Stormarn
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Glinde steigt jetzt ab, Ahrensburg rettet sich

Enttäuscht: Glindes Jan Henry Zeppelin zeigte im Einzel eine starke Leistung, steigt mit Glindes Herren aber trotzdem in die neue Klasse 2 ab.

Enttäuscht: Glindes Jan Henry Zeppelin zeigte im Einzel eine starke Leistung, steigt mit Glindes Herren aber trotzdem in die neue Klasse 2 ab.

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Tennisherren des THCA gewinnen Stormarn-Duell am letzten Spieltag mit 5:4 und bleiben somit in der Landesliga.

Ahrensburg.  Die Tennisherren des TSV Glinde sind der große Verlierer des letzten Saison-Spieltags in der Landesliga: Nach der 4:5-Niederlage beim Erzrivalen THC Ahrensburg steht das Team um Mannschaftsführer Florian Kraus als Absteiger fest, weil fast zeitgleich der Lübecker THC das Schlusslicht NTSV Strand 08 mit 9:0 deklassierte und sich somit noch an den punktgleichen Glindern vorbeischob.

Am Ende fehlten nur zwei Matchpunkte zum Klassenverbleib. „Das ist ärgerlich“, sagte Spieler Arne Zimmer. „Man macht sich natürlich so seine Gedanken, wo man den einen oder anderen Matchgewinn liegen gelassen hat. Da fallen mir vor allem die Spiele in Garstedt und Lübeck ein, wo bessere Ergebnisse möglich gewesen wären.“

In Ahrensburg sei für die Glinder dagegen nicht mehr drin gewesen, so Zimmer. „Alle Matches, die wir verlorenen haben, haben wir auch klar verloren.“ Das hätte womöglich anders ausgesehen, wenn nicht Frank Kähler kurzfristig ausgefallen wäre. Der Spitzenspieler hatte sich wenige Stunden vor Beginn des wichtigsten Saisonspiels wegen Magen-Darm-Beschwerden abgemeldet.

Den Glindern fehlen lediglich zwei Matchpunkte

„Das war für uns schon ein großer Vorteil“, sagte Ahrensburgs Mannschaftsführer Glenn Busch, der das Spitzeneinzel somit kampflos gewann. Zudem punkteten für die Gastgeber der überragende Däne Jeppe Frantzen und Spielertrainer Michael Jeglinski. Frantzen bezwang Christian Hagel mit 6:0, 6:1, Jeglinski stieß gegen Zimmer auf große Gegenwehr, siegte aber mit 7:5, 6:3.

Die übrigen drei Einzel gingen an die Glinder Kraus, Jan Henry Zeppelin und Nachwuchstalent Richard Antoni. So stand es 3:3, ehe es in die entscheidenden Doppel ging. Die Ahrensburger, die vor der Partie ebenfalls noch nicht gerettet waren, benötigten mindestens einen Punkt, Glinde musste gewinnen. Ein 4:5 hätte somit beide Teams vor dem Abstieg bewahrt. Nachbarschaftshilfe zu leisten und den Kreisrivalen knapp gewinnen zu lassen, kam für die Ahrensburger als faire Sportsleute aber zu keinem Zeitpunkt infrage. So holten Frantzen und Lars Borgstede sowie Jeglinski und Jochen Werner in jeweils zwei Sätzen die beiden noch fehlenden Punkte zum Sieg. Für die Glinder waren Kraus und der im Doppel für Kähler eingesprungene Tobias Schürings erfolgreich. „Wir hätten gern die Klasse gehalten, aber der Abstieg ist jetzt auch kein Super-Drama“, sagte Zimmer.

Mannschaften wurden zusammengelegt

Im Gegenteil, er erleichtert den Glindern vielleicht sogar den geplanten Neuaufbau. In dieser Saison hatten sie ihre Herren- und Herren-30-Mannschaft zusammengelegt, weil beide Teams zu wenig Spieler hatten. „Kommendes Jahr wollen wir wieder eine reine Herren-Mannschaft aufbieten, die möglichst ohne ältere Spieler auskommt“, sagte Zimmer. „Weil eine Liga tiefer, in der neuen Klasse 2, in Vierer- statt in Sechser-Mannschaften gespielt wird, sollte das auch kein Problem sein.“ Die Glinder müssen dann zwar auf ihren Kapitän Florian Kraus verzichten, der aus Studiengründen nach Köln umzieht. Im Nachwuchsbereich gibt es jedoch vielversprechende Talente wie die schon in dieser Landesligasaison sporadisch eingesetzten Simon Luigs und Richard Antoni, die dann fest ins Team wechseln sollen.

Auf Verstärkung durch ältere Spieler angewiesen zu sein – dieses Problem kennen auch die Ahrensburger, die teilweise sogar mit Unterstützung aus der Herren 40 antraten. Busch: „Dieser Misch-Masch war notwendig, weil zuletzt von unten wenig nachgerückt ist, da zwischen Herren- und Nachwuchsbereich eine kleine Lücke von zwei oder drei Jahrgängen klafft. Zudem sind einige fest zur Mannschaft gehörende Spieler aus unterschiedlichen Gründen ausgefallen.“ Henry Sierke beispielsweise studiert an einem College in den USA und stand deshalb nur in den letzten Saisonspielen zur Verfügung. Lucas Schümann fehlt wegen Schulterbeschwerden schon die gesamte Saison.