Stormarn
Bundesliga

Wahnwitziger Start für Trittaus Badminton-Team

Auf dem russischen Neuzugang Sergey Sirant ruhen große Hoffnungen: Er soll im Einzel wichtige Punkte holen.

Auf dem russischen Neuzugang Sergey Sirant ruhen große Hoffnungen: Er soll im Einzel wichtige Punkte holen.

Foto: Getty Images/Robertus Pudyanto / Getty Images

Die Bundesligamannschaft fliegt für Auswärtspartien in München und Frystadt Spieler aus Großbritannien und Osteuropa ein.

Trittau . Es wurden Flugtickets für Verbindungen von Großbritannien, Osteuropa und Hamburg nach München gebucht, ein Neunsitzer für die Mobilität vor Ort sowie Rückflüge ab München und Nürnberg: Für den TSV Trittau beginnt die Badminton-Saison mit dem wahnwitzigsten Wochenende, das der Spielplan für den nördlichsten aller Bundesligaclubs bereithält. Am Sonnabend gastieren die Stormarner in München beim TSV Neuhausen-Nymphenburg (16 Uhr), bevor am Sonntag der TSV Freystadt (15 Uhr) wartet.

Nach sechsjähriger Zugehörigkeit im Oberhaus haben die arrivierten Kräfte des TSV mittlerweile eine Routine entwickelt, wenn es darum geht, rund zehn Personen aus ganz Europa in die Hallen dieser Republik zu karren. München, Freystadt, Saarbrücken und Bonn haben sie alle schon einmal gesehen, wissen, wo das Hallendach ungewöhnlich niedrig ist und welcher Flughafen besonders günstig gelegen ist. Wohin die Reise aber sportlich geht, das können vor dieser Spielzeit selbst die obersten Entscheidungsträger kaum abschätzen.

Ex-Europameister Eric Pang fehlt beim Saisonauftakt

Droht wieder ein Abstiegskampf wie in der vergangenen Saison, als der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag glückte? Oder kann der Club an die Erfolge von 2017 und 2018 anknüpfen und sich zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte für das Final Four qualifizieren? Trittaus Abteilungsleiterin Sabina Persson umschifft alle Fragen, die auf das Saisonziel der Stormarner Mannschaft abzielen: „Man weiß es nicht“, sagt sie. Oder: „Schwer zu sagen.“

Einer der Gründe für die Zurückhaltung Perssons, die klare Worte eigentlich selten scheut, ist die schwierig einschätzbare Konkurrenz. Die Bundesligisten sind zusammengerückt. Zeiten, in denen ein, zwei Clubs lediglich als Kanonenfutter taugten, sind wohl vorbei. Umso schwieriger ist die Stärke und die Konstanz von vielen Gegnern zu beurteilen. Welcher Topspieler wie regelmäßig zur Verfügung steht, das wissen oft nicht mal die Vereine selbst.

Planungssicherheit ist im Badminton-Zirkus ein Fremdwort – vor allem deshalb kann oder will Sabina Persson kein Saisonziel formulieren. Denn auch viele Spieler des TSV Trittau sind als Einzelsportler auf dem ganzen Globus unterwegs oder haben anderweitige Verpflichtungen, die sie mitunter von Bundesliga-Einsätzen abhalten werden.

Kader umfasst 14 Spieler, darunter sechs Neuzugänge

Das zeigt sich auch am Beispiel des prominentesten Neuzugangs: Eric Pang. Der 37-jährige Niederländer, einst Junioren-Europameister und Deutscher Meister mit dem BC Saarbrücken-Bischmisheim, arbeitet als Trainer am Bundesstützpunkt in Hamburg. Überschneiden sich Jugendturniere mit Bundesliga-Partien, wird er dem TSV fehlen – so auch an diesem Wochenende in Bayern. Ähnliches gilt für die 20 Jahre jüngere Hope Warner. Die Britin, die für den Damendoppel-Bereich geholt wurde, tritt im September und Oktober bei der Junioren-WM an. Die Liste der Unwägbarkeiten führt sich auch bei den arrivierteren Kräften wie Gergely Krausz (kämpft um die Olympia-Qualifikation) oder Nikolaj Persson (beginnt ein Studium) fort. Es stehen aber auch Dinge unwiderruflich fest, etwa die Kader aller Bundesligisten. Beim TSV Trittau kommen 14 Spieler für Erstliga-Einsätze infrage, sechs davon sind Neuzugänge.

Neben Pang und Warner verpflichteten die Stormarner den Finnen Oskari Larkimo (25) und seine Landsfrau Inalotta Suutarinen (19) sowie die beiden Russen Sergey Sirant (25), und Rodion Kargaev (24), für die durch eine wegen des drohenden Brexits geschaffenen Neu-Regelung Platz im Kader ist (wir berichteten). Besonders große Hoffnungen ruhen auf Einzelspezialist Sirant. Kargaev ist eine Option für das Doppel oder das Mixed.

Damen-Einzel bleibt eine Stärke der Trittauer

Trittaus vielleicht größte Stärke bleibt Priskila Siahaya, die in den vergangenen beiden Jahren die Großzahl ihrer Einzel gewann. So wie die Indonesierin, Krausz und Nikolaj Persson verbleiben Ary Trisnanto, David Jones, Jonathan Persson, Matthew Clare und Jessica Hopton im Kader.

Ob die Trittauer schon an diesem Wochenende einige Frage- in Ausrufezeichen biegen können, lässt sich im Liveticker auf www.aufschlagwechsel.de verfolgen.

Zweite Mannschaft startet mit zwei Heimspielen

Hochklassiger Badminton-Sport wird an diesem Wochenende aber auch in der Halle des Trittauer Gymnasiums (Heinrich-Hertz-Straße) geboten. Die zweite Mannschaft startet mit Heimspielen in ihre Zweitliga-Saison: Am Sonnabend will Aufsteiger SV Berliner Brauereien sicherlich mehr als nur das Bier nach dem Spiel mitnehmen. Tags darauf ist die SG EBT Berlin zu Gast. Beide Spiele beginnen um 15 Uhr.

Alle Gegner des TSV Trittau: 7. September: TSV Neuhausen-Nymphenburg (Auswärtsspiel); 8. September: TSV Freystadt (A); 14. September: BV Mülheim (Heimspiel); 5. Oktober: BC Wipperfeld (H); 6. Oktober: TV Refrath (H); 20. Oktober: BW Wittorf (A); 27. Oktober: SC Union Lüdinghausen (A); 9. November: BC Saarbrücken-Bischmisheim (H); 10. November: BC Beuel (H); 21. Dezember: TSV Neuhausen-Nymphenburg (H); 22. Dezember: TSV Freystadt (H); 4. Januar: BV Mülheim (A); 26. Januar: BW Wittorf (H); 8. Februar: BC Wipperfeld (A); 9. Februar: TV Refrath (A); 23. Februar: SC Union Lüdinghausen (H); 14. März: BC Saarbrücken-Bischmisheim (A); 15. März: BC Beuel (A)