Stormarn
TSV Trittau

Neuzugang Eric Pang lebt für den Badminton-Sport

Eric Pang in Aktion bei einem der größten Matches seiner Karriere: 2014 stand er in Kopenhagen im WM-Viertelfinale.

Eric Pang in Aktion bei einem der größten Matches seiner Karriere: 2014 stand er in Kopenhagen im WM-Viertelfinale.

Foto: Nils Meilvang / picture alliance / dpa

Der 37-Jährige gibt am Sonnabend im Heimspiel gegen den BV Mülheim sein Debüt für die Bundesligamannschaft des TSV Trittau.

Trittau. Gut zwölf Jahre lang konnte Eric Pang mit Fug und Recht behaupten, seine Laufbahn in der Deutschen Badminton-Bundesliga am Höhepunkt abgeschlossen zu haben. 2006 gewann er mit dem BC Bischmisheim den Titel. Danach wechselte er zurück in die niederländische Heimat und schlug nur noch in der dortigen sowie in der Dänischen Liga auf und verfolgte bei Turnieren seine erfolgreiche Einzel-Karriere.

Jetzt, mit 37 Jahren, ist er zurück in der Bundesliga. Mit neuer Motivation und einem neuen Verein: TSV Trittau. Zur Biografie des Niederländers passt das späte Comeback nur zu gut, denn Eric Pang lebt für den Sport. Sein früherer Beruf: Badminton-Profi. Sein aktueller Beruf: Badminton-Trainer. Sein Hobby: Badminton. Seine Ehefrau: Yao Jie, eine überaus erfolgreiche Badminton-Spielerin. Und das logische Bekenntnis: „Ein Leben ohne Badminton kann ich mir nicht vorstellen.“

Der Niederländer war mit dem BC Bischmisheim schon Deutscher Meister

Dass er auch bei seiner zweiten Station in Deutschland den Titel gewinnt, ist unwahrscheinlich. In Trittau hat Pang andere Ziele als damals beim Badminton-Schwergewicht BC Bischmisheim. „Ich hatte Lust, wieder zu spielen. Vielleicht kann ich den Spielern und dem Verein dabei helfen, auf ein noch höheres Niveau zu kommen“, sagt er. Und es gibt einen weiteren Grund. Als Trainer einiger Erst- und Zweitligaspieler wolle er die Bundesliga besser kennenlernen.

Pang arbeitet seit 2018 am Stützpunkt des Hamburger Badminton-Verbands. Dort betreut er unter anderem die Bundesligaspieler Lucas Bednorsch und Sebastian Schöttler von Trittaus Lokalrivalen BW Wittorf-Neumünster. Ziel seiner Arbeit mit den jüngeren Sportlern ist die Heranführung an die Bundesstützpunkte in Mülheim und Saarbrücken – und somit die Vorbereitung auf eine Karriere, wie deren Trainer sie hingelegt hat: 2001 gewann der in Groningen geborene und in der Gemeinde Deventer aufgewachsene Pang bei der Junioren-EM die Silbermedaille, er wurde mehrfach Niederländischer Meister, triumphierte bei den Dutch Open und zog 2014 in Kopenhagen in das Viertelfinale der WM ein.

Pang arbeitet als Trainer am Verbandsstützpunkt in Hamburg

Von der damaligen Form ist Pang, der seit 2018 auch in Hamburg lebt, inzwischen ein Stück weit entfernt. Wie gut er in der Bundesliga noch mithalten wird, ist schwer vorherzusagen. „Das ist auch für mich selbst die Frage“, sagt er. „Mit den Leuten in meinem Training kann ich gut mitspielen. Mir gefällt, dass die Sätze in der Liga nur bis Elf gehen. Denn hintenraus wird es schwierig.“ Klar, dass Pang mit 37 Jahren nicht zu den fittesten Akteuren im Oberhaus gehören wird. „Aber meine Erfahrung kann ich gut nutzen.“

Die Arbeit am Stützpunkt genießt für Pang Priorität, weswegen er den Bundesliga-Auftakt am vergangenen Wochenende verpasste. Nun steht das Debüt an. Im ersten Trittauer Heimspiel der Saison, das bereits am Sonnabend (15 Uhr, Heinrich-Hertz-Straße) gegen den BV Mülheim steigt, ist er mit dabei: „Ich freue mich und hoffe, dass ich dem Team ein bisschen helfen kann. In den ersten beiden Spielen haben sie gute Ergebnisse erreicht.“ Nach dem Doppelspieltag in Bayern mit einem Sieg und einer knappen Niederlage treffen die Stormarner nun auf den Dritten der Vorsaison. Sabina Persson, Abteilungsleiterin des TSV, sagt: „Ich schätze den Gegner stark ein.“ Die Westfalen verloren ihren Auftakt gegen Titelverteidiger Bischmisheim mit 1:6, bezwangen tags darauf aber den BC Wipperfeld mit 5:2.

Die Zuschauer bekommen weitere neue Gesichter zu sehen

Neben Eric Pang werden die Zuschauer weitere neue Gesichter zu sehen bekommen. Die Russen Sergey Sirant und Rodion Kargaev präsentieren sich nach ihrem Einstand bei den Auswärtsspielen nun erstmals in Trittau. Weil Hope Warner nicht zur Verfügung steht, kommt die 19-jährige Finnin Inalotta Suutarinen zu ihrem Debüt. Die bereits bekannten Matthew Clare, Ary Trisnanto, Jessica Hopton und Priskila Siahaya komplettieren das Aufgebot.

Der TSV hofft auf eine große Kulisse. Allerdings erwiesen sich die Sonnabende in der Vergangenheit als die bei den Zuschauern weniger beliebten Spieltage. Doch auch am Sonntag wird in der Sporthalle des Gymnasiums Badminton-Sport geboten. Die zweite Mannschaft (Zweite Bundesliga Nord) empfängt um 15 Uhr den Horner TV zu einem Nachbarschaftsduell, das zugleich ein Spitzenspiel ist. Trittaus Zweite liegt nach den beiden Auftaktsiegen auf Tabellenrang zwei, nur aufgrund des etwas schwächeren Satz-Verhältnisses hinter den Hamburgern.