Stormarn
FUSSBALL

SV Eichede gleicht erst in letzter Sekunde aus

Ehemalige Teamkollegen im Zweikampf: Der frühere Eicheder Emanuel Bento (l., SV Todesfelde) wird von Verteidiger Gerrit Schubring gestoppt.

Ehemalige Teamkollegen im Zweikampf: Der frühere Eicheder Emanuel Bento (l., SV Todesfelde) wird von Verteidiger Gerrit Schubring gestoppt.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Jonathan Stöver verwandelt in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter zum 1:1-Endstand gegen den SV Todesfelde.

Steinburg. Was in den Sekunden zwischen dem Elfmeterpfiff und dem Schuss zum 1:1 (0:1)-Endstand in seinem Kopf vorgegangen war, beschrieb Jonathan Stöver so: „Muss rein! Da führt kein Weg dran vorbei, muss rein.“ Der Mittelfeldspieler des SV Eichede verwandelte den Strafstoß in der vierten Minute der Nachspielzeit frech in die Tormitte, es war die letzte Aktion der Fußball-Oberligapartie gegen den SV Todesfelde.

Stöver schießt beim Elfmeter in die Tormitte

Die Verantwortung nach dem Foul von Todesfeldes Keeper Fabian Landvoigt, der ungestüm Niko Hasselbusch zu Fall gebracht hatte, übernahm der 20 Jahre junge Stöver freiwillig. „Wir haben keinen festen Elfmeterschützen“, erklärte er. „Evgenij Bieche schießt auch oft, aber er war schon ausgewechselt, also habe ich mir den Ball genommen, fertig.“ Die Entscheidung, keine Ecke anzuvisieren, habe er intuitiv getroffen. „Man hat immer so sein Gefühl, und ich denke, in der 90. Minute bleibt kein Torwart in der Mitte stehen.“

Insgesamt enttäuscht das Derby – Todesfelde zu passiv

Der kollektive Jubel im Eicheder Regen war einer der wenigen Höhepunkte eines insgesamt enttäuschenden Derbys. Insbesondere von den Gästen hatten die 405 Zuschauer sicherlich mehr erwartet, schließlich hatte der SVT als Tabellendritter einen guten Saisonstart hingelegt und zuletzt den Titel-Aspiranten Phönix Lübeck besiegt. Über weite Strecken agierte Todesfelde aber recht passiv. Auch von den in diesem Duell sonst regelmäßig überkochenden Emotionen war diesmal kaum etwas zu spüren.

Heskamp patzt vor dem 0:1

Eichede erwischte den besseren Start mit einem Kopfball von Lars Newrzella, den Landvoigt aus dem Winkel kratzte (9. Minute). Einen Distanzschuss Stövers (15.) wehrte Todesfeldes Keeper nach vorn ab, verkürzte beim Nachschuss von Ugur Dagli aber entscheidend den Winkel. In der Folge wirkten beide Teams fahrig, leisteten sich viele Fehlpässe. Dann patzte Marco Heskamp entscheidend: Eichedes Außenbahnspieler schlug vorm eigenen Fünfmeterraum über den Ball und stellte sich auch im Zweikampf mit Niklas Stehnck ungeschickt an. Morten Liebert staubte zur glücklichen Gäste-Führung ab (26.). „Wir waren gut im Spiel, Todesfelde fing schon an, untereinander zu pöbeln. Deshalb war es sehr unglücklich, dass so ein Fehler passiert“, sagte Trainer Denny Skwierczynski. Dennoch sei er schon mit der ersten Hälfte zufrieden gewesen.

Peters und Dagli vergeben gute Chancen zum Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel zog sich Todesfelde noch weiter zurück, Angreifer Liebert hing in der Luft und wurde zeitig ausgewechselt. Wieder hatten die Steinburger ihre beste Phase in der Anfangs-Viertelstunde. Innenverteidiger Gerrit Schubring spielte in der 53. Minute mit einer Willensleistung Christian Peters frei, doch der Angreifer verfehlte das Tor knapp – ebenso wie drei Minuten später sein Sturmkollege Ugur Dagli, der es mit einem Lupfer versuchte.

Bis in die Nachspielzeit hinein bot das Derby keine weiteren Großchancen. Todesfelde verteidigte, Eichede suchte die Lücken. Entweder gerieten die Abschlüsse zu harmlos, oder den Angreifern unterliefen technische Fehler bei der Ballannahme, so auch dem eingewechselten Neuzugang Stefan Richter bei seinem Heimspiel-Debüt – dann kam die Freistoßflanke von Fynn Rathjen, das Foul von Landvoigt und Stövers Schuss zum verdienten Ausgleich.

Trainer Skwierczynski mit Leistung zufrieden

Skwierczynski betrachtete das Remis gegen den Spitzenclub mit „einem lachenden und einem weinenden Auge. Unterm Strich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, aber eigentlich war das Spiel dafür zu gut. Wir hätten gewinnen können.“ Gegen eine tiefstehende Mannschaft mit hochgewachsenen Spielern sei es immer schwierig, Chancen herauszuspielen. „Das haben wir viel besser gemacht, als in der Vergangenheit. Ich freue mich sehr über diese tolle Leistung. Wenn wir so weitermachen, werden wir noch Freude haben.“ Torschütze Stöver ordnete die Partie ähnlich ein: „Wir müssen aus unserer Überlegenheit mehr machen. Bei so einem Spiel kann nicht ein Elfmeter in der 90. Minute entscheidend sein.“

Eichede spielt Dienstag im Kreispokal in Hammoor

Nach dem Kreispokalspiel am morgigen Dienstag bei Kreisklasse-Club SV Hammoor (20 Uhr, Kamp) treten die Eicheder noch zweimal in Folge zu Hause an. Mit Eutin 08 wurde für die Partie am Sonnabend, 21. September, das Heimrecht getauscht. Am 29. September ist Tabellenführer Weiche Flensburg II zu Gast im Ernst-Wagener-Stadion, bevor der SVE zu Preußen Reinfeld muss. Aktuell steht der Aufsteiger in der Tabelle sogar vor dem SVE – gute Vorzeichen für ein echtes Derby am 6. Oktober...

SV Eichede: Gevert – Steinfeldt, Schubring, Newrzella – Bieche (80. Hasselbusch), Zaske, Stöver, Rathjen, Heskamp (65. Wittig) – Dagli (65. Richter), Peters