Stormarn
Dressur

Zwölfjährige aus Lütjensee ist Deutsche Meisterin

Rose Oatley (PS Granderheide) und ihr Erfolgs-Pony Daddy Moon.

Rose Oatley (PS Granderheide) und ihr Erfolgs-Pony Daddy Moon.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Rose Oatley bringt bei ihrem Titelgewinn in der Ponydressur sogar die Bundestrainerin ins Schwärmen.

Lütjensee.  Die Siegerehrung war ihm völlig schnuppe, die ganze Aufmerksamkeit von Daddy Moon galt einem Sonnenblumenstrauß, den er anknabbern wollte. „Er ist eben ein sehr verfressenes Kuschelmonster“, sagte seine Reiterin Rose Oatley (PS Granderheide) lachend. Die Extra-Ration Futter hatte sich das Pony redlich verdient, trug es die zwölfjährige Lütjenseerin bei den deutschen Jugendmeisterschaften doch zu ihrem ersten nationalen Titel.

Oatley und Daddy Moon siegten in Zeiskam (Rheinland-Pfalz) in der Pony-Dressur. Das Paar gewann alle drei Wertungsprüfungen, brachte damit auch Bundestrainerin Cornelia Endres ins Schwärmen: „Rose ist mit ihren zwölf Jahren ein ganz besonderes Talent, das hat sie hier eindrucksvoll bestätigt. Sie hat noch eine tolle Karriere im Ponysattel vor sich“, sagt Endres. „Der Titel zeigt, dass es richtig war, sie in diesem Jahr schon zur Euro mitzunehmen, auch wenn die Nerven dort noch nicht so ganz mitgespielt haben.“

Daddy Moon bekommt jetzt eine kleine Turnierpause

Rose Oatley und Daddy Moon kamen in der Kür sogar auf 81,875 Prozent, damit lagen sie deutlich vor der zweitplatzierten Shona Brenner (RFV Billerbek) mit Der kleine Sunnyboy (79,025 Prozent). „Ich bin richtig stolz auf mein Pony“, sagt die Lütjenseerin. Jetzt soll Daddy Moon erstmal eine kleine Pause bekommen. Der nächste größere Start des Duos ist für November bei den Aachen Dressage Youngstars geplant.

Das mit insgesamt 30 Kindern, Jugendlichen und Junioren in Zeiskam vertretene Team Schleswig-Holstein war so erfolgreich wie noch nie bei Deutschen Jugendmeisterschaften. Der Sieg von Rose Oatley war nur einer von vier Titeln für die Talente des Pferdesportverbands Schleswig-Holstein. „Damit haben wir die Hälfte aller Goldmedaillen gewonnen“, freute sich Imke Willenbrock, die Koordinatorin Leistungssport im Landesverband ist und früher Vorsitzende des PS Granderheide war.

Team Schleswig-Holstein gewinnt viermal Gold

Die letzten Goldmedaillen für das Team Schleswig-Holstein hatte übrigens Rose Oatleys Mutter Kristy geholt – sie war in den Jahren 1995 bis 1997 in Balve, Hünxe und Soltau jeweils mit Rosemount Oskar Deutsche Meisterin bei den Jungen Reiterinnen geworden.

Sie ist auch das große Vorbild von Rose. Kristy Oatley ist für ihr Heimatland Australien viermal bei Olympischen Spielen an den Start gegangen. Ihre beste Platzierung war Platz sieben im Jahr 2000 in Sydney. Anschließend war sie noch in Hongkong (2008), Lindorn (2012) und Rio de Janeiro (2016) dabei. „Meine Mutter hat mit zwölf Jahren schon ihre erste S-Dressur geritten, das werde ich nicht mehr schaffen“, sagte Rose. „Es schweißt einfach zusammen, wenn Mutter und Tochter den gleichen Sport betreiben“, sagte Kristy Oatley.

Auch zu ihrem Pony hat Rose, die die Stormarnschule in Ahrensburg besucht, ein besonderes Verhältnis: „Ich war hin und weg, als ich Daddy Moon das erste Mal sah, und habe ihn gleich in mein Herz geschlossen“, sagt Rose. „Er ist ein sehr liebes Pony. Wir sind schnell zu einem unzertrennlichen Team zusammengewachsen.“

Landesturnier wird live im Internet übertragen

An diesem Wochenende blicken Stormarns Pferdesportler nach Bad Segeberg, wo auf dem Gelände an der Marienstraße beim 71. Landesturnier mehr als 700 Reiter mit rund 1200 Pferden in 43 Prüfungen an den Start gehen. Im Springen und in der Dressur werden insgesamt 27 Medaillen vergeben. Das Gesamtpreisgeld beträgt 40.000 Euro. Ein wichtiger Bestandteil ist auch der Landeswettkampf der Reit- und Fahrvereine, für den 52 Mannschaften gemeldet haben. Titelverteidiger ist der RFV Zarpen.

Das Pferdesportportal www.clipmyhorse.tv überträgt alle Entscheidungen des Landesturniers live im Internet.