie man sie bei der Top-Mannschaft der Fußball-Bezirksliga Ost nicht erwarten würde. Auch der Trainer konnte sich zunächst nicht über diesen eigentlich perfekten Spieltag freuen. „Ich bin noch echauffiert darüber, was hier am Schluss gelaufen ist“, sagte Matthias Nagel.

Ahrensburger kritisierten Auftreten der Unparteiischen

Und das war passiert: Nach einem ungeahndeten Foul der Farmsener in der Nachspielzeit sah Ahrensburgs Benedikt Neumann-Schirmbeck auf Hinweis des Linienrichters die Gelbe Karte. Sekunden später pfiff der Schiedsrichter die Partie ab. Auf Neumann-Schirmbecks Nachfrage, wofür er die Gelbe Karte bekommen habe, antwortete der Linienrichter lautstark: „Für dein dummes Gelaber!“ Neumann-Schirmbeck drehte sich weg und entgegnete in die Hände klatschend: „Wow, das ist eine sehr höfliche Antwort!“ Die Konsequenz: Gelb-Rot. Somit ist der Stürmer für das schwierige Auswärtsspiel am kommenden Freitag beim SC Wentorf gesperrt.

Die Ahrensburger kritisierten sowohl diese Entscheidung als auch das Auftreten der Unparteiischen. Nagel sagte unmittelbar nach der Partie: „Die Schiedsrichter fordern einen respektvollen Umgang. Dann erwarte ich das auch vom Linienrichter.“ Liga-Obmann und Pressesprecher Jens Gohlke meinte später: „Das Schiedsrichter-Gespann sollte auch deeskalierend wirken. Das ist in diesem Moment nicht gelungen.“ Protest oder Beschwerde werde der Club allerdings nicht einlegen, auch weil es im Anschluss noch zu einer Aussprache zwischen Nagel, Neumann-Schirmbeck, dem Schiedsrichter sowie dem Linienrichter gekommen sei. Gohlke: „Sie sind vernünftig auseinandergegangen.“

Dem TSV Glinde fehlt die Konstanz

Ärger bereitete den Ahrensburgern auch der Gegner, allerdings auf rein sportlicher Ebene. Gegen die defensiv diszipliniert agierenden Gäste tat sich der Spitzenreiter nahezu über die gesamte Spieldauer schwer, Torchancen zu erarbeiten. Er agierte behäbig und ungenau. So folgte auf die Gala-Vorstellungen gegen HT 16 (11:2) und TSV Wandsetal (9:1) diesmal ein Arbeitssieg. Bekim Galica mit einem entscheidend abgefälschten Freistoß (30. Minute) und Marco Vogler per Kopf (53.) trafen für den ATSV. Timo Stark (50.) glich zwischenzeitlich aus. Der bisherige Tabellenzweite ASV Bergedorf 85 kassierte derweil eine 1:3-Heimniederlage gegen den MSV Hamburg. „Der Abstand freut uns, aber auch der MSV ist ein Konkurrent. Es kommen noch sehr viele Spiele“, sagte Nagel über die Tabellen-Konstellation.

Ein echter Spitzenclub könnte auch der TSV Glinde sein. „Das Einzige, was uns dazu noch fehlt, ist die Konstanz“, sagte Trainer Sören Deutsch nach „einer der schlechtesten Leistungen in dieser Saison“. Im Falle der Partie gegen den SC Eilbek blieb der dürftige Auftritt aber ohne negative Konsequenzen. Glindes individuelle Qualität, insbesondere die des an drei Treffern beteiligten Stürmers Bo Gehrke, reichte zu einem 4:1 (2:1). Gehrke bereitete das 1:0 durch Christian Albus vor (12.) und traf zweimal selbst (25., 80.). Außerdem half Eilbeks Chrisovalandis Christoglou per Eigentor (60.). Niko Scharnhorst (33.) hatte zwischenzeitlich verkürzt.

Hoisbütteler SV kommt immer besser in Tritt

Der Barsbütteler SV enttäuschte gegen die HT 16 nur in der Anfangsphase, fing sich nach dem 0:1 von Fatih Gürel (7.) aber schnell und drehte den Rückstand durch Treffer von Musab Aslan (19., 71., 90.), Martin Werner (28.) und Jonas Homann (58.) in einen 5:1-Erfolg. Die meisten Tore hielten die Barsbütteler auf Video fest, nicht aber das 4:1 von Aslan, der aus der Distanz volley in den Winkel traf. „Das wäre in der Sportschau das Tor des Monats gewesen“, schwärmte Trainer Murat Gülec. Lob gab es auch für den Rest der Mannschaft: „Die Jungs ziehen sehr gut mit. Das brauchen wir, um eine gute Grundlage zu schaffen. Es geht noch nicht darum, alle Spiele zu gewinnen.“

In der Nord-Staffel kommt Aufsteiger Hoisbütteler SV immer besser in Tritt, feierte bei UH-Adler dank des späten Elfmetertreffers von Dorian Siegel (84.) zum 1:0-Endstand den zweiten Sieg hintereinander. Für den Aufschwung hat auch die 0:7-Klatsche vor zwei Wochen bei Tabellenführer SC Victoria II gesorgt. Trainer Tobias Hansen sagte: „Da sind 70 Prozent der Spieler zu spät gekommen. Danach haben wir die Zügel angezogen und das haben die Jungs super umgesetzt.“

Tabelle Bezirksliga Ost: 1. Ahrensburger TSV 9 Spiele/42:10 Tore/27 Punkte, 2. SC Wentorf 9/28:16/18, 3. ASV Bergedorf 85 8/19:12/18, 4. TSV Glinde 8/25:14/17… 7. Barsbütteler SV 8/25:18/13… 14. SC Eilbek 8/15:28/4… Bezirksliga Nord: 1. SC Victoria II 9/42:11/21… 8. Hoisbütteler SV 9/16:23/12… 14. SC Sperber 9/15:26/8...